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Solidarittät setzt sich durch. Foto: fotolia

Einigung bei Wincor Nixdorf in Taucha

Solidarität hat sich durchgesetzt

20.07.2012 Ι Bei Wincor Nixdorf in Taucha bei Leipzig ist ein monatelanger Konflikt beigelegt. Das Unternehmen glaubte, bei Neueinstellungen an Löhnen, Urlaub und Leistungszulagen sparen zu können. Für diese Praxis hat der Bankautomatenhersteller dank des großen Zusammenhalts aller Beschäftigen einen kräftigen Schuss vor den Bug bekommen.

Nach monatelangen Auseinandersetzungen bei der zum Nixdorf-Konzern gehörenden Wincor Nixdorf Business Administration Center GmbH im sächsischen Taucha hat es nun eine Einigung gegeben. Das Unternehmen hatte bei neu eingestellten Mitarbeitern die Sparschraube angesetzt: Sie bekamen weniger Urlaubstage, kein Weihnachts- und Urlaubsgeld und keine Leistungszulage. Darüber hinaus mussten die "Neuen" länger arbeiten. Und das alles zu einem deutlich niedrigeren Entgelt, während die langjährig Beschäftigten nach Tarif bezahlt wurden.

Erfolg durch Zusammenhalt

Noch vor kurzem war das Unternehmen nur zu kleinen Zugeständnissen bereit, die angesichts der großen Unterschiede sowohl bei der Bezahlung als auch zum Beispiel bei der Urlaubsdauer kaum eine Besserung bedeutet hätten. Erst als sich die Belegschaft untereinander solidarisch erklärte und mit betrieblichen Aktionen ihre Geschlossenheit demonstrierte kam Bewegung in die Auseinandersetzung. Als dann auch noch immer mehr Angestellte in die IG Metall eintraten und IG Metall und Betriebsrat den Druck mit Androhung eines Arbeitskampfes erhöht hatten, lenkte die Geschäftsführung ein.

Gute Aussichten

Jetzt werden die Beschäftigungsbedingungen der neu Eingestellten kräftig verbessert. Der Abstand zu den von anderen Wincor-Nixdorf-Standorten nach Taucha gewechselten Angestellten wird deutlich verringert. Angestellte, die ab April 2010 in Taucha eingestellt wurden, erhalten rückwirkend ab 1. Januar dieses Jahres im Schnitt ein Einkommensplus von zehn Prozent. Weitere pauschale 150 Euro gibt es ab 1. Oktober, was eine nochmalige Steigerung von im Schnitt sechs Prozent ausmacht. Ebenfalls ab Oktober haben sie mit 30 Tagen im Jahr den gleichen Urlaubsanspruch wie die "Alt"-Angestellten. Für Letztere gelten die Bedingungen des Metall-Flächentarifvertrags.

Ein deutliches Signal

Das Unternehmen glaubte, die schwierige Arbeitsmarktlage im Osten dazu ausnutzen zu können, bei Neueinstellungen für qualifizierte Arbeit einen niedrigeren Lohn zu zahlen. Für diese Praxis der Spaltung gab es dank des großen Zusammenhalts aller Beschäftigten einen kräftigen Schuss vor den Bug. Denn gleiches Geld und gleiche Bedingungen für gleiche Arbeit, diese Forderung ist überall berechtigt und muss überall erfüllt werden.

"Die überwiegend weibliche Belegschaft hat ein Stück Gerechtigkeit erkämpft, ein deutliches Signal, dass Angestellte sich in und mit der IG Metall erfolgreich für ihre Interessen einsetzen", beurteilt Christiane Benner, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, das positive Verhandlungsergebnis.

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Wozu sind Tarifverträge gut?

Tarifverträge regeln Löhne, Gehälter und Vergütungen für Auszubildende - aber auch die Zahl der Urlaubstage, Urlaubs- und Weihnachtsgeld und wie lange Beschäftigte arbeiten müssen. Ohne Tarifverträge sind die Arbeitszeiten länger und der Urlaub kürzer - laut Gesetz nur 20 Arbeitstage. Meist gelten die Tarifverträge für ein Jahr oder auch länger. Wenn sie ablaufen, wird über neue verhandelt.

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