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Bundesweit Aktionen anlässlich des Welttages für menschenwürdige Arbeit

Seuche prekäre Beschäftigung

08.10.2012 Ι Es ist wie eine Seuche. Minijobs, Befristungen und Leiharbeit greifen um sich. Immer mehr Beschäftigte sind von prekärer also unsicherer Beschäftigung betroffen. Dagegen gingen gestern anlässlich des "Welttages für menschenwürdige Arbeit" weltweit und in Deutschland tausende auf die Straße.

Am 7. Oktober war "Welttag für menschenwürdige Arbeit". Anlässlich dieses Jahrestages haben Gewerkschafter in ganz Deutschland und rund um den Globus gegen unsichere Beschäftigungsverhältnisse protestiert. Zu Aktionen war es bereits am 05. Oktober gekommen. Schon an diesem Tag gingen viele Metallerinnen und Metaller auf die Straße. Am eigentlichen Aktionstag, dem 7. Oktober, beteiligten sich erneut viele Menschen an den Aktionen für sichere und faire Arbeit.

Unsichere und schlecht bezahlte Beschäftigungsverhältnisse haben in den letzten Jahren rasant zugenommen. Mit dieser Strategie versuchen die Firmen, die Mitbestimmung von Betriebsräten auszuhebeln, Tarifverträge zu umgehen und die Kosten zu Lasten der Beschäftigten zu senken. Die IG Metall fordert gute, faire und sichere Arbeit, von deren Bezahlung die Menschen auch leben können.


"Die Zunahme prekärer Beschäftigung ist ein arbeitsmarktpolitischer Irrweg. Die Menschen wollen sichere und faire Arbeit und keinen Missbrauch von Leiharbeit, Werkverträgen, Befristungen und Minijobs", sagte Detlef Wetzel anlässlich des Aktionstages der IG Metall gegen prekäre Beschäftigung am 5. Oktober in Frankfurt.


Bundesweit Aktionen

Allein Nordrhein-Westfalen organisierten Metaller über 50 Aktionen für faire Leiharbeit. Auch in Baden-Württemberg gingen viele Gewerkschafter auf die Straße. Im Rahmen einer Road-Show informierte die IG Metall in Stuttgart die Menschen über die Missstände im Bereich prekärer Beschäftigung. Politik und Unternehmen wurden aufgefordert, sich für sichere und faire Arbeit einzusetzen, die Fehlentwicklungen der letzten Jahre zu korrigieren und Schluss zu machen mit unsicherer und schlecht bezahlter Arbeit. In Karlsruhe und Ettlingen wurden Informationsmaterialien in den Betrieben verteilt. Zudem gab es einen Informationsstand auf dem Marktplatz in Karlsruhe. Frühstück für Leiharbeiter mit fair gehandelten Produkten, Jugendaktionen, Versammlungen für Leiharbeitnehmer und andere Aktionen - so beteiligten sich die Metaller an der Küste am "Welttag für menschenwürdige Arbeit".

 


Aktionen in Stuttgart, Freudenstadt und Schwäbisch Hall


Im Frühjahr 2012 hat die IG Metall Branchenzuschläge für Leiharbeiter erzielt. Ab 1. November 2012 erhalten Leiharbeitnehmer, die dann bereits sechs Wochen in einem Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie tätig sind, einen Branchenzuschlag von 15 Prozent.


Gegen Billiger-Strategien

Die IG Metall kündigte an, auch weiterhin gegen prekäre Beschäftigung vorzugehen. Leiharbeit ist tief in alle betrieblichen Abläufe vorgedrungen, die Fremdvergabe durch Werkverträge steigt und viele Arbeitsverträge werden nur noch befristet abgeschlossen. "So wird die Spaltung ganzer Belegschaften gezielt vorangetrieben und systematisch für Lohndumping und den Abbau von Mitbestimmungsrechten genutzt", kritisierte Detlef Wetzel, Zweiter Vorsitzender der IG Metall. Durch die massive Ausweitung des Niedriglohnsektors geraten die sozialen Sicherungssysteme  unter Druck. Gleichzeitig steigt die Gefahr der Altersarmut rapide an. "Dieser Unordnung auf dem Arbeitsmarkt, die sich in einer rasanten Ausweitung des Niedriglohnsektors ausdrückt, müssen wir entgegenwirken", sagte Wetzel.


Der Zweite Vorsitzende der IG Metall forderte angesichts des Fachkräftemangels ein neues Leitbild von guter Arbeit und eine Qualifizierungsoffensive. Mit "Billiger-Strategien" werde Deutschland im Innovationswettbewerb keine Chance haben. Die IG Metall setzt sich dafür ein, das Tarifsystem zu stärken, Leiharbeit und Minijobs neu zu gestalten, Mindestlöhne und ein Verbandsklagerecht einzuführen und die individuellen Beschwerderechte zu stärken.

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