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Gewerkschaftstag 2011: Interview mit einem Präsidiumsmitglied

Die Dienstleister der Delegierten

04.10.2011 Ι Bilanz ziehen und die Schwerpunkte der nächsten vier Jahre festlegen - auf die Delegierten des Gewerkschaftstages wartet nächste Woche eine Menge Arbeit. Unterstützung bekommen sie dabei vom Präsidium des Gewerkschaftstages, das sie durch den Kongress leitet. Wir haben das designierte Präsidiumsmitglied Karola Pieschnik gefragt, wie sie und ihre Mitstreiter das machen.
Karola, Du bist designiertes Mitglied des Präsidiums auf dem 22. Ordentlichen Gewerkschaftstag der IG Metall. Was ist die Aufgabe des Präsidiums?
Formal steht in der Geschäftsordnung, dass das Präsidium die Versammlungsleitung hat. Praktisch sehe ich das Präsidium als "Dienstleister der Delegierten" an. Das heißt, dass wir für die Delegierten den Gewerkschaftstag so organisieren und Abläufe so erklären und strukturieren, dass sich die Delegierten voll und ganz auf ihre wichtigen Aufgaben konzentrieren können.

Bei fast 500 Delegierten und rund 480 Anträgen klingt das nach einer großen Herausforderung. Wie macht ihr das?
Das wichtigste ist, allen Teilnehmern und Teilnehmerinnen Raum für ihre Argumente und Einschätzungen zu geben, jede und jeden gleich zu behandeln und ernst zu nehmen und in der Aufgabe als Sitzungsleitung keine Partei zu ergreifen. Die Delegierten bestimmen in dieser Woche des Gewerkschaftstages den Weg für die nächsten Jahre. Das ist eine verantwortungsvolle Aufgabe. Aber es ist nicht verboten, dass Gewerkschaftsarbeit auch Spaß machen kann.

Wie wird man Mitglied des Präsidiums?
Gewählt wird das Präsidium auf dem Gewerkschaftstag durch die Delegierten. Es besteht aus dem ersten und zweiten Vorsitzenden und einem Vertreter aus jedem Bezirk. Bei uns in NRW wurde ich auf der ersten bezirklichen Delegiertenvorbesprechung vorgeschlagen.

Du hast bereits an früheren Gewerkschaftstagen teilgenommen und warst schon mehrfach im Präsidium. Demnach weißt Du, wie der Kongress abläuft. Was hast Du Dir für die Kongresswoche in Karlsruhe vorgenommen?
Tja, was habe ich mir vorgenommen? Da ich selbst Ehrenamtliche bin und auch an diesem Gewerkschaftstag wieder viele ehrenamtliche Delegierte teilnehmen, werde ich einfach sein wie ich bin. Das heißt, mich nicht verbiegen, sagen was ich für notwendig halte und immer versuchen, mich in die Teilnehmer hinein zu versetzten.

Was sind aus Deiner Sicht die Höhepunkte des Kongresses?
Ich kann jetzt gar nicht sagen, dass es für mich einen bestimmten Höhepunkt gibt. Für mich ist wichtig, dass von diesem Kongress etwas ausgeht. Das wir als Metallerinnen und Metaller uns um die Belange der Beschäftigten kümmern, dass wir verantwortungsvoll unsere Ziele verfolgen. Die Menschen sollen sehen, dass wir nicht alte und verstaubte Dinosaurier sind, sondern modern, verantwortungsbewusst kämpferisch und jung.

Was wünschst Du Dir für diese Woche?
Faire aber harte Diskussionen bei der Findung von Entscheidungen und dann die notwendige Stärke bei der gemeinsamen Umsetzung.

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Zur Person

Karola Pieschnik

Karola Pieschnik ist eines von sieben ehrenamtlichen Präsidiumsmitgliedern auf dem 22. Ordentlichen Gewerkschaftstag der IG Metall.

Die Betriebsrätin arbeitet bei der Herbert Kannegiesser GmbH und ist seit 1976 ehrenamtlich in der IG Metall aktiv - unter anderem im Ortsvorstand der IG Metall Herford und als Referentin der Bildungskooperation "Wir in Ostwestfalen-Lippe".

Was bedeutet designiert?
Die sieben Bezirke schlagen aus dem Kreis der Delegierten je einen Kandidaten für das Präsidium vor. Die eigentliche Wahl dieses Gremiums findet zu Beginn des 22. Ordentlichen Gewerkschaftstages statt. Außer den sieben Vertretern aus den Bezirken gehören dem Präsidium noch der Erste und Zweite Vorsitzende der IG Metall an.

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