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Siemens: Aufsichtsrat stimmt Vergleich zu

Die Schmiergeldaffäre: Siemens-Aufsichtsrat stimmt Vergleich zu

Pierer muss fünf Millionen an Siemens überweisen

02.12.2009 Ι Im Streit um Schadenersatzforderungen wegen des Korruptionsskandals wird der Ex-Konzernchef Heinrich von Pierer fünf Miollionen Euro an Siemens überweisen. Der Siemens-Aufsichtsrat hat dem Vergleich mit Pierer zugestimmt. 1,3 Milliarden Euro waren zwischen 2000 und 2006 durch die Korruptionsaffäre versickert.

Wie Siemens heute mitteilte, konnte man sich mit sechs weiteren ehemaligen Vorstandsmitgliedern im Schmiergeldskandal auf Vergleiche einigen. Von Pierer leistet mit fünf Millionen Euro die höchste Zahlung.

Schadensersatz geltend gemacht
Zur Einigung im Fall Pierer äußerte sich Berthold Huber gegenüber der Süddeutschen Zeitung zufrieden: "Der Vorstand trägt die Verantwortung für das, was im Unternehmen geschieht. Er kann sich nicht auf Nichtwissen berufen. Es kann nicht sein, dass die Verantwortung auf die Belegschaft abgewälzt wird. Insofern haben die Zahlungen der Ex-Vorstände eine hohe symbolische Bedeutung, auch wenn der Schaden nicht annähernd ersetzt wird." Der Erste Vorsitzende der IG Metall und Belegschaftsvertreter im Aufsichtsrat von Siemens hatte maßgeblich dazu beigetragen, dass der Korruptionsskandal aufgeklärt und die alte Konzernspitze ausgewechselt wurde. Im September hatte der Aufsichtsrat beschlossen, gegen frühere Organmitglieder, mit denen keine Einigung erzielt wurde, Klage zu erheben. Eine Einigung mit dem früheren Vorstandsmitglied Günter Wilhelm soll nach Abschluss der noch laufenden staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen die Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Betriebsangehöriger (AUB) versucht werden. Siemens hatte gegen Wilhelm Schadensersatzansprüche wegen der Finanzierung der AUB geltend gemacht.

Die Schuld anerkennen
Die IG Metall hatte die in den Schmiergeldskandal verwickelten ehemaligen Spitzenmanager von Siemens aufgefordert, ihre Schuld anzuerkennen. "Die ehemalige Führungsspitze muss Verantwortung und Schuld übernehmen für die Lage, in die sie den Konzern durch Schmiergelder und Korruption gebracht hat", sagte der Erste Vorsitzende der IG Metall und Stellvertretender Vorsitzender des Siemens-Aufsichtsrates, Berthold Huber. "Das sind sie dem Konzern und den Hunderttausenden von Beschäftigten schuldig."

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