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© Jens Häuser

Europaweiter Aktionstag

Siemens- und Alstom-Beschäftigte für sichere Arbeitsplätze

30.05.2018 Ι Fusion in der Bahnindustrie: Siemens Mobility und Alstom gehen zusammen. Bei einem europaweiten Aktionstag sind heute Tausende Beschäftigte für Sicherheiten und Garantien für alle Standorte in Europa eingetreten. Bislang haben die Unternehmen nur für die deutschen und französischen Standorte konkrete Zusagen gemacht.

Tausende Beschäftigte von Alstom und Siemens Mobility, der Bahnindustriesparte von Siemens, traten heute bei einem europäischen Aktionstag für Sicherheiten für ihre Arbeitsplätze ein. In Deutschland waren rund 9000 Beschäftigte beteiligt, unter anderem in Berlin, Erlangen, Essen, Krefeld, München, Salzgitter und Wegberg-Wildenrath. Morgen folgen die Beschäftigten von Siemens Mobility in Braunschweig.


Ende des Jahres wollen die beiden Bahntechnikhersteller fusionieren - und viele Beschäftigte sind weiterhin verunsichert. Sie befürchten, dass durch die angekündigten Synergien der Fusion Arbeitsplätze in Europa wegfallen.


Konkrete Zusagen für Arbeitsplätze und Standorte für bis zu vier Jahre haben die Unternehmen bislang nur in Deutschland und Frankreich gemacht. In Deutschland hatte die IG Metall bereits Ende letzten Jahres eine Vereinbarung zur Fusion durchgesetzt.
 


Siemens-Beschäftigte in Krefeld während des europäischen Aktionstages.


Allerdings arbeitet nur rund die Hälfte der europaweit rund 40 000 Beschäftigten von Siemens Mobility und Alstom in Deutschland und Frankreich. Die europäischen Gewerkschaften fordern deshalb vergleichbare Sicherheiten für alle europäischen Standorte.


Für sichere Jobs und Investitionen - Politik gefordert

Zu dem Aktionstag hat IndustriAll aufgerufen, die Dachorganisation der europäischen Industriegewerkschaften. Die Gewerkschaften fordern, dass Alstom und Siemens Mobility in allen Ländern Verhandlungen über die Sicherung von Standorten und Arbeitsplätzen aufnehmen. Das fusionierte Unternehmen soll sich nicht einseitig an den Finanzmärkten orientieren, sondern eine klare langfristige industrielle Ausrichtung bekommen. Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie in die Qualifizierung der Beschäftigten sollen langfristig gesichert werden. Zudem sollen bei der Fusion die Rechte der Arbeitnehmer auf Mitbestimmung und Beteiligung gewahrt werden.


Bereits Ende Mai hatte der Europäische Betriebsrat von Siemens - das Siemens Europe Committee (SEC) - in einer Resolution gefordert, "dass die betroffenen Mitarbeiter des neuen Unternehmens nicht mit Ängsten in diese Fusion gehen, sondern gemeinsam den europäischen Champion für die Welt der Mobilität bauen helfen."


Dabei sieht das SEC auch die Politik in der Verantwortung, die europäische Bahnindustrie als Schlüsselindustrie gegen die internationale Konkurrenz langfristig zu stärken.


"Es fehlen bisher auf allen Ebenen ein klares Bekenntnis und industriepolitische Weichenstellungen für die Bahntechnik in Europa und in Deutschland", kritisiert Jürgen Kerner, Hauptkassierer der IG Metall und Aufsichtsratsmitglied der Siemens AG. "Diese Haltung muss sich grundsätzlich ändern, denn die Konkurrenz aus Fernost agiert mit starker politischer Flankierung im Hintergrund."


Jetzt Spitzengespräche mit dem Personalmanagement

Die Arbeitnehmervertreter treffen sich nun zu Spitzengesprächen mit dem Personalmanagement von Alstom und Siemens. Mit dem europäischen Aktionstag wollen die europäischen Arbeitnehmer ein Zeichen der Solidarität aussenden: Wir treten für gleiche Chancen für alle ein und lassen uns nicht gegeneinander ausspielen.

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Werner Bachmeier
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