IG Metall
IGMetall.de - Springe direkt:
Inhalt
     
huber_metallzeitung

Gespräch mit Berthold Huber

"Die Arbeit im Betrieb ist entscheidend"

13.10.2011 Ι Die IG Metall konnte ihre Mitglieder nicht nur halten, sie wächst auch wieder. Für den neuen und alten Ersten?Vorsitzenden,?Berthold Huber, ein Erfolg, und vor allem auch für die Betriebsräte und Vertrauensleute in den Betrieben. Darüber sprachen wir mit ihm.

Was hat Dich in den letzten vier Jahren am meisten gefreut?
Zum ersten Mal seit 18 Jahren sind wir wieder gewachsen. Wir haben in diesem Jahr ein echtes Mitgliederplus. Besonders freut mich, dass die jungen Menschen uns vertrauen. Jedes zweite neue Mitglied ist unter 27 Jahre alt.

Wie kommt's?
Wir haben einen guten Job gemacht. Und mit wir meine ich vor allem unsere Betriebsräte und Vertrauensleute. Während die Krisenverursacher sich vom Staat retten ließen, haben sie für Kurzarbeit gekämpft und die Krise genutzt, um Beschäftigte zu qualifizieren. Ohne sie wäre unsere Forderung "keine Entlassungen in der Krise" nicht so ­erfolgreich gewesen. Die Arbeit im Betrieb ist entscheidend.

Rollt in Europa die nächste Krise auf uns zu?
Es gibt Anzeichen für eine neue Bankenkrise. Das könnte für die Realwirtschaft brenzlig werden. Ich fürchte, das ­rasante Auf und Ab der Wirtschaft wird weitergehen. Deshalb warne ich davor, ausgerechnet jetzt die erweiterte Kurzarbeiterregelung aus der Krise wieder zurückzunehmen.

Hat die Politik nichts gelernt?
Sie hat es versäumt, den Finanzsektor zu regeln. Das ist fahrlässig. Sie muss Schluss machen mit dem Gezocke gegen die Menschen in Europa.


Was ist für Dich die Herausforderung der Zukunft?
Wir müssen den Spagat hinkriegen, unsere Lebensgrundlagen nicht weiter zu zerstören und Arbeitsplätze zu erhalten. Wir brauchen ein qualitatives Wachstum. Wie wir uns das vorstellen, haben wir bei der Elektromobilität gezeigt. Das wollen wir auch in anderen Feldern, wie Ressourcenverbrauch oder dem Umstieg auf erneuerbare Energie. Noch ist die Metall- und Elektroindustrie zu oft Teil des Problems, aber sie verfügt über viele Technologien, um viele Probleme zu lösen.

Worüber möchtest Du Dich in vier Jahren freuen?
Über deutlich weniger junge Menschen in unsicheren Jobs.  Heute sind das 38 Prozent der 15- bis 25-Jährigen. Was die Wirtschaft der jungen Generation zumutet, ist ungerecht. Zukunft sieht anders aus.

IG Metall

Interessen erfolgreich durchsetzen.

Links und Zusatzinformationen
box_gewerkschaftstagsportal
Das Web-Portal zum Gewerkschaftstag

Umschauen. Informieren. Mitdiskutieren.

Servicebereich