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Hilfe bei der Durchführung der Betriebsratswahl

Ein "Rundum-Sorglos-Paket" für neue Betriebsräte

18.06.2014 Ι Geregelte Arbeitszeiten, ein sicherer Monatslohn und weniger Arbeitsunfälle - der Betriebsrat des Werkvertragsunternehmens Horn & Co hat in seiner ersten Amtszeit schon einiges bewegt. Hilfe kam vom Betriebsrat des Stammunternehmens und der IG Metall. Sie unterstützt neue Betriebsräte in der Anfangsphase mit einem "Rundum-Sorglos-Paket".

Die IG Metall Siegen versorgt alle Belegschaften, die erstmals einen Betriebsrat gründen wollen, mit einem "Rundum-Sorglos-Paket". Sie organisiert gemeinsam mit den Beschäftigten die Wahl und hilft den gewählten Betriebsräten mit Rat und Einzelcoaching durch die Anfangsphase der Amtszeit. Nicht selten kommt auch noch zusätzlich Unterstützung von den Betriebsräten anderer Firmen. Beispielsweise setzt die IG Metall dann, wenn es um Werkvertragsfirmen geht, auf die Hilfe der Arbeitnehmervertreter des Stammunternehmens.

 

So war das auch bei dem Werkvertragsunternehmen Horn & Co. Der Dienstleister, der mit 150 Mitarbeitern unter anderem die Schrottlogistik auf der Siegener Hütte betreibt, ist seit Jahrzehnten so eng mit dem Kerngeschäft der Deutschen Edelstahlwerke GmbH (DEW) verwoben, dass ohne ihn die Produktion stockt: Wenn Horn & Co. nicht permanent Schrott zuliefert, steht der Ofen still. Und wenn plötzlich Sonderschichten im Stammbetrieb anstehen, wirbelt das auch die Schichtpläne des Dienstleisters durcheinander. Nicht selten müssen die Beschäftigten von Horn & Co extreme Mehrarbeit ohne freie Tage arbeiten.


Und weil die Beschäftigten des Dienstleisters in der Produktion eng mit Kolleginnen und Kollegen von DEW zusammenarbeiten, fallen ihnen die Unterschiede auf: Bei der DEW herrschen geregelte Zustände, bei ihnen nicht. Ein Betriebsrat, der dagegen einschreiten konnte, gab es bis vor drei Jahren nicht. Viele Beschäftigte von Horn & Co. waren mit ihrer Situation unzufrieden. Das stellten auch die IG Metall-Vertrauensleute und die Betriebsräte bei DEW, dem Stammunternehmen, fest und wandten sich an die IG Metall. Nicht nur in Sachen Arbeitszeit, auch beim Arbeits- und Gesundheitsschutz und bei der Entlohnung lag bei dem Dienstleister einiges im Argen. Klar war: Die Belegschaft von Horn & Co. braucht eine Arbeitnehmervertretung.


Unterstützung bei der Wahl

Hilfe kam vonder IG Metall und die Gewerkschaft hat dann auch die Wahl organisiert. Andree Jorgella von der IG Metall Siegen lud zur ersten Betriebsversammlung ein und brachte vor drei Jahren den Wahlvorstand bei Horn & Co. durch die erste Wahl. "Wer hier einen neuen Betriebsrat gründet, egal in welchem Bereich, erhält bei uns immer das Rundum-Sorglos-Paket", erklärt er. "Wir führen mit den Kollegen die Wahl durch und unterstützen sie. Aber man kann nicht einfach nur einen Betriebsrat installieren, man muss auch sicherstellen, dass der nicht alleine dasteht." Daher nimmt Jorgella an allen Betriebsratssitzungen teil, wenn ein neuer Betriebsrat im Amt ist. Der Gewerkschafter ist bei den Sitzungen so lange dabei, bis die sich etabliert haben und auch dem Arbeitgeber klar ist, dass jetzt eben eine BR-Sitzung ist. "Es gibt weniger Gezanke darüber, wenn der Gewerkschaftssekretär immer mit aufläuft",erklärt Jorgella.


Trotzdem ging die Betriebsratswahl nicht ganz problemlos über die Bühne. Der Geschäftsführer bei Horn & Co. wollte die Wahl wegen eines Formfehlers anulieren lassen. Der Betriebsratsvorsitzende der DEW schaltete sich ein und machte dem Chef klar, dass ein montanmitbestimmtes Unternehmen wie die DEW niemand auf dem Betriebsgelände haben wolle, der einen von der Belegschaft gewünschten Betriebsrat verhindert. Daraufhin zog der Geschäftsführer seine Klage zurück und behindert seither die Arbeit des Betriebsrats nicht mehr. 


Einiges verändert

In der ersten Amtszeit hat der Betriebsrat von Horn  Co. schon einiges bewegen können: Er hat Verbesserungen beim Schichtplan und bei der Arbeitssicherheit durchgesetzt. Das hat zu einem Rückgang der Arbeitsunfälle geführt. Außerdem wurde ein gleichmäßiger Monatslohn in einer Betriebsvereinbarung vereinbart. Es gibt jetzt ein festes Gehalt, gerechnet auf zwölf Monate und die Überstunden kommen obendrauf. Das war vorher anders. Da schwankte der individuelle Lohn je nachdem, wie viele Schichten ein Mitarbeiter im Monat hatte. Damit können die Beschäftigten besser mit ihrem Einkommen planen.

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Was ist ein Werkvertrag?

Ein Werkvertrag ist ein Vertrag, bei dem sich der Auftragnehmer (Hersteller) ver-pflichtet, ein Werk gegen Zahlung (Werk-lohn) durch den Auftraggeber (Besteller) herzustellen. Im Werkvertrag wird die Arbeit nach dem Ergebnis beurteilt und nicht nach dem Aufwand der geleisteten Arbeit.

Werkverträge können von natürlichen Personen (Werkvertragsnehmern) und von juristischen Personen (Unternehmen) geschlossen werden. Die meisten Solo-Selbstständigen erbringen ihre Leis-tungen auf Grundlage von Werkver-trägen, besonders im IT- und Medien-bereich. Vergibt ein Betrieb Werkverträge an andere Unternehmen, ist das eine Auslagerung der Tätigkeit an eine Fremd-firma. Diese lässt die Arbeiten entweder durch ihre eigenen Beschäftigten durch-führen oder beauftragt Subunternehmer damit.

Ein Werkvertrag dient also dazu, einen Teil der Tätigkeiten eines Unternehmens an eine Person oder einen anderen Betrieb auszulagern.

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