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Dax-Konzerne wollen noch mehr an Aktionäre ausschütten

Dax-Konzerne wollen noch mehr an Aktionäre ausschütten

71 Prozent der Nettogewinne sollen an Aktionäre gehen

20.11.2009 Ι Die 30 größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland halten trotz Krise weiter am Shareholder-Value fest. Sie werden 2010 voraussichtlich 71 Prozent der Nettogewinne als Dividenden ausschütten. Zum Vergleich: im Rekordjahr 2007 waren es 45 Prozent.

Anteilseigener wollen bei Laune gehalten werden. Deshalb wollen die deutschen Großunternehmen 2010 trotz Krise und daher sinkender Gewinne mehr Geld an ihre Aktionäe ausschütten. Das haben die Landesbank Baden-Württemberg und das Handelsblat zusammen berechnet. Das heißt im Frühjar 2010 werden die 30 größten deutschen börsennotierten Unternehmen rund 20,3 Milliarden Euro an Ihre Anteilseigner überweisen.


Durch die hohen Ausschüttungen bleibt auch die Dividendenrendite auf hohem Niveau.

Die aktuelle Ertragssituation der Unternehmen müsste eigentlich niedrigere Ausschüttungen nach sich ziehen. In der wesentlich kleineren Krise etwa nach der Jahrtausendwende hatten die Konzerne ihre Ausschüttungen auf weniger als zehn Milliarden Euro zusammengestrichen. Mit ihrer aktuellen Politik, liegen die Konzerne sozusagen im Trend. In den USA an der Wall Street steigen die Ausschüttungsquoten gemessen an den Nettogewinnen ebenfalls auf über 50 Prozent. Nach wie vor ist für die Unternehmen der Shareholder-Value maßgeblich für ihr Handeln.

Krise noch nicht überwunden
Doch auch wenn die Aufträge langsam wieder zunehmen, ist die Krise noch nicht überwunden. Wenn sich die sinkenden Gewinne nicht auf die Ausschüttungen auswirken, werden die Unternehmen an anderer Stelle sparen müssen. Damit steigt der Druck auf die Beschäftigten. Wir werden uns dafür einsetzen, dass  das nicht der Fall ist.

Das fordern wir
Die aktuelle Krise zeigt, dass die kapitalistische Entwicklung demokratisch gesteuert werden muss. Die IG Metall fordert deshalb eine Änderung des Aktienrechts, um Vorstand und Aufsichtsrat nicht nur dem "Wohl des Unternehmens" zu verpflichten, sondern auch dem Wohl der Arbeitnehmer und der Allgemeinheit. Dafür muss die Mitbestimmung in den Unternehmen ausgeweitet werden.

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