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Ehrenamt in der IG Metall

Engagiert auf allen Kanälen

28.01.2010 Ι 2,3 Millionen Mitglieder - die IG Metall ist eine große Organisation. Vertrauensleute, Betriebsräte und Aufsichtsratsmitglieder setzen sich jeden Tag für die Interessen der Beschäftigten ein. Aber auch außerhalb der Betriebe unterstützen Mitglieder ehrenamtlich andere Menschen.
"Tausende IG Metall-Mitglieder engagieren sich außerhalb der Betriebe. Für Rentner, für Arbeitslose - und Rentner und Arbeitslose unterstützen Kollegen in den Betrieben, etwa bei Warnstreiks und vielem mehr. Das nutzt allen. Gerade jetzt, wo viele Arbeitsplätze bedroht sind, muss die IG Metall zeigen: Wir lassen niemanden im Regen stehen," hebt Hans-Jürgen Urban, Geschäftsführendes IG Metall-Vorstandsmitglied, die ehrenamtlichen Tätigkeiten vieler IG Metall-Mitglieder hervor. Wie vielseitig das Engagement in Arbeitsloseninitiativen, Seniorengruppen, Sozialberatung oder Ferienlagern für Hartz-IV-Kinder ist, zeigen unsere Beospiele:

Die Druckmacher
Foto: FMZ
Ortstermin Berlin. Eine Stadt mit vielen Gegensätzen. Auf der einen Seite eine elegante Glitzerwelt mit schicken Ministerien, hohen Bürogebäuden, teuren Hotels und Shops. Aber es gibt auch eine andere Seite: Im Dezember lag die Berliner Arbeitslosenquote bei 13,5 Prozent. Das ist fast doppelt so hoch wie der Bundesdurchschnitt, der bei 7,8 Prozent lag. Und das heißt auch: In Deutschland leben, gemessen an den Einwohnern, die meisten Hartz-IV-Empfänger in der Hauptstadt. Viele davon sind IG Metall-Mitglieder. Berlin, das ist die Stadt, in der Politik gemacht wird.

"Hier muss doch was gehen, hier muss man doch Druck machen können", glaubt Paul Decruppe, 53 Jahre alt, selbst Hartz-IV-Empfänger und Sprecher des Arbeitskreises "Arbeitslosigkeit" der IGMetall Berlin. Und es geht was: Kleine und große Erfolge feiert der 35 Köpfe starke Arbeitskreis seit fast 18 Jahren zusammen mit anderen Erwerbsloseninitiativen: die Einführung des Sozialtickets, Demos gegen Hartz IV, Infostände und eine Erwerbslosenkonferenz. Und wie geht es weiter? "Auch in diesem Jahr werden wir gegen Hartz IV kämpfen und für mehr Gerechtigkeit für Erwerbslose", kündigt Decruppe an.




Die Kulturinteressierten
Foto:FMZSchon Goethe wusste: "Reisen bildet, denn die beste Bildung findet ein gescheiter Mensch auf Reisen." Die Bochumer Seniorengruppe der IG Metall hat sich dies zum Motto gemacht. Seit 14 Jahren bereist sie Europa. Ihr Wissensdurst führte sie in zahlreiche Kulturmetropolen. Unter anderem besuchte die Gruppe London, Prag, Oslo und Dubrovnik. Sie bereiste auch den Rhein, die Toskana und Mallorca. Ein besonderer Höhepunkt: die Rom-Reise im Juni 2005. Während der Generalaudienz auf dem Petersplatz begrüßte sie der frisch gewählte Papst Benedikt XIV vor 50 000 Menschen ausdrücklich als "Bochumer IG Metall-Senioren". Die Reisenden schwärmen heute noch von diesem bewegenden Moment.

Die Seniorengruppe der Verwaltungsstelle Bochum ist auch vor Ort sehr aktiv. Sie organisiert eine Arbeitslosen-, Schuldner-, und Werksrentenberatung. Zu den Sprechstunden in der Verwaltungsstelle kommen die Ratsuchenden zum Teil von weit her. 2009 feierten die Bochumer das 20. Jubiläum ihrer Seniorengruppe mit einer Fotoausstellung.



Die Begleiter
Foto: Carmen JaspersenIm Gewerkschaftshaus Wilhelmshaven betreut die Arbeitsloseninitiative "ALI" Erwerbslose - auch über die Bürotür hinaus: Die ALI-Berater kommen mit aufs Amt. "Die Umgangsformen in den Behörden haben die Ratsuchenden verunsichert und verängstigt. Da war eine Begleitung nötig", sagt ALI-Sozialberater und IG Metall- Mitglied Werner Ahrens. Mit ihm arbeiten viele ehrenamtliche Berater. Sie selbst sind arbeitslos und werden von der ALI vor Ort geschult. Die ALI hat 600 Mitglieder, die zum Großteil zugleich auch Gewerkschaftsmitglieder sind. Auch viele Betriebsräte und Vertrauensleute aus den Betrieben sind dabei. Ursprünglich ist die Initiative von ehemaligen Beschäftigten des Schreibmaschinenwerks von AEG Olympia in Wilhelmshaven gegründet worden, nach ihrem dramatischen Kampf gegen die Werksschließung Anfang der 90er-Jahre.

