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Arbeit 4.0 - Neues Buch von Detlef Wetzel

Eine Reise in die Zukunft der Arbeit

08.06.2015 Ι Die Industrie wird digitalisiert. Das Arbeitsleben beschleunigt sich. Gleichzeitig geht Deutschland der Nachwuchs aus. Wie verändert sich die Arbeitswelt und was hat dies für Auswirkungen für unsere Gesellschaft? Der IG Metall-Vorsitzende Detlef Wetzel und Mitbegründer des "Bündnisses für Industrie" hat Beschäftigten und Experten zugehört, nach guten Lösungen gefragt und sie in der Gegenwart auch gefunden. Das Panorama der modernen Arbeitsgesellschaft wird im Gespräch erörtert, politisch bewertet und strategisch orientiert. Und das alles in einem persönlichen Buch zusammengefasst.

Eine Fabrikhalle, irgendwo in Deutschland. Werkstücke rollen heran, werden automatisch verschweißt, verpackt, weiterverschickt, Wenn das Material knapp wird, bestellen die Maschinen selbstständig Nachschub. Sie sind alle untereinander vernetzt. Menschen? Überflüssig.

Sieht so die Arbeitswelt von morgen aus? Werden Beschäftigte massenhaft erwerbslos? Und werden die, die noch Arbeit haben, ständig auf Abruf und gehetzt sein?

Detlef Wetzel will es genau wissen. Er ist quer durch die Republik gereist, um zu verstehen was die Menschen umtreibt und was diejenigen empfehlen, die nach besseren Antworten suchen. Es geht vor allem um die Schicksalsfrage unserer Tage: "Was muss Deutschland tun, damit die Zukunft nicht nur genug Arbeit, sondern vor allem genug gute Arbeit bereithält?"

Die gefundenen Antworten hat Wetzel in ein Buch gepackt: "Arbeit 4.0 - Was Beschäftigte und Unternehmen verändern müssen."

Zuhören statt anordnen

Es geht darin um die Megatrends unserer Zeit: Digitalisierung von Wirtschaft und Industrie, demografischer Wandel. Und es geht darum, wie sich diese Herausforderungen so gestalten lassen, dass die Menschen in Deutschland auch morgen noch gut leben und arbeiten können.

Dafür braucht es viel: Bessere Bildung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, altersgerechte Arbeitsplatzgestaltung. Und die Menschen vor Ort, die Beschäftigten, haben längst Ideen entwickelt. Man muss ihnen nur zuhören.

Für den IG Metall-Vorsitzenden ist das ein Leitmotiv. Mit diesem Ansatz hat Wetzel nicht nur die IG Metall zur einzigen politischen Großorganisation gemacht, die steigende Mitgliederzahlen verzeichnet. Er hat auch Antworten auf die großen Zukunftsfragen gefunden.

Erfolgreich im Betrieb

Eine dieser Antworten gibt Sabine Pfeiffer. Die Arbeitssoziologin forscht zum Thema Digitalisierung und Industrie 4.0. Sie ist überzeugt: "Deutschland steht in Bezug auf Industrie 4.0 sicher in der Pole Position." Grund: Der hohe Qualifikationsstand der deutschen Beschäftigten und die international anerkannte duale Berufsausbildung.

Qualifikation ist der Schlüssel für die Zukunftsfähigkeit der deutschen Industrie. Beispiel Porsche: Dort erhalten Jugendliche eine Chance auf Ausbildung, die von anderen Arbeitsgebern schon als Problemfälle abgeschrieben waren. Viele blühen dabei regelrecht auf: "Das Förderjahr ist hammerbrutal. Aber es hat mir sehr geholfen", sagte einer der Azubis zu Wetzel. Am Ende profitieren beide Seiten: Die Jugendlichen erhalten eine berufliche Perspektive, Porsche sichert sich qualifizierte Beschäftigte.

Neue Arbeitszeitmodelle

Wer das Können alternder Belegschaften weiter nutzen will, braucht ebenfalls neue Ansätze. So wie bei ThyssenKrupp in Rasselstein. Dort helfen Physiotherapeuten, Arbeitsplätze rückenfreundlicher zu gestalten. Es gibt ein Firnessstudie und reduzierte Arbeitszeiten für die älteren Kollegen.

Für junge Familien stehen dagegen die Punkte Vereinbarkeit und flexible Arbeitszeiten ganz oben auf der Agenda. Wie das in Praxis funktionieren kann, zeigt das Beispiel Gothaer Systems. Dort haben die Beschäftigten eine Arbeitszeitvereinbarung ausgehandelt, die den eigenen Bedürfnissen Rechnung trägt. Eckpunkte: Verzicht auf eine Kernarbeitszeit, Besprechungen finden zwischen 9 und 15 Uhr statt, Zeiten vor sechs Uhr morgens und nach 20 Uhr abends werden als Nachtarbeit gewertet.

Fazit von Detlef Wetzel: "Wir als IG Metall müssen die Zukunftstrends annehmen, neue Konzepte, Ideen und Lösungen entwickeln und für Sicherheit im Wandel sorgen. Aber vor allem müssen wir dafür sorgen, dass die Beschäftigten mitreden können. Beteiligung ist die Schlüsselaufgabe. Darum habe ich diese Zukunftsreise unternommen."

Details zum Buch:

Detlef Wetzel
"Arbeit 4.0 - Was Beschäftigte und Unternehmen verändern müssen."
Herder Verlag; 18,99 Euro
ISBN 978-3-451-31306-6

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