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Gespräch mit Bertin Eichler über die Verwendung der Beiträge der IG Metall

Das Geld der IG Metall

30.03.2011 Ι Die IG Metall finanziert sich durch die Beiträge ihrer Mitglieder. Hauptkassierer Bertin Eichler erklärt im Interview mit der Redaktion, wie das Geld der IG Metall verwendet wird.

Wie hoch ist denn der Beitrag, den ein IG Metall-Mitglied für seine Gewerkschaft zahlt?
Wer wie viel Beitrag zahlt, ist in der Satzung der IG Metall festgelegt. Beschäftigte zahlen ein Prozent ihres Bruttoentgelts. Deren durchschnittlicher Betrag liegt zurzeit bei 23,74 Euro. Rentnerinnen undRentner zahlen 0,5 Prozent ihrer Rentenbezüge. Darüber hinaus gibt es noch weitere Regelungen. Zum Beispiel für Schüler, Studenten, Arbeitslose oder Mitglieder in Elternzeit.

Ab April steigen die Tarifentgelte für die Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie. Was bedeutet das für ihre Beiträge?
Der Tarifabschluss sieht ab 1. April 2011 eine Entgelterhöhung von 2,7 Prozent vor. In vielen Firmen wurde von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, die Erhöhung vorzuziehen, was uns für unsere Mitglieder natürlich freut. Parallel zu der Erhöhung werden, wie es die Satzung vorsieht, die Beiträge angepasst. Wir stellen damit natürlich auch sicher, dass unsere Mitglieder ihren Anspruch auf Leistungen nicht verlieren.

Wie hoch sind denn die Beitragseinnahmen?
Im vergangenen Jahr lagen sie bei 442 Millionen Euro. Das war mehr, als wir aufgrund der Krise erwarten konnten.

Und was geschieht mit dem Geld?
Der größte Teil der Einnahmen geht unseren 163 Verwaltungsstellen zu. 2010 waren dies 159 Millionen Euro. Das sind 36 Prozent - Geld, das für die Mitgliederbetreuung und politische Arbeit vor Ort eingesetzt wurde. Künftig kommen weitere 16 bis 20 Millionen Euro hinzu. Unsere Verwaltungsstellen erhalten diese zusätzlichen Mittel, um die Präsenz der IG Metall in den Betrieben zu stärken und mehr Mitglieder zu gewinnen.

Was bietet die IG Metall ihren Mitgliedern denn noch?
Wichtige Leistungen der IG Metall sind vor allem die Streikunterstützung und der Rechtsschutz. In den letzten Jahren konnten jeweils mehr als 330 Millionen Euro für Gewerkschaftsmitglieder erstritten werden. 15 Prozent unserer Einnahmen legen wir für die Streikkasse und die Verpflichtungen gegenüber unseren Mitgliedern und Beschäftigten zurück. Für weitere Unterstützungsleistungen, wie zum Beispiel die Freizeit- Unfallversicherung oder die Hilfe im Todesfall, wurden im letzten Jahr rund 24 Millionen Euro an Mitglieder gezahlt.

Ein großer Posten war bisher immer die Bildung. Bleibt das in Zukunft so?

Ja. Für regionale Bildungsangebote und die Bildungsstätten hat die IG Metall 2010 rund 28,7 Millionen Euro ausgegeben. Etwa 80 000 Mitglieder haben sie genutzt. In Zukunft wollen wir uns in derBildung weiter stark engagieren und attraktive Angebote - in attraktiver Lernumgebung - bieten. Kommenden September zum Beispiel weihen wir den Neubau unserer Bildungsstätte in Sprockhövel ein.

Wer entscheidet eigentlich, wo wie viel Geld hinfließt?
Das entscheidet unser oberstes Gremium, der Gewerkschaftstag. Er beschließt die Satzung, in der diese Regelungen festgelegt sind. Außerdem haben wir eine - von den Einnahmen abhängige - Budgetierung. Darüber wiederum beschließt der Vorstand.

Über die Höhe ihrer Rücklagen schweigt sich die IG Metall immer aus. Warum eigentlich?
Das hat einen guten Grund. Im Falle eines Arbeitskampfes dürfen wir für die Arbeitgeber nicht - und das kann man schon fast wörtlich nehmen - berechenbar sein. Darum reden wir nicht darüber, wie gut die Streikkasse gefüllt ist. Aber eines kann ich sagen: Die IG Metall ist finanziell gut aufgestellt und solide abgesichert. Und das muss sie auch sein. Wir sind jederzeit streik- und handlungsfähig.

Die Rücklagen sind sicher angelegt? 
Ja, auf jeden Fall. Die IG Metall betreibt eine vorsichtige Anlagepolitik. Die Anlagen sind breit gestreut. Darüber hinaus bilanzieren wir nach den strengen Regeln des Handelsgesetzbuchs, obwohl wir es nicht müssten, und lassen unseren Jahresabschluss von Wirtschaftsprüfern testieren. Nicht zuletzt ist auch daran erkennbar, dass wir mit den Beiträgen unserer Mitglieder verantwortungsvoll und sorgsam umgehen.

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Links und Zusatzinformationen
Wer zahlt wieviel Beitrag im Monat?

Welches Mitglied wieviel Beitrag zahlt, ist in der Satzung der IG Metall festgelegt. Die Höhe hängt vom jeweiligen Einkommen ab. 2010 haben die Mitglieder 442 Millionen Euro an die IG Metall überwiesen.

  • Voll- und Teilzeitbeschäftigte, Azubis, Beschäftigte im berufsbegleitenden Studium: ein Prozent des Bruttoeinkommens

  • Mitglieder in Elternzeit: 1,53 Euro

  • Beschäftigte in Altersteilzeit: min. 70 Prozent des vorherigen (Vollarbeitszeit-)Beitrags

  • Arbeitslose: 1,53 Euro

  • Rentner, Kranke mit Krankengeldbezug und Umschüler: 0,5 Prozent ihres Einkommens

  • Studenten: 2,05 Euro

Wer seinen Beitrag korrekt zahlt, hat Anspruch auf alle Leistungen, die die IG Metall bietet.

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