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Engineering Forum bei Airbus Operations. Foto: Broderson

Deutscher Betriebsrätepreis 2011: Engineering Forum bei Airbus Operations

Betriebsrat von Airbus Operations gewinnt Gold

21.10.2011 Ι Die Betriebsräte des Flugzeugbauers Airbus wurden mit dem Betriebsrätepreis 2011 in Gold ausgezeichnet. Und zwar für ihr Engineering-Forum, mit dem sie Ingenieure, technische Angestellte und Hochqualifizierte in die betriebliche Interessenvertretung eingebunden haben. Bronze sowie zwei Sonderpreise gingen ebenfalls an IG Metall-Betriebsräte.

Manche Veränderungen fangen ganz klein an. So auch bei Airbus Operations GmbH in Hamburg. Dort findet die Endmontage der Reihen A318, A319, A320 und A321 statt und auch der A380 wird hier endmontiert. Fast die Hälfte der Beschäftigten sind hochqualifizierte Angestellte und Ingenieure. "Wenn es früher Demonstrationen mit IG Metall-Fahnen gab, dann schauten die Angestellten meist nur aus dem Fenster", sagt Rainer Brodersen, 50 Jahre alt und seit der letzten Wahl freigestelltes Betriebsratsmitglied.

Vor zwei Jahren war Rainer Brodersen noch Vertrauensmann im Engineering-Bereich von Airbus. Er und weitere Vertrauensleute waren nicht recht zufrieden mit der Arbeit des für das Engineering zuständigen Betriebsrats. Das fing schon mit den fehlenden Sprachkompetenzen auf der Betriebsratsseite an. Die Arbeitssprache im Engineering ist Englisch und auch die meisten Dokumente und Präsentationen sind in dieser Sprache.

Großes Interesse an Beteiligung

Mit der "Vision 2020" stellte Airbus seine Zukunftsplanung vor. Das war natürlich auch ein wichtiges Thema für den Betriebsrat. "Wir wollten aber, dass mit uns, anstatt über uns gesprochen wurde" betont Rainer Brodersen. Dafür brauchten sie aber die Gesprächspartner und einen organisatorischen Rahmen. Sie luden über den Betriebsrat zu einer Auftaktveranstaltung ein. Der Raum hatte 400 Sitzplätze. "Wir wären zufrieden gewesen, wenn der Saal zur Hälfte voll geworden wäre", sagt Brodersen. "Ab 400 fingen wir an Stühle dazu zu stellen und bei 450 mussten wir aus feuerpolizeilichen Gründen weitere Personen zurückweisen." Das Interesse an Beteiligung und Austausch war also da.

Betriebsrätepreis

Aus diesem Anfang entwickelte sich das "Engineering-Forum", wofür die Betriebsräte des Flugzeugbauers gestern in Bonn mit dem "Deutschen Betriebsrätepreis 2011" in Gold ausgezeichnet. wurden. Mit ihrem "Engineering-Forum" haben sie ein innovatives Beispiel dafür geliefert, wie auch hoch qualifizierte Beschäftigte aus dem Forschungs- und Entwicklungsbereich dauerhaft in die betriebliche Interessenvertretung eingebunden werden können, begründete die Jury ihre Entscheidung.

Bronze und Sonderpreise an weitere IG Metall-Betriebsräte

"Beteiligung ist mehr als eine Methode, sie ist eine Haltung", sagte Peter Donath vom IG Metall-Vorstand in seiner Laudatio für den Goldpreisträger. Den Airbus-Betriebsräten gelang es mit ihrem Beteiligungsmodell, "ein Mitarbeiter-Forum dauerhaft zu etablieren. Damit wurde die Betriebsratsarbeit geerdet". 

Bronze ging an den IG Metall-Betriebsrat der Firma Risse + Wilke Kaltband GmbH & Co. KG in Iserlohn. Er konnte durch eine innovative Betriebsvereinbarung die Rückkehr zahlreicher Mitarbeiter sichern, die aufgrund der Wirtschaftskrise 2009 in eine Beschäftigungsgesellschaft wechseln mussten. Sonderpreise erhielten außerdem die IG Metall-Betriebsräte von Aesculap AG in Tuttlingen und ATIKA GmbH & Co. KG in Ahlen sowie die Interessenvertreter von B. Braun Melsungen AG und der Deutschen Post AG, Briefzustellung Nürnberg.

Der Gesamtbetriebsrat der Schott AG, Mainz, erhielt den Betriebsrätepreis in Silber. Die Interessenvertreter des Technologiekonzerns haben ein umfangreiches Projekt zum Thema Demografie initiiert.

Preis für engagierte und erfolgreiche Betriebsratsarbeit

Die renommierte Fachzeitschrift "Arbeitsrecht im Betrieb" zeichnet mit dem "Deutschen Betriebsrätepreis" seit 2009 das Engagement und die erfolgreiche Arbeit von Betriebsräten aus. Eine hochkarätig besetzte Jury aus Gewerkschaften, Wissenschaft und ausgewiesenen Praktikern traf dazu eine Auswahl aus über 70 eingereichten Projekten. Beworben hatten sich Betriebsratsgremien aus nahezu allen Branchen und Regionen und den verschiedensten Unternehmensgrößen. Die Preisverleihung erfolgte im Rahmen des "Bonner BetriebsräteTages".

An der Preisverleihung im ehemaligen Plenarsaal des Deutschen Bundestages nahmen über 250 geladene Gäste teil. Schirmherrin des Preises ist Ursula von der Leyen, Bundesministerin für Arbeit und Soziales.

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Worum es geht

Einmal jährlich wird auf Initiative der Zeitschrift "Arbeitsrecht im Betrieb" der "Deutsche Betriebsrätepreis" verliehen. Mit dem Preis wird die vorbildliche Arbeit von Betriebsräten anerkannt, gewürdigt und ausgezeichnet.

Vier Preise an IG Metall-Betriebsräte
In diesem Jahr wurden für den Preis sechs Betriebsratsgremien aus dem Organisationsbereich der IG Metall nominiert. Davon haben vier Betriebsräte einen Preis erhalten: Gold ging an die Arbeitnehmervertreter des Flugzeug- bauers Airbus und Bronze an den Betriebsrat des Iserlohner Kaltwalzwerks Risse & Wilke GmbH. Die IG Metall-Betriebsräte von Aesculap AG in Tuttlingen und ATIKA GmbH & Co. KG in Ahlen erhielten jeweils einen Sonderpreis.

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