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Gleicher Lohn für Leiharbeiter ab dem ersten Tag

Gleicher Lohn für Leiharbeiter ab dem ersten Tag

Respekt vor der Arbeit und den Menschen

02.02.2011 Ι Die IG Metall fordert wirksame Gesetze, um Leiharbeit und prekäre Beschäftigung einzudämmen. Wenige Tage vor der entscheidenen Sitzung des Hartz-IV-Vermittlungsausschusses haben Arbeitgebervertreter nun allerdings Klartext geredet: Sie wollen mit allen Mitteln Equal Pay bei der Leiharbeit verhindern.

Jetzt ist die Katze aus dem Sack. Die Arbeitgeber wollen mit Leiharbeit nicht nur Auftragsspitzen abdecken, sondern eine Billig-Lohn-Linie in den Unternehmen etablieren. So hat BDA-Präsident Hundt am Wochenende für den Fall einer gesetzlichen Regulierung der Leiharbeit sogar indirekt zum offenen Rechtsbruch aufgerufen. Er kündigte an, dass die großen Unternehmen durch rechtzeitiges Auswechseln der Zeitarbeitnehmer Equal Pay nach einer bestimmten Frist umgehen können. Noch ein Grund mehr für gleiche Bezahlung ab dem ersten Tag. 

Damit legt der Arbeitgeberpräsident offen, dass es den Unternehmen bei der Leiharbeit vor allem um Kostenersparnis geht. Trotz Aufschwung schaffen sie nur zu einem kleinen Teil unbefristete und reguläre Arbeitsverhältnisse. Stattdessen entstehen derzeit hunderttausende prekäre Jobs. "Das ist nicht akzeptabel", erklärte Berthold Huber am 1. Februar auf der DGB-Bundesvorstandssitzung in Berlin. Die Parteien müssten jetzt die große Chance ergreifen, die sich im aktuellen Vermittlungsverfahren zu den Hartz-IV-Regelsätzen bietet: die schlimmsten Fehlentwicklungen auf dem Arbeitsmarkt durch Equal Pay zu begrenzen.

Auch Martin Kannegiesser, Präsident von Gesamtmetall, passt eine gesetzliche Regulierung der Leiharbeit nicht. Er spielt sogar mit der Angst der Beschäftigten um ihre Arbeitsplätze. Kannegiesser sagte, dass qualifizierte Fachkräfte über eine wirtschaftliche angemessene Zeitstrecke an den tariflichen Grundlohn herangeführt werden sollten. Geringqualifizierte sollten deutlich niedriger eingestuft werden, "weil andernfalls die Nachfrage nach Zeitarbeit und damit die entsprechenden Arbeitsplätze massiv verloren gehen werden."

Diese Argumente und Vorbehalte sind kaum nachvollziehbar. Die IG Metall fordert doch nicht Equal Pay, damit ein Produktionsarbeiter wie ein Vorstandsvorsitzender bezahlt wird. Ein Produktionsarbeiter mit einem Leiharbeitsvertrag soll bezahlt werden wie ein tarifgebundener Produktionsarbeiter. Und zwar einer, der seine Arbeit neu aufnimmt. Die von Kannegiesser geforderten Übergänge von Berufseinsteigern zur vollständigen Tarifbezahlung sind in unseren Tarifverträgen geregelt. Diese sollen angewendet werden. "Es heißt schließlich Equal Pay, nicht Better Pay", stellte Berthold Huber klar.

Ob zwölf Monate oder ein halbes Jahr - die IG Metall will Equal Pay ab sofort. Vom ersten Tag an. Für sie ist jede Frist nur ein fauler Kompromiss. Deshalb wird die IG Metall am 24. Februar 2011 einen deutschlandweiten Aktionstag gegen Leiharbeit durchführen - mit sichtbaren betrieblichen Aktionen. Die IG Metall fordert

  • "Gleiches Geld" muss die Regel für Leiharbeit werden.
  • Ein gesetzlicher Mindestlohn muss auch in Deutschland für die Leiharbeit verankert werden. Nur so ist zu verhindern, dass Verleihfirmen aus dem Ausland hierzulande Leiharbeit zu Armutslöhnen anbieten können.
  • "Heuern und feuern" muss auch für Leiharbeitnehmer und Leiharbeitnehmerinnen verboten werden, indem das sogenannte Synchronisationsverbot wieder eingeführt wird.
  • Leiharbeit darf kein Instrument zum Abbau von Stamm-Arbeitsplätzen werden. Deshalb muss es eine Höchstverleihzeit geben.

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Links und Zusatzinformationen


Berthold Huber, Erster Vorsitzender der IG Metall, zum Aktionstag am 24. Februar.
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Hotline für Mitglieder

Für alle Fragen rund um die Leiharbeit hat die IG Metall für Leiharbeitnehmer, die Mitglied sind, eine Hotline eingerichtet. Unter 0800 - 4463488 können sie sich kostenfrei beraten lassen.

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