Heute hat die ALI ihren festen Platz in der IG Metall und den anderen Gewerkschaften. Die ALI übernimmt die Sozialberatung im Haus - und berät IG Metall-Mitglieder auch direkt im Betrieb, wenn Entlassungen drohen. Dafür übernehmen die Gewerkschaften einen Teil der Kosten, etwa für die Räume. Auch in den Betrieben genießt die ALI hohes Ansehen. Bei Feiern und Aktionen werden Spenden gesammelt. Dadurch kann die ALI trotz der niedrigen Mitgliedsbeiträge drei weitere Büros in anderen Städten der Region unterhalten - und noch näher bei den Erwerbslosen vor Ort sein.




Die jungen Wilden
Foto: FMZAnke Zaar und Christoph Kurre waren während ihrer Ausbildung als JAVis aktiv. Darüber kamen sie zur IG Metall. Eine Einladung zum Ortsjugendausschuss (OJA) folgte. "Da gewesen, für gut befunden, weitergemacht", fasst Kurre zusammen. Auch als Studierende sind beide der IG Metall verbunden geblieben. Egal, ob Operation Übernahme, IGM-Berufsschultour in NRW, Anti-Rassismus-Arbeit oder Widerstand gegen ProKöln: Stets sind die beiden in Aktion. Man trifft sie auch als Dozenten bei Jugend- und JAV-Seminaren sowie in den Campus-Büros des DGB. In der Nacht vor der 1.-Mai-Kundgebung in Köln haben Zaar und Kurre gemeinsam dem OJA Köln, dem IGMetall- und dem DGB-Jugendsekretär die Demo-Strecke mit Operation Übernahme- Logos besprüht. Selbstverständlich mit abwaschbarer Sprühkreide.

Dennoch wurden sie "in flagranti" erwischt. Die Polizei konnte überzeugt werden, dass die Kreide wirklich abwaschbar ist. Trotzdem folgte ihnen für die restliche Zeit der Aktion ein Streifenwagen. "Schon komisch, bei so einer legalen Sprühaktion haben Menschen die Zivilcourage die Polizei anzurufen, bei Verbrechen schauen manche lieber weg", ärgert sich Zaar. Bei einer Aktion vor der Bochumer Oper machten 300 Azubis mit einem Menschenbild auf die Forderung nach 100 Prozent Übernahme aufmerksam. "Es war schön zu sehen, wie Leute mitmachen", freut sich die Studentin.




Die Widerständler
Foto: Oliver Stütz"Leipzig Courage zeigen": Ein breites Bündnis verhindert Naziaufmärsche. Mittendrin dabei: die Leipziger IG Metall. Besonders für die IG Metall-Jugend gehören Demos gegen rechte Gewalt und Rassismus seit Jahren immer dazu. Auch in anderen Städten, gemeinsam mit anderen IG Metall-Jugendlichen bundesweit. Die nächste Demo ist am 13. Februar in Dresden. Neben den Demos organisiert der Leipziger Ortsjugendausschuss (OJA) Workshops und Projekte zur Aufklärung in den Betrieben. Nun hat der OJA ein weiteres Thema für sich entdeckt: Rente. "Dass sich Junge dafür nicht interessieren, stimmt nicht. Sie glauben nur nicht daran, dass sie noch Rente bekommen - und blenden aus", sagt Stefan Marx, OJA-Mitglied und Philosophiestudent.

Der OJA hat Jugendliche befragt, einen Film gedreht und ein Projekt gestartet, mit Vorträgen auf Kongressen und in Betrieben - gemeinsam mit den IG Metall- Senioren und dem ehrenamtlichen Rentenberater der IG Metall Leipzig, Klaus Barthel. Der frühere Betriebsrat hat in den letzten zehn Jahren 700 Rentner betreut und gilt in der Region als Experte. Das MDR-Fernsehen hat schon oft bei ihm gedreht, das letzte Mal im Januar. Bei Vorträgen stehen Marx und Barthel gemeinsam auf der Bühne. "Rente geht uns beide an. Alt und Jung."




