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Experten legen Frühjahresgutachten vor

Experten legen Frühjahresgutachten vor

Rückenwind für die Tarifrunde der IG Metall

23.04.2012 Ι Allen Unkenrufen zum Trotz: Die deutsche Wirtschaft ist auf Wachstumskurs. Das sagten die Wirtschaftsforscher in ihrem Frühjahresgutachten Mitte April. Ihre Prognosen stützen die Position der IG Metall in der Metall-Tarifrunde. Die Gewerkschaft sagt: Es ist mehr drin als die drei Prozent, die die Arbeitgeber letzte Woche in der Tarifverhandlung angeboten hatten.

Wirtschaftlich geht es in Deutschland aufwärts. Mitte April legten die acht führenden Forschungsinstitute ihr Frühjahrsgutachten vor. Die Experten rechnen mit zwei Prozent Wachstum für 2013 und erwarten für dieses Jahr einen Zuwachs von 0,9 Prozent. Ursache für diese positive Entwicklung sei unter anderem die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen. Das bedeutet, die deutschen Firmen können ihre Produkte im In- und Ausland gut absetzen. Und auch die Gewinnzahlen stimmen: Im Durchschnitt stieg die Umsatzrendite um 4,2 Prozent. Das ist der Gewinn im Verhältnis zum Umsatz.


 

Dass nun die Arbeitgeber ein Angebot für eine Entgelterhöhung von drei Prozent für die Dauer von 14 Monate anbieten, ist unter diesen Gegebenheiten ein völlig ungenügendes Angebot. Denn umgerechnet auf ein Jahr, also eine Laufzeit von zwölf Monaten, sind das gerade einmal 2,57 Prozent.


Die IG Metall weiß: Es gibt auch wirtschaftliche Risiken. Die Konjunktur in der Europäischen Union wird gedämpft durch die drastischen Sparprogramme in den europäischen Krisenländern. In dieser Situation halten Wirtschaftsexperten die Inlandsnachfrage für wichtig, damit die Wirtschaft sich stabil entwickeln kann. Damit die Menschen mehr konsumieren können und so die Wirtschaft in Schwung bringen, brauchen sie mehr Geld in der Tasche. Nur wenn die Löhne real steigen - also mehr als die Inflationsrate - können sie die Binnennachfrage stärken.


Nachdem nun auch die Benzinpreise eine schwindelerregende Höhe erreicht haben, wird der Druck auf die Geldbeutel der Arbeitnehmer steigen. Die Entgelterhöhung, die die Arbeitgeber bisher anbieten, könnte höchstenfalls die steigenden Preise ausgleichen. Mehr nicht. Das Angebot berücksichtigt weder das erfolgreiche Jahr 2011 der Branche noch die stabilen Aussichten für dieses Jahr. Und auch nicht die Leistung der Beschäftigten. Die Produktivität ist 2011 im Vergleich zum Vorjahr um 6,7 Prozent gestiegen, das heitß, dass die Beschäftigten bei gleichem Einsatz und gleicher Bezahlung mehr Waren produziert haben. Eine Lohnerhöhung von 6,5 Prozent könnten die Metall-Arbeitgeber darum sogar ohne Mehraufwand finanzieren. 

 

Höhere Löhne sind wichtig, damit sich die Menschen etwas leisten können - mehr als nur das Allernotwendigste zum Leben. Doch es geht auch darum, die Beschäftigten fair an dem vor allem von ihnen erwirtschafteten Wohlstand zu beteiligen. Das Angebot, das die Arbeitgeber am 18. April und den folgenden Tagen gemacht haben, ist kein Lösungsvorschlag, sondern der Versuch, die Metallerinnen und Metaller hinzuhalten. Sie haben eine gute Chance vertan, möglichst schnell - noch in der Friedenspflicht - eine Lösung zu erreichen. Die Friedenspflicht, innerhalb der keine Warnstreiks erlaubt sind, endet am 28. April. Die Arbeitgeber haben keinen neuen Verhandlungstermin vor dem 11. Mai angeboten. Jetzt dürfen sie sich nicht wundern, wenn es Anfang Mai zu massiven Warnstreiks kommt.  

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Metall-Tarifrunde 2012

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Wozu sind Tarifverträge gut?

Tarifverträge regeln Löhne, Gehälter und Vergütungen für Auszubildende - aber auch die Zahl der Urlaubstage, Urlaubs- und Weihnachtsgeld und wie lange Beschäftigte arbeiten müssen. Ohne Tarifverträge sind die Arbeitszeiten länger und der Urlaub kürzer - laut Gesetz nur 20 Arbeitstage. Meist gelten die Tarifverträge für ein Jahr oder auch länger. Wenn sie ablaufen, wird über neue verhandelt.

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