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Familie und Beruf: weniger Elterngeld durch Sparpaket. Foto: Nebuto/Fotolia.de

Familie und Beruf: weniger Elterngeld durch Sparpaket

Weniger für Eltern

14.10.2010 Ι Viele Familien bekommen durch das Sparpaket künftig weniger Elterngeld. Die Bundesregierung zückt den Rotstift an der falschen Stelle, meint die IG Metall und kritisiert die Einschnitte. Denn die Kürzungen treffen vor allem kleine und mittlere Einkommen.

Am einstigen Prestigeprojekt Elterngeld der früheren Familienministerin Ursula von der Leyen ist der Lack ab. Das Elterngeld, das es seit 2007 gibt, wird durch das Sparpaket der Bundesregierung teilweise drastisch beschnitten. Betroffen sind vor allem Eltern mit kleinem und durchschnittlichem Einkommen. Bisher erhielten Eltern, die nach der Geburt eines Kindes pausieren, bis zu 14 Monate lang 67 Prozent ihres letzten Nettolohnes. Gezahlt wurden mindestens 300 Euro, höchstens jedoch 1800 Euro. Bei Nettoeinkommen über 1240 Euro sollen künftig nur noch 65 statt 67 Prozent gezahlt werden. Schätzungsweise 200 000 Eltern in Deutschland werden dadurch weniger Geld bekommen. Die Einbußen können je nach Höhe des Einkommens bis zu 50 Euro im Monat ausmachen.

Jeden Cent umdrehen
Ganz dicke kommt es für Empfänger vonHartz IV, die bisher 300 Euro Elterngeld bekamen und die nun ganz leer ausgehen. 130 000 Familien sind von dieser besonders schmerzhaften Sparmaßnahme betroffen. Ausgerechnet die Eltern, die jeden Cent umdrehen müssen, werden zur Kasse gebeten. Die IG Metall kritisiert das als höchst ungerecht undwill dagegen mobilisieren. Ein schwacher Trost sind die Bildungsangebote, die von der Leyen zur Unterstützung von einkommensschwachen Familien einführen will. Kinder von Hartz-IV-Familien sollen Nachhilfe, Schulmaterial und Vereinsgebühren eventuell über eine Chipkarte erhalten. Die IG Metall befürchtet aber, dass die Kinder aus einkommensschwachen Familien dadurch stigmatisiert werden könnten.

Gewusst wie: Elterngeld planen
Maximal 14 Monate gibt es die Lohnersatzleistung für eine Auszeit vom Job.

  • Die Einkünfte in den zwölf Monaten vor dem Mutterschutz sind die Berechnungsgrundlage.
  • Wer Nachwuchs plant und verheiratet ist, sollte rechtzeitig in die für das Elterngeld günstige Steuerklassenkombination IV/IV wechseln.
  • Steuersparende Freibeträge auf der Lohnsteuerkarte erhöhen das Nettoeinkommen und damit das spätere Elterngeld.

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Infomaterial zum Thema
Elterngeld und Elternzeit

Die IG Metall bietet zum Thema "Elterngeld und Elternzeit" Broschüren und Faltblätter im Shop zum Bestellen an.

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