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Erste Tarifverhandlung mit den Verbänden der Zeitarbeitgeber

Erste Tarifverhandlung mit den Verbänden der Zeitarbeitgeber

Noch ein gutes Stück vom Ziel entfernt

22.02.2012 Ι Leiharbeitnehmer in der Metallbranche sollen für gleiche Arbeit gleiches Geld erhalten. Diesem Ziel will sich die IG Metall jetzt annähern und hat heute erstmals darüber mit den Zeitarbeitsverbänden verhandelt. "Wir stehen am Anfang schwieriger Verhandlungen", erklärte Helga Schwitzer, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall. Sie führte in Düsseldorf die Gespräche für die IG Metall.

"Leiharbeitnehmer werden fast ausnahmslos erheblich schlechter bezahlt als Stammbeschäftigte. Das will die IG Metall ändern", äußerte sich die IG Metall-Tarifexpertin Helga Schwitzer. Deshalb verhandelt die IG Metall mit den Zeitarbeitsverbänden über einen Branchenzuschlag für die Metall- und Elektroindustrie. Dieser Zuschlag wird aber noch nicht Equal Pay erreichen. Um die Lohnlücke weiter zu schließen, sollen Betriebsräte zusätzlich die Möglichkeit erhalten, mit ihrem Betrieb Einsatzzulagen auszuhandeln.

Noch kein sichtbares Ergebnis

Die Leiharbeitsverbände IGZ (Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen) und BAP (Bundesverband der Personaldienstleister) geben sich offen. Trotzdem brachte die erste Verhandlung mit der IG Metall noch kein sichtbares Ergebnis. Nach rund drei Stunden wurde sie am heutigen Mittwoch vertagt. "Eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht. Wir sind noch ein gutes Stück entfernt von unserem Ziel, dass Leiharbeitnehmer fair bezahlt werden", sagte Helga Schwitzer.

Die IG Metall fängt nicht bei Null an. Bereits über 1200 Besservereinbarungen gibt es in der Metall- und Elektrobranche. Darin haben Betriebsräte geregelt: Wenn ein Betrieb Leiharbeiter einsetzt, dann nur zu bestimmten Konditionen wie zum Beispiel: Dass sie die gleichen Löhne wie die Stammbeschäftigten erhalten, der Betrieb sie nur für eine bestimmte Zeit einsetzen darf oder die Zahl der Leiharbeitnehmer insgesamt begrenzt sein muss.

Das will die IG Metall jetzt für die ganze Branche erreichen. Darum verhandelt sie zusätzlich ab März mit den Metall-Arbeitgebern über mehr Mitspracherechte für Betriebsräte in den Einsatzbetrieben. Welches Ergebnis am Ende herauskommt, hängt auch davon ab, ob die Stamm- und Leihbeschäftigten es schaffen, mit gemeinsamen Aktionen Druck auf die Arbeitgber auszuüben.

Gesetzgeber bleibt gefordert

"Tarifpolitisch können wir die Bezahlung aber nur in den Branchen verbessern, für die wir als IG Metall zuständig sind", erklärte Schwitzer. Leiharbeit werde zudem immer öfter missbraucht, um Stammarbeitsplätze zu ersetzen und Belegschaften in Beschäftigte erster und zweiter Klasse zu spalten. Um diese Spaltung und die in vielen Bereichen skandalösen Bedingungen der Leiharbeit grundlegend zu beseitigen, bleibe nach wie vor der Gesetzgeber gefordert.

Am 20. März sollen die Verhandlungen fortgesetzt werden.

Tarif

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Links und Zusatzinformationen
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Hotline für Mitglieder

Für alle Fragen rund um die Leiharbeit hat die IG Metall für Leiharbeitnehmer, die Mitglied sind, eine Hotline eingerichtet. Unter 0800 - 4463488 können sie sich kostenfrei beraten lassen.

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