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Die IG Metall auf der CeBit 2013. Foto: Panthermedia

Die IG Metall auf der CeBit 2013

CeBIT - die IG Metall ist dabei

06.03.2013 Ι "Shareconomy" - teilen statt haben - gilt als neuer Trend und ist das Leitthema der Computermesse CeBIT in Hannover. Doch wie wird die neue Welt des Teilens statt Besitzens die Arbeitsbedingungen verändern? Ob dadurch Mitsprache und mehr Freiheit der Beschäftigten möglich sind, sieht die IG Metall eher skeptisch. Sie ist als Aussteller auf der CeBIT dabei.

Auf der CeBIT werden Trends gesetzt und über Jobs und Karriere gesprochen. Für viele Besucher war es schlicht neu, dass es mit der IG Metall eine Gewerkschaft gibt, die sich um die Interessen der Beschäftigten in der IT-Branche kümmert. Hingegen haben bereits 23 000 IG Metall-Mitglieder das Angebot ihrer Gewerkschaft genutzt und sich Freikarten bei ihren Verwaltungsstellen abgeholt. Einige von ihnen haben gestern den rot-weißen Stand E 54 in Halle 9 besucht und sich über diverse Themen informiert. Mappen mit Infomaterialien waren ebenso gefragt wie eine Podiumsdiskussion um die Auswirkungen der Trends auf die Beschäftigten und ein Vortrag über die Entgeltentwicklung in der ITK-Branche.


Da bereits die gestrige Eröffnung hinsichtlich der Besucherzahl ein voller Erfolg war, dürften sich die Themen der Gewerkschaft auch in den kommenden Tagen großer Aufmerksamkeit erfreuen.


Vom Haben zum Teilen

"Shareconomy" lautet das Leitthema der CeBIT 2013. Zusammengesetzt aus "to share" - teilen - und "economy" - Ökonomie. Der Begriff "beschreibt die Veränderung des gesellschaftlichen Verständnisses vom Haben zum Teilen" heißt es in einer Pressemitteilung der Messe-Veranstalter. Damit rücken die Organisatoren das gemeinsame Nutzen von Wissen, Ressourcen und Erfahrungen - etwa mittels Cloud Computing - als neue Formen der Zusammenarbeit in den Fokus. Doch in der Wirtschaft setzt sich bekanntlich kaum ein Trend durch, der nicht darauf Gewinnoptimierung zielt. Deswegen gilt es, hinter die schönen Worte zu blicken.


"Über die Beschäftigten wird bei solchen Trends kaum gesprochen", sagte Christiane Benner, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall. Das genannte "Teilen" kann suggerieren, dass sich die Beschäftigten und das Management auf Augenhöhe befinden. Sowohl die Hans-Böckler-Stiftung als auch die Online-Fachstellenbörse "IT Job Board" berichten in aktuellen Untersuchungen von weiter steigenden Arbeitsbelastungen. Neuen Steuerungsmethoden und Lean-Strategien, die Mitarbeitern eigentlich ermöglichen sollen, mitzureden und Freiheit bei der Arbeitsgestaltung zu schaffen, können diese Ziele selten erfüllen. Sie gehen hauptsächlich zulasten der Beschäftigten.


"Der Mensch darf nicht zum Getriebenen der Anwendung werden"

Fest steht: Die Neuerungen in der Branche - Entwicklungen wie Crowd Working, mobiles Internet und Cloud-Strategien - werden Arbeitsbedingungen und Arbeitsabläufe entscheidend beeinflussen. "Wir stehen gemeinsam mit Betriebsräten und Beschäftigten vor der Herausforderung, die Arbeitsbedingungen gesünder und sozialverträglicher zu gestalten", sagt Benner. Es wird darum gehen, dass diese Veränderungen nicht zu immer größeren Belastungen für die Beschäftigten führen. "Der Mensch darf nicht zum Getriebenen der Anwendung werden", betonte bei einer Podiumsdiskussion auch Hans-Joachim Weis, verantwortlicher Ressortleiter für ITK-Themen beim IG Metall Vorstand.


Damit sorgte das "Teilen" mit Blick auf die Arbeitsbedingungen am ersten Messetag für Gesprächsstoff. Das Leitthema der CeBIT fand sich aber auch in einer zweiten Diskussion wieder, nämlich in der um die Entgeltentwicklung.


Schwer zu verstehende Kluft

"Trotz Eurokrise hat sich die Branche weiter positiv entwickelt",  sagte Christiane Benner. "Aber die Entwicklung der Gehälter hinkt hinterher." Mit einem Vortrag stellte Alexander Schneider die "ITK-Entgeltanalyse 2013" der IG Metall vor. Den versammelten Zuhörern zeigte er anhand der Erhebung, dass die Branche im vergangenen Jahr zwar um 2,8 Prozent gewachsen ist, dies aber nicht an alle Angestellten weitergegeben wurde. Die Gehälter der Angestellten in nicht tarifgebundenen Unternehmen wuchsen um nur 1,4 Prozent, was einen Reallohnverlust bedeutet. Nur die Beschäftigten in tarifgebundenen Unternehmen wurden mit 2,8 Prozent angemessen beteiligt. Im Durchschnitt steht also ein Plus von lediglich zwei Prozent - angesichts des angeblichen Fachkräftemangels, über den die Branche stets jammert, eine schwer zu verstehende Kluft und somit ebenfalls Thema einiger Diskussionen.


IG Metall noch bis Samstag auf der Messe

Wer den Weg nach Hannover noch finden sollte: Die IG Metall ist bis zum letzten Messetag am Samstag mit ihrem Stand und zahlreichen Vorträgen auf der CeBIT vertreten. Auf dem Veranstaltungsprogramm steht beispielsweise ein Schwerpunktthema "Zukunft und Ausbildung". Daneben spielen beispielsweise die Verdienstmöglichkeiten in der ITK-Branche, die Frage "Was sind Sie wert?" sowie Wissenswertes zu Arbeitsvertrag eine Rolle. Die ITK-Entgeltanalyse lockt, einen Blick auf die Entwicklung im eigenen Berufsfeld zu werfen. Denn mitunter wachsen (oder stagnieren) die Gehälter in den verschiedenen Berufszweigen höchst unterschiedlich. Die Analyse der IG Metall birgt so manch interessante Parallele und aufschlussreichen Vergleich.


Daneben werden auch grundsätzliche Fragen beantwortet. "Was macht denn die IG Metall auf der CeBIT?", fragt etwa ein Messebesucher seine Begleiterin beim Vorbeischlendern. Ein kurzer Halt und Blick auf die zahlreichen Informationspakete und Broschüren zu Themen wie Arbeitsvertrag, IT-Qualifizierung, Ruhe im Büro fördern, Ratgeber für Studierende, mobiles Arbeiten, Informationen zur Rufbereitschaft oder neue Chancen für Väter lösen das Rätsel auf. Im Smalltalk ist dann Gesprächsstoff, dass sich die IG Metall als die Interessenvertretung der Beschäftigten in der ITK-Branche etabliert hat. Etwa 430 000 profitieren von Tarifverträgen. Übrigens: Voraussichtlich noch in diesem Jahr wird die Marke von 900 000 Beschäftigten geknackt. Die IG Metall wird die Entwicklung in dieser spannenden Branche begleiten und im Sinne ihrer Mitglieder beeinflussen.

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