Die Mobilen
Foto: FMZDas "Infomobil" der IG Metall Emden ist das ganze Jahr auf Tour: bei Flugblattaktionen vor Betrieben, bei Infoständen in der Region oder auf Volksfesten - dann auch mit der IG Metall eigenen Kinderhüpfburg und Luftballons. Immer an Bord: Der IG Metall-Senioren- Arbeitskreis. Knapp 100 sind aktiv dabei - und nicht nur im Infomobil. Einige präsentieren Wanderausstellungen in Schulen oder in Einkaufszentren, zur Geschichte der Arbeit in den Emder Nordseewerken und im VW-Werk. Andere überbringen Geschenke für IG Metall- Mitglieder zur goldenen Hochzeit oder fahren ältere Mitglieder zur Jubilarfeier der IG Metall.

Eine Gruppe organisiert Infoveranstaltungen und erstellt Broschüren zu sozialen Themen wie Rente oder Krankenkasse, eine weitere Gruppe produziert gemeinsam mit anderen ehrenamtlich Aktiven die Sendung "Nees van'd IG Metall" auf Radio Ostfriesland, mit Reportagen aus den Betrieben. Andere wiederum telefonieren mit ausgetretenen IG Metall-Mitgliedern und organisieren überall in der Region Mitgliederversammlungen mit mehreren hundert Teilnehmern. "Das alles könnten wir ohne unsere Senioren unmöglich leisten", betont der Emder IG Metall-Bevollmächtigte Wilfried Alberts. Und es werden immer mehr. Heute sind doppelt so viele dabei, wie noch vor zwei, drei Jahren. Wer im Betrieb ausscheidet, wird sofort zum Mitmachen in den Arbeitskreis eingeladen - und auch mal privat im Verein oder in der Sauna angesprochen. Das hat was mit Überzeugung und Zusammenhalt zu tun, aber auch mit Spaß, betont der Arbeitskreis- Vorsitzende Albert Behrens. "Zu Hause sitzen können wir noch lange genug."




Der Radio-Mann
Foto: Rita EggsteinEinmal in der Woche ist Werner Altmann live auf Sendung im freien Lokalradio "Dreyeckland" in Freiburg. In seiner Sendung "Arbeitsweltradio" gibt es Nachrichten aus den Betrieben, Tipps für Betriebsräte, Rat und politische Themen für Erwerbslose. Die Gewerkschaften haben die Sendung mit aufgebaut und gefördert. Altmann ist selbst seit 19 Jahren arbeitslos. Vor zwölf Jahren machte er ein Praktikum bei der IG Metall Freiburg und berät seitdem dort ehrenamtlich Erwerbslose. Das Radio interviewte ihn zu den Problemen von Arbeitslosen - und Altmann blieb gleich fest dabei. "Die Chance, gewerkschaftliche Inhalte ins Radio zu bringen, musste ich einfach nutzen."

Die Erwerbslosenberatung im IG Metall-Büro hat Altmann in den letzten Jahren weiter ausgebaut. Mittlerweile wird er von weiteren ehrenamtlichen Beratern unterstützt. Seit neuestem begleiten auch Altmann und seine Beraterkollegen Erwerbslose als Beistand zur Arbeitsagentur - ähnlich dem Konzept der Arbeitsloseninitiative ALI in Wilhelmshaven (siehe oben): "Betroffene helfen Betroffenen". Altmann, der sich auf den Sozialberater-Seminaren der IG Metall weiterbildet, gibt mittlerweile selbst Beistandsschulungen, auch über die Region Freiburg hinaus.




Die Glücklichmacher
Foto: FMZDer Name "Dau Wat" der gewerkschaftlichen Arbeitslosenbetreuung Rostock bedeutet "Tu Was" und in diesem Fall gilt: Nomen est Omen. Dau Wat tut was, und zwar eine ganze Menge: Beratung, Betreuung und Informationen für Arbeitslose, kostenlose PC-Kurse und Internet- Arbeitsplätze, Selbsthilfewerkstätten und ein Erwerbslosenfrühstück. Seit 1994 bringt Dau Wat Kinder zum Strahlen. Gemeinsam mit anderen Dau-Wat-Vereinen in Mecklenburg-Vorpommern organisieren die Rostocker jedes Jahr ein Kinderferienlager für Kinder sozial schwacher Eltern.

Von den 220 Euro für die Woche übernimmt Dau Wat 180, finanziert durch Spenden. "Die Kinder sollen viel Spaß haben und ihre Ferien richtig genießen können. Sie können am wenigsten dafür, dass ihre Eltern keine Arbeit oder kein Geld haben", erklärt Organisatorin Doris Lams. Jedes Jahr machen die Rostocker 35 Kinder glücklich, nur beim Abschied fließen manchmal Tränen. Rostock hat einen eigenen "Haltepunkt Dau Wat". Er entstand 1999 aus dem ehemaligen Bahnhof Rostock-Schmarl. 2008 kam der "Dau Wat Express" dazu, ein ehemaliger Gepäckwagon der Bahn. Beide wurden liebevoll von engagierten freiwilligen Helferinnen und Helfern umgebaut.

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