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Proteste von Manroland-Beschäftigten; Foto: IG Metall

EU-Hilfe für Manroland-Beschäftigte

Für die Betroffenen viel erreicht

19.09.2012 Ι Der Einsatz der IG Metall für die 2300 entlassenen Manroland-Beschäftigten hat Früchte getragen. Auf Initiative der IG Metall hat die Europäische Kommission über den Europäischen Globalisierungsfonds (EGF) 5,3 Millionen Euro locker gemacht, damit die Betroffenen leichter eine Anschlussbeschäftigung finden.

"Wir als IG Metall haben uns bei der Bundesagentur für Arbeit und im Wirtschaftsministerium massiv für diese Unterstützung mit europäischen Geldern eingesetzt. Ohne uns hätte das nicht geklappt", kommentierte IG Metall-Vorstandsmitglied Jürgen Kerner den positiven Bescheid aus Brüssel.

Die Insolvenz von Manroland an drei Standorten Anfang dieses Jahres war für die Beschäftigten ein herber Schlag. Betroffen waren rund 4700 Beschäftigte an den Standorten Augsburg, Offenbach und Plauen. In Augsburg fand sich in der Possehl-Gruppe relativ zügig ein neuer Eigentümer. 1390 Mitarbeiter wurden weiter beschäftigt. 741 Stellen fielen weg. Am Standort Offenbach fielen 970 Stellen weg, 824 Mitarbeiter wurden weiter beschäftigt. Am Standort Plauen wurden 303 Mitarbeiter weiter beschäftigt, 354 Stellen fielen weg.  

Folgen der Globalisierung

Die IG Metall hatte sich nach der Insolvenz dafür stark gemacht, dass die Betroffenen rasch eine Anschlussbeschäftigung finden. Im Rahmen der Insolvenz konnte die IG Metall für die vom Arbeitsplatzverlust betroffenen Mitarbeiter eine Transfergesellschaft vereinbaren. Das Geld dafür steuerten die beiden Hauptanteilseigner Allianz und MAN bei.

Mit dem Argument, dass die Insolvenz von Manroland eine Folge der Globalisierung - sprich der harten Konkurrenz aus Indien, China und anderen Schwellländern ist, setzte sich die IG Metall dafür ein, Mittel des Europäischen Globalisierungsfonds (EGF) für die Betroffenen zu bekommen. Ziel war, diejenigen ehemaligen Manroland-Beschäftigten zu unterstützen, die während der Laufzeit der Transfergesellschaft nicht in Arbeit vermittelt werden konnten. Die Mittel muss die Bundesregierung beantragen und die Europäische Kommission genehmigen. 

Unterschriften nach Brüssel

Der Antragsprozess dauerte vier Monate. Währenddessen trommelte die IG Metall weiter um Unterstützung. "Wir haben mit Abgeordneten, die das Thema betreuen, Kontakt aufgenommen und sie über den Fall Manroland informiert. Außerdem hat die IG Metall an den drei Standorten Unterschriftensammlungen initiiert und diese an die Mitglieder des zuständigen Ausschusses in Brüssel weitergeleitet", erklärt Jürgen Kerner. "Was wir da gestemmt haben, ist ziemlich einzigartig." Mitte September kam nun der positive Bescheid aus Brüssel mit der Bewilligung von 5,3 Millionen Euro.

Christiane Jansen, die IG Metall-Bevollmächtigte von Augsburg, begrüßte die Zusage der EU-Hilfe. In Augsburg sind über 700 Manroländer in die Transfergesellschaft gewechselt. Davon sind bisher über die Hälfte in einen neue Beschäftigung vermittelt worden. Die Laufzeit der Transfergesellschaft ist um drei Monate verlängert worden. 
 

Regelmäßige Treffen

Die Gelder aus dem EGF-Topf sind für Qualifizierungen vorgesehen. "Das kann berufliche Weiterbildung sein, das können Computer- oder Sprachkurse sein, aber auch Kurse zur Existenzgründung sind möglich", erklärt Jansen. Auch in Offenbach wurde die Nachricht positiv aufgenommen. Laut IG Metall-Bevollmächtigte Marita Weber ist mit einer Verlängerung der Transfergesellschaft für bestimmte Härtefälle zu rechnen.

Wichtig ist die Betreuung und der Kontakt mit den ehemaligen Manroländern. In Augsburg veranstaltet die IG Metall regelmäßig Treffen der früheren Beschäftigten von Manroland, die sich in der Transfergesellschaft gewechselt sind. "Das stärkt den Zusammenhalt und kommt bei den Leuten gut an, weil sie merken, sie sind nicht allein mit ihrem Problem. Da sind einige auf mich zu gekommen, um sich bei der IG Metall persönlich zu bedanken", sagt Jansen.   

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