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Hessen: Arbeitgeber verweigern Demografie-Tarifvertrag

Hessen: Arbeitgeber verweigern Demografie-Tarifvertrag

Hölzer erneut im Warnstreikmodus

16.03.2016 Ι Nach dem Pilotabschluss für die Holz- und Kunststoffbeschäftigten in Baden-Württemberg konnte die IG Metall nach und nach in den anderen Tarifgebieten die Übernahme des Ergebnisses erzielen. In Hessen schalten die Arbeitgeber auf stur und verweigern einen Demografie-Tarifvertrag, der den Beschäftigten eine Altersteilzeit ermöglicht. Das lassen sich die Hölzer nicht gefallen.

Mit dem Pilotabschluss am 22. Februar in Baden-Württemberg konnte die IG Metall eines ihrer wichtigsten Tarifziele für die Holz- und Kunststoffbeschäftigten durchsetzen: Einen Demografie-Tarifvertrag, der die Altersteilzeit regelt. Danach zahlen die Arbeitgeber ab Januar 2017 jährlich 300 Euro pro Beschäftigten in einen Fonds ein, der den Arbeitgebern und Betriebsräten ermöglicht die demografischen Herausforderungen anzugehen. Zudem erhalten die Beschäftigten ab Mai zwei Prozent mehr Geld und ab Juli 2017 ein weiteres Plus von 1,7 Prozent.

Bis auf wenige Ausnahmen haben die Tarifparteien nach und nach auch in den anderen Tarifgebieten das Ergebnis übernommen.

In Sachsen kamen die Arbeitgeber noch mal mit ihrem ersten Billigangebot um die Ecke: Vier Leermonate, 1,2 Prozent ab Mai diesen Jahres und danach 1,4 Prozent ab Mai 2016 - mit einer Laufzeit von insgesamt 28 Monaten. Dort geht die IG Metall am 5. April in die nächste Runde.


Und in Hessen versuchen die Arbeitgeber gerade, sich die Altersteilzeit für wenig Geld zu erkaufen. Das lassen sich die hessischen Hölzer nicht gefallen. Sie sind nicht bereit, sich ihre dringend benötigte Altersteilzeit einfach nur abkaufen zu lassen. Gut 400 Beschäftigte aus zwei hessischen Betrieben folgten heute dem Warnstreikaufruf der IG Metall, um den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen.

Beim Büromöbelhersteller König + Neurath in Karben zogen Warnstreikende vor die Werkstore und demonstrierten für ihre Altersteilzeit, ebenso bei Linde Landenbau in Bad Hersfeld. Für beide Belegschaften waren es die ersten Warnstreiks seit langen.

Morgen verhandelt die IG Metall mit den Arbeitgebern in der dritten Runde in Raunheim. Dafür braucht die IG Metall Rückenwind von den Beschäftigten. Denn ohne Druck aus den Betrieben werden die Arbeitgeber sich nicht bewegen.

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Tarifverträge regeln Löhne, Gehälter und Vergütungen für Auszubildende - aber auch, wie lange Arbeitnehmer arbeiten müssen und wieviel Urlaubstage, Urlaubs- und Weihnachtsgeld ihnen zusteht. Gäbe es keine Tarifverträge, wären die Arbeitszeiten länger und der Urlaub kürzer - laut Gesetz nur 20 Arbeitstage. Meist gelten die Tarifverträge für ein Jahr oder auch länger. Wenn sie ablaufen, wird über neue verhandelt.

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