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Einkommen: Beschäftigte müssen vom Aufschwung profitieren

Einkommen: Beschäftigte müssen vom Aufschwung profitieren

Ein Kurswechsel für gerechtere Einkommen

19.08.2010 Ι Seit die Wirtschaft wieder wächst, diskutieren Arbeitnehmer und ihre Gewerkschaften, Medien und Politik darüber, wie die Beschäftigten gerecht beteiligt werden können. Nachschlag oder nicht? Im Metalltarifvertrag gibt es für diesen Fall gute Möglichkeiten für mehr Einkommen.

Im Zuge des Aufschwungs ist immer öfter von einem "Nachschlag" für die Arbeitnehmer die Rede. Detlef Wetzel, Zweiter Vorsitzender der IG Metall, stellt für seine Gewerkschaft klar: "Wir werden uns an den Metalltarifvertrag halten. Im Tarifvertrag gibt es eine Klausel, die es ermöglicht, die Erhöhung um zwei Monate vorzuziehen. Ob diese Klausel gezogen wird, liegt in der Verantwortung der Betriebsräte." Auch Sonderzahlungen seien in einigen Fällen sinnvoll: "Die Entwicklung der Effektivlöhne hinkt hinter den Tariferhöhungen hinterher. Diese Lücke könnte durch übertariflichen Zulagen geschlossen werden."

Produktion in der Metallwirtschaft zieht an
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In der Metallindustrie stehen 2012 wieder Verhandlungen an. Im letzten Tarifvertrag sind für dieses Jahr eine Einmalzahlung und für das nächste 2,7 Prozent mehr Geld vereinbart worden. Einen Kurswechsel für gerechtere Einkommen fordert die IG Metall vor allem für Leiharbeitnehmer und die rund sechs Millionen Beschäftigten mit Niedrig­löhnen. Mindestlöhne und gleicher Lohn für gleiche Arbeit sollen im Herbst Thema werden.

Stahltarifrunde: Abschluss muss höher ausfallen
Die erste Tarifrunde der Nachkrisenzeit ist in der Stahlindus­trie. Am 27. August will die IG Metall-Tarifkommission für Nordrhein-Westfalen und Bremen ihre Forderungen beschließen. Am 31. August verkündet die ostdeutsche Tarifkommission ihre Forderung. Die derzeitigen Tarifverträge laufen bis Ende August.

Der wirtschaftliche Aufschwung werde auch diese Tarifverhandlungen bestimmen, so Wetzel. Die Stahl-Verhandlungen beginnen im September. Eines steht für den stellvertretenden Vorsitzenden bereits jetzt fest: "Der Abschluss muss höher ausfallen als der vorige."

Auch die Wirtschaft profitiert von höheren Löhnen: "Wer den fragilen Aufschwung stützen will, der muss nicht nur öffentliche und private Investitionen tätigen, sondern der muss auch die Kaufkraft der Menschen erhöhen. Hier gibt es bei Leiharbeitern und Niedriglöhnern einen enormen Nachholbedarf."
Die Kritik der Arbeitgeber, die von Lohnforderungen zur "Unzeit" sprechen und durch steigende Löhne den Aufschwung in Gefahr sehen, hält Wetzel für einen "pawlowschen Reflex": "Wenn die Bundesregierung etwas Vernünftiges tun will, dann muss sie die Binnennachfrage stärken."

Der Bundesregierung wirft Wetzel einen Zickzack-Kurs in der Wirtschaftspolitik vor. "Es ist unsinnig, wichtige Konjunkturprogramme zu kürzen, obwohl sich die wirtschaftliche Lage erst seit einigen Wochen bessert", sagte Wetzel und forderte mehr Kontinuität in der Wirtschaftspolitik.

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