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Holz-Tarifrunde 2014: Verhandlungsstart in Nordrhein-Westfalen

© PantherMedia / Arne Trautmann

Holz-Tarifrunde 2014: Verhandlungsstart in dieser Woche

IG Metall fordert 4,5 Prozent mehr

08.04.2014 Ι 4,5 Prozent Lohn-Plus und für die Auszubildenden 60 Euro mehr. Diese Forderung hat heute der IG Metall-Vorstand für die Holz-Tarifrunde beschlossen und folgte damit dem Votum der regionalen Tarifkommissionen. In dieser Woche starten die Verhandlungen für die rund 150 000 Beschäftigten in der Holz und Kunststoff verarbeitenden Industrie.
Selbst der zuständige Hauptverband der deutschen Holzindustrie konstatierte vor kurzem: "Die wirtschaftliche Situation und die Konsumlaune werden zunehmend besser." In diesem Punkt kann Jörg Hofmann dem Verband nur zustimmen. Der Zweite IG Metall-Vorsitzende bewertet den Forderungsbeschluss des IG Metall-Vorstandes von 4,5 Prozent mehr für zwölf Monate daher als "wirtschaftlich angemessen und fair gegenüber den Beschäftigten".

Bis Ende März hatten sich die regionalen IG Metall-Tarifkommissionen auf diese Forderung für die rund 150 000 Beschäftigten in der Holz und Kunststoffindustrie verständigt, der sich der IG Metall-Vorstand nun anschloss.

Auch insgesamt zieht die Konjunktur an und die Wirtschaft schaut optimistisch nach vorne. Damit die Konjunktur weiter rund läuft, müssen die Menschen mehr konsumieren. Dazu brauchen sie mehr Geld.

Die Lücke muss weg

Zugleich muss die Entgeltlücke zum verarbeitenden Gewerbe verkleinert werden. "Die Beschäftigten in den Holz- und Kunststoff-Branchen dürfen nicht von der gesamtwirtschaftlichen Lohnentwicklung abgekoppelt bleiben", fordert Jörg Hofmann. Denn ihre Löhne und Gehälter liegen in der Möbelindustrie um etwa 20 Prozent und beim Holzgewerbe sogar um 24 Prozent deutlich hinter den Einkommen der verarbeitenden Industrie.

Wer im Wettbewerb um gute Arbeitskräfte nicht das Nachsehen haben will, muss attraktive, gut bezahlte Arbeitsplätze bieten. Das gilt auch für die Fachkräftenachwuchs. Für die IG Metall ein Grund, für die Auszubildenden überproportional mehr zu fordern. "Weil die Beschäftigung in anderen Branchen anzieht, geraten die Holz- und Kunststoffbranchen mehr und mehr ins Hintertreffen bei der Anwerbung von Fachkräften", argumentiert Jörg Hofmann. Deshalb fordert die IG Metall neben den 4,5 Prozent Plus 60 Euro monatlich mehr für die Azubis. Die Laufzeit der Tarifverträge soll zwölf Monaten betragen.

Erste Verhandlungsrunden

Gestern verhandelte die IG Metall erstmals in Herford für die Holz- und Kunststoff-Beschäftigten in Westfalen-Lippe. Dort haben die Arbeitgeber die Forderung der IG Metall zurückgewiesen und meinten, sie könnten höchstens über einen Inflationsausgleich reden.  Am 9. April geht es in Baden-Württemberg weiter, danach folgen die ersten Verhandlungen am 11. April für die Branche in Hessen und in Niedersachsen. Anschließend stehen am 14. April in Rheinland-Pfalz und am 16. April in Thüringen die ersten Runden an.

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Wozu sind Tarifverträge gut?

Tarifverträge regeln Löhne, Gehälter und Vergütungen für Auszubildende - aber auch die Zahl der Urlaubstage, Urlaubs- und Weihnachtsgeld und wie lange Beschäftigte arbeiten müssen. Ohne Tarifverträge sind die Arbeitszeiten länger und der Urlaub kürzer - laut Gesetz nur 20 Arbeitstage. Meist gelten die Tarifverträge für ein Jahr oder auch länger. Wenn sie ablaufen, wird über neue verhandelt.

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