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Größter europäischer Gewerkschaftsverband Industrie und Produktion gegründet

Mächtiger Akteur in europäischer Politikarena

16.05.2012 Ι Heute haben die drei europäischen Industriegewerkschaftsverbände einen gemeinsamen Dachverband gegründet. Die neue europäische Industriegewerkschaft heißt IndustriALL - European Trade Union und repräsentiert knapp 200 Einzelgewerkschaften mit mehr als sieben Millionen Mitgliedern aus den Branchen Metall/Elektro, Bergbau, Chemie, Energie und Textil, Bekleidung, Leder.

Der Europäische Metallgewerkschaftsbund (EMB), die Europäische Föderation der Bergbau-, Chemie- und Energiegewerkschaften (EMCEF) und der Europäische Gewerkschaftsverband Textil, Bekleidung, Leder (EGV:TBL) haben sich am Vortag aufgelöst. Die neue Organisation hat ihren Sitz im Internationalen Gewerkschaftshaus in Brüssel und kann so die engen Verbindungen zum EGB und der internationalen Gewerkschaftsgemeinschaft aufrecht erhalten.


Eine der wichtigsten Aufgaben der neuen Organisation ist die Zukunftsfähigkeit der europäischen Industrie als Beschäftigungs- und Wachstumsmotor. Dazu gehört auch eine europaweite Industriepolitik, die mit der Umwelt- und Energiepolitik eng verflochten wird. Zudem forderte der neue europäische Industriegewerkschaftsverband eine große europäische Bildungsoffensive von der Politik. Junge Menschen brauchen Chancen für eine sichere Zukunft und eine Berufsausbildung, die ihnen den Einstieg in das Berufsleben erleichtert. Eine Jugendarbeitslosigkeit von bis zu 50 Prozent in einigen europäischen Ländern dürfe nicht akzeptiert werden, sonst wird einer ganzen Generation die berufliche, soziale und wirtschaftliche Zukunft genommen. "Wir dürfen diese jungen Menschen nicht verlieren, sonst gerät die Verwirklichung unserer Vision eines sozialen Europas langfristig weiter ins Abseits", sagte Berthold Huber, Erster Vorsitzender der IG Metall.

Gemeinsam für gute Arbeitsbedingungen
Durch den Zusammenschluss wollen die drei Gründungsorganisationen ihren Kampf für gute Arbeitsbedingungen und sichere Beschäftigung für alle europäischen Industriebeschäftigten koordinieren und für eine starke und nachhaltige Industrie in Europa eintreten. IndustriAll soll ein mächtiger Akteur in der europäischen Politikarena sein und gegenüber den europäischen Unternehmen, der europäischen Industrie und den europäischen Arbeitgeberorganisationen und EU-Institutionen mit einer Stimme auftreten.

Präsident der neuen Gewerkschaft ist Michael Vassiliadis, Vorsitzender der deutschen Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG-BCE). Ulrich Eckelmann, der im letzten Jahr den nunmehr aufgelösten Europäischen Metallgewerkschaftsbund (EMB) als Generalsekretär geleitet hat, ist Generalsekretär der neuen Organisation. Er versprach, dass IndustriAll die Ziele des EMB, Investitionen, Gerechtigkeit, Solidarität, als Leitforderungen auch in der Zukunft weiter verfolgen werde. In der Industriepolitik werde man sich auf ein nachhaltiges industrielles Wachstum konzentrieren mit mehr und guten Arbeitsplätzen. Gute Arbeit erfordert gute Arbeitsbedingungen.

Die drei europäischen Dachverbände hatten bereits in der Vergangenheit in vielen Bereichen wie der Industrie-, Klima- und Tarifpolitik zusammengearbeitet. Künftig wird sich die gemeinsame Arbeit unter anderem in vier Ausschüssen widerspiegeln: Industriepolitik, Unternehmenspolitik und Europäische Betriebsräte, Sozialdialog sowie Tarif- und Sozialpolitik.

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