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Gewerkschaftstag 2011: Mündliche Ergänzungen zu den Geschäftsberichten

Sichere Übernahme, gute Arbeit, faire Rente

10.10.2011 Ι Nachdem die IG Metall in der Krise mit ihrem Beschäftigungspaket für sichere Jobs gesorgt hat, will sie nun eine gerechtere Verteilung der Einkommen in Angriff nehmen. Sie fordert humane Arbeitsplätze trotz Leistungsverdichtung, Übernahme nach der Ausbildung in unbefristete Arbeitsverhältnisse sowie die ökologische Modernisierung der Industrie. Das waren weitere Themen der Aussprache auf dem Gewerkschaftstag.

Die Menschen müssen mit ihrer Arbeit ein Einkommen zum Auskommen erzielen. Das forderte Helga Schwitzer, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, in Karlsruhe. Die IG Metall setzt sich mit ihrer Tarifpolitik für mehr Verteilungsgerechtigkeit ein.

Tatsächlich sind gerade in der Wirtschaftskrise Einkommen und Vermögen immer ungleicher geworden: Die Gewinnquote stieg, die Lohnquote sank. Im Gegensatz zu diesem bundesweiten Trend hat die IG Metall Reallohnzuwächse in ihren Branchen durchgesetzt. Und sie hat während der Krise die Beschäftigung gesichert. Damit konnten die Folgen der Krise für die Arbeitnehmer, die Wirtschaft und die Gesellschaft begrenzt werden.  

Arbeit darf nicht krank machen

Nach der Krise machen die Beschäftigten allzu bekannte Erfahrungen: Die Arbeitgeber ziehen die Leistungsschraube an. Arbeitszeiten ufern aus. Arbeitszeit verfällt. Schwitzer stellte klar, dass zu guter Arbeit Leistungsbedingungen und Arbeitszeiten gehören, "die nicht krank machen und die den Wünschen der Beschäftigten entsprechen".



Demografischer Wandel und Humanisierung der Arbeit - gesellschaftliche Probleme, bei deren Bewältigung Arbeitgeber und Politik bislang versagen. Darauf ging Hans-Jürgen Urban, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, bei seinen Ergänzungen zum Geschäftsbericht ein. Er forderte altersgerechte Arbeitsplätze und Konzepte für einen flexiblen Übergang in den Ruhestand. "Nur so kann verhindert werden, dass der demografische Wandel zur unzumutbaren sozialen und gesundheitlichen Belastung für die Beschäftigten wird".

Die Beschäftigten kommen doppelt unter Druck. Einerseits verschlechtern sich die Arbeitsbedingungen durch die Ausweitung von Schichtarbeit, Stress und Arbeitshetze. Andererseits werden die rentenrechtlichen Möglichkeiten für einen früheren Ausstieg aus dem Erwerbsleben weiter zusammengestutzt. Aber: Die IG Metall werde die Arbeitgeber nicht aus der Verantwortung entlassen. Das kündigte Urban an. Die IG Metall fordert auskömmliche Renten für die Alten faire Rentenbeiträge und Berufsperspektiven für die Jungen.

Standortvorteil duale Berufsausbildung

Regina Görner, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, forderte den Ausbau des Systems der dualen Berufsbildung. "Die duale Berufsausbildung ist einer der wichtigsten Standortvorteile Deutschlands und die beste Voraussetzung für eine Integration breiter Bevölkerungsschichten in die Arbeitswelt", sagte Görner. Sie stellte fest, dass die IG Metall die Ausweitung der Schmalspurausbildungen bremsen konnte. Stattdessen wird über sinnvolle Modelle für leistungsschwächere Schulabgänger diskutiert.

Die Lebenswelt der jungen Generation wird inzwischen immer mehr geprägt durch Leiharbeit, Praktika, Werkverträgen oder Befristungen. Die Folgen sind miese Bezahlung, unsichere Lebensverhältnisse, Arbeitsschutzprobleme. Meist ohne Beteiligungs- und Mitbestimmungsmöglichkeiten. Der Übergang in ein unbefristetes Beschäftigungsverhältnis ist längst zu einer Schlüsselstelle für eine halbwegs gute Arbeit geworden.

Dass sich inzwischen viele junge Menschen der Operation Übernahme angeschlossen haben, ist ein Beleg dafür, dass die Jugend bereit ist, ihren Beitrag zu leisten. Das hat sie auch beim Aktionstag am 1. Oktober 2011 in Köln gezeigt.



Ökologische Modernisierung und soziale Gerechtigkeit

Umwelt und Arbeit sind keine Gegensätze. "Allerdings muss ökologische Modernisierung mit sozialer Gerechtigkeit untrennbar einher gehen", sagte Wolfgang Rhode, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall. Dabei gehe es einerseits um neue Leitmärkte für Umwelttechnologie. Andererseits verändert der technische Wandel und neue Anforderungen das Gesicht vieler Branchen. Doch klar ist: Auch in den neuen Ökobranchen brauchen wir gute Arbeitsbedingungen.

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