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Digitalisierung

Bosch qualifiziert Beschäftigte für die Transformation

17.01.2019 Ι Der Autozulieferer Bosch qualifiziert Beschäftigte zu Experten für E-Mobilität und Software-Entwicklern weiter. Das hat der Betriebsrat im Rahmen der Zusammenführung von Benziner- und Diesel-Bereich durchgesetzt. Damit sichert der Betriebsrat dem Unternehmen Fachkräfte - und den Beschäftigten auch in Zukunft gute Arbeit.

Bosch in Stuttgart-Feuerbach und Schwieberdingen qualifiziert Beschäftigte für die Transformation - den Umstieg von Verbrenner- auf Elektroautos und die Digitalisierung der Arbeit. Rund 30 Beschäftigte haben bereits Lehrgänge in Elektromobilität und Software-Entwicklung absolviert. Das hat der Betriebsrat in einer Betriebsvereinbarung ausgehandelt. Im neuen Jahr soll eine weitere Qualifizierungswelle starten.


Besonders intensiv ist die Qualifizierung der Beschäftigten zu Software-Entwicklern. Über mehrere Wochen besuchen sie Vorlesungen an der Universität Tübingen. Dazu kommen Übungen und ein Praxis-Einsatz in ihrer späteren Abteilung, wo sie dann als Software-Entwickler übernommen werden. Die Beschäftigten erwerben dabei sogenannte Credit Points, die für ein weiteres Studium angerechnet werden. Auch Facharbeiter ohne Hochschulabschluss waren dabei.


"Der Arbeitsmarkt für Software-Entwickler ist leergefegt. Daher war unser Ansatz: Stattdessen können wir doch unsere bestehenden Mitarbeiter weiterbilden", erklärt Wolfgang Kramp, Betriebsrat bei Bosch in Schwieberdingen, der das Projekt geleitet hat. "Wir wollen die Qualifizierung nun noch ausweiten, da wir noch deutlich mehr Bedarf sehen."


Ziel des Betriebsrats ist es, die Teilnehmerzahl auszuweiten. Um noch mehr Beschäftigten die Qualifizierung zu ermöglichen, soll der Einstieg in die Software-Entwicklerqualifizierung durch Mathematik-Vorbereitungskurse erleichtert werden.


Bosch legt Verbrenner-Bereiche zusammen

Die Betriebsvereinbarung hat der Betriebsrat im Rahmen der Zusammenführung der Bosch-Geschäftsbereiche Gasoline Systems (Benziner) und Diesel Systems ausgehandelt. Der weltgrößte Autozulieferer bereitet sich auf den Strukturwandel vor und bündelt seine beiden Verbrenner-Bereiche in einem. Insbesondere die Produktion für Diesel-Komponenten geht bereits zurück. Da der Betriebsrat laut Gesetz bei Zusammenlegungen und Versetzungen mitbestimmt, konnte er in der Betriebsvereinbarung wichtige Interessen der Beschäftigten durchsetzen: Betriebsbedingte Kündigungen sind bis Ende 2019 ausgeschlossen. Auszubildende werden übernommen. Und die Beschäftigten werden für die künftige Arbeit qualifiziert.


"Ursprünglich wollte die Firmenseite nur über einen Nachteilsausgleich für die höheren Fahrtkosten und längeren Anfahrtszeiten verhandeln", berichtet Kramp. "Wir jedoch wollten bessere Zukunftsperspektiven für die Beschäftigten in der Transformation erreichen, indem wir ihnen einen Kompetenz-Umstieg von weniger hinterfragten Kompetenzen in zukunftsträchtigere Kompetenzen ermöglichen. Das nutzt auch dem Unternehmen: Wir werden künftig weniger Experten für Verbrenner brauchen - und mehr Experten für Elektromobilität und Software-Entwicklung."

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Werner Bachmeier
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