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Entwicklung der Arbeitszeit in Deutschland

Stabile Jobs statt längerer Arbeitszeiten

02.09.2011 Ι Arbeit gibt es in den Betrieben genug. In der Metall- und Elektroindustrie wird sogar noch länger als vor der Krise gearbeitet. Eine Analyse des Instituts für Arbeit und Qualifikation (IAQ) belegt, dass die tatsächliche Arbeitszeit inzwischen bei 41 Stunden pro Woche liegt. Diese Entwicklung ist ganz im Sinne der Unternehmen. Es ist Zeit, endlich stabile Jobs zu schaffen, statt die Arbeitszeiten ausufern zu lassen.

Der wirtschaftliche Aufschwung bringt den Beschäftigten auch lägere Arbeitszeiten. Tatsächlich verbringen die Beschäftigten sogar noch mehr Zeit an ihrem Arbeitsplatz als vor der Krise. Das belegt eine Analyse des Instituts für Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen. Im ersten Quartal 2011 arbeiteten die Beschäftigten der Metall- und Elektoindustrie im Durchschnitt 41 Stunden in der Woche. Laut Tarifvertrag liegt die Arbeitszeit in dieser Branche in Westdeutschland bei 35 Stunden und in Ostdeutschland bei 38 Stunden.


Feste Jobs statt Leiharbeit

Die längeren Arbeitszeiten sind ein Beleg für die Flexibilität der Beschäftigten und ihre Bereitschaft, auf Anforderungen des Unternehmens zu reagieren. Doch das darf keine Einbahnstraße bleiben. "Es ist Zeit für stabile Jobs statt der weiteren Ausdehnung der Arbeitszeiten oder prekärer Beschäftigung", forderte Helga Schwitzer, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall und Expertin für Tariffragen.

Diese Flexibilität der Beschäftigten ist ganz im Sinne der Unternehmen. Je nach Auftragslage verlängern sich die Arbeitszeiten oder sinken. Neue Arbeitsplätze werden bei Bedarf höchstens befristet oder in Leiharbeit geschaffen. So werden immer mehr Menschen in unsichere und prekäre Arbeitsverhältnisse gedrängt. Meistens sind die Jungen davon betroffen.


Experten sehen sogar Gefahren für das Beschäftigungswachstum. Denn ohnehin entsteht ein Großteil der neuen Arbeitsplätze nur in prekärer Beschäftigung. Wenn zudem jetzt noch die Arbeitszeit des einzelnen Arbeitnehmers immer länger wird, bremst das den Beschäftigungsausbau bei der regulären Beschäftigung zusätzlich. So sieht es Steffen Lehndorff, Arbeitszeit-Experte der Universität Duisburg-Essen.

Zeitsouveränität für die Beschäftigten

Flexibilität ist gut. Aber der grenzenlose Ausbau der Arbeitszeit nutzt vor allem den Unternehmen. Es muss Grenzen beim Aufbau von Arbeitszeitguthaben geben. "Flexibilität darf keine Einbahnstraße sein, sondern muss auch den Beschäftigten zugute kommen", forderte Helga Schwitzer. So könnten die Arbeitszeitguthaben für familienfreundliche Arbeitszeiten, Gesundheitsförderung und mehr Zeitsouveränität genutzt werden. Dabei geht es nicht um die Anpassung an Maschinenlaufzeiten. Die Beschäftigten wollen flexible Arbeitszeitregelungen, die dem einzelnen mehr Zeitsouveränität ermöglichen.

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