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Digitalisierung in Wirtschaft und Gesellschaft. Foto: Panthermedia

Digitalisierung in Wirtschaft und Gesellschaft

Technik muss dem Menschen dienen und nicht umgekehrt

13.03.2014 Ι Nichts bleibt wie es ist. Big Data ist der neue Trend in der IT-Branche, der zu einer durchdigitalisierten Gesellschaft führen wird. Die IG Metall sieht durchaus Chancen. Sie will die digitale Zukunft im Sinne der Menschen gestalten - auch wenn so mancher an George Orwell erinnert wird, der unter dem Motto "Big Brother is watching you" ein düsteres Zukunftsbild entwarf.

Kaum eine Branche steht so sehr für Veränderung wie die IT-Branche. Big Data oder Datability ist einer der Trends, die große Veränderungen für , Gesellschaft, Wirtschaft und jeden einzelnen Menschen bedeuten. Motor dieser Veränderungen ist die IT-Branche mit ihren mehr als 900 000 Beschäftigten.

 

Datability betrifft jeden

Facebook, WhatsApp, Google - all das macht eine schnelle und unkomplizierte Informationsverbreitung möglich und davon profitieren viele Menschen. Aber es geht nicht nur ausschließlich um Kommunikation. Die verbesserte und schnellere Technik wird beispielsweise auch im Gesundheitswesen eingesetzt. Für Ärzte wird es zunehmend einfacher, gezielt die richtige Medikation herauszufinden.

 

Von Vorteil sind die technischen Möglichkeiten auch beim Thema Mobilität. Pendler informieren sich, wann die Bahn kommt. Autofahrer verlassen sich auf ihr Navigationsgerät um die günstigste Route herauszufinden und in einigen Großstädten kann man teilweise ganz auf ein eigenes Fahrzeug verzichten - durch einen verbesserten und unkomplizierten Zugang zu öffentlichen Transportmitteln.

 

Die Digitalisierung ist einer der entscheidendsten Megatrends in der zukünftigen Entwicklung der Wirtschaft. Sie findet an so gut wie überall im Alltag und an allen Arbeitsplätzen Anwendung - unabhängig davon, ob in den Unternehmen Autos montiert, Textilien gewebt oder Möbelstücke geschreinert werden. Jeder Arbeitsgang wird digital erfasst und dokumentiert. Das geht so weit, dass digitale Abbilder unserer Welt, der Betriebe, der Produkte und der Menschen als soziale Wesen entstehen.

Dieser Vorgang bietet auch viele Chancen für die wirtschaftliche Entwicklung.

 

Unternehmen werden effizienter, neue Geschäftsideen entwickeln sich schneller und neue Märkte können rascher und direkter erschlossen werden. Gleichzeitig bietet diese Entwicklung auch Gefahren. Denn Überwachung und Kontrolle wird einfacher. Deshalb müssen die Menschen und ihre realen Lebensbedingungen die Bezugsgröße bleiben. Sonst besteht die Gefahr, dass der Mensch zum Kontrollierten und Getriebenen im virtuellen Raum wird.


Menschen müssen Bezugsgröße bleiben

Gerade die Beschäftigten sind von der Digitalisierung gleich mehrfach betroffen. Die Arbeitszeit und die Leistungsinformationen jedes einzelnen Mitarbeiters werden erfasst. Dazu kommen die persönlichen Daten jedes Beschäftigten wie Alter, Geschlecht, Qualifikation, Funktion im Unternehmen, Steuerklasse und Zahl der Kinder ebenso sowie die An- und Abwesenheitszeiten. Diese Informationen können eine optimale Stellenbesetzung und präzise Arbeitszuweisungen aber gleichzeitig auch eine Verhaltens- und Leistungskontrolle ermöglichen.

Zudem macht die Digitalisierung in den Betrieben neue Arbeitsformen möglich beispielsweise durch mehr Flexibilität. Die Arbeitsprozesse ändern sich - schon allein wegen der ständigen Verfügbarkeit von Informationen, der Möglichkeit flexibel orts- und zeitunabhängig und bei Bedarf auch weltweit zusammen arbeiten zu können. Neue netzbasierte Arbeitsformen werden entstehen.

 

Auch die aggressive Werbung auf Internetseiten zeigt uns tagtäglich, was die Digitalisierung für den einzelnen Menschen bedeutet: Denn auch die menschlichen Bedürfnisse und die Konsumgewohnheiten werden erfasst, digitalisiert und mit anderen Informationen vernetzt. Die so erzeugten Daten und digitalen Informationen werden zum Instrument, um noch gezielter die Arbeits-, Entwicklungs- und Herstellungsprozesse zu steuern und zu optimieren.

 

Beschäftigte zu Promotoren machen

Die Technik muss dem Menschen dienen und nicht umgekehrt. Das sagt Christiane Benner, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall. Sie fordert, dass die Entwicklung der digitalen Technologien, die Digitalisierung aller gesellschaftlichen Bereiche und der Arbeitsplätze an einem demokratischen, humanistischen, emanzipatorischen und ökologischen Leitbild ausgerichtet werden.

 

"Wir müssen die Beschäftigten zu Promotoren des Wandels machen. Dazu bedarf es guter Arbeitsbedingungen und vor allem Sicherheit", so Benner. Dazu gehört auch der Schutz vor einer Daten-, Sammel- und Verknüpfungsflut. Um diesen Anspruch einzulösen, sind mehr direkte Beteiligungsmöglichkeiten durch die Beschäftigten und eine Ausweitung der Mitbestimmung notwendig.

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