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Berthold Huber im Interview

"Wir brauchen einen Marshallplan für Griechenland"

28.09.2011 Ι Warum wir für Griechenland einen Marshallplan brauchen, warum die IG Metall jünger geworden ist und was es mit der neuen Ordnung auf dem Arbeitsmarkt auf sich hat, das erläutert Berthold Huber, Erster Vorsitzender der IG Metall, im Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Der Euro ist das derzeit das große Thema und morgen wird darüber im Bundestag entschieden. Berthold Huber hat sich gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) für den erweiterten Rettungsschirm ausgesprochen: "Welche Alternative haben wir? Es gibt zwar die Debatte über einen Nord- und einen Süd-Euro und darüber, dass Griechenland ausscheren oder seine Inseln verkaufen soll. Aber das ist Unfug." Das Land brauche einen Schuldenschnitt, eine vernünftige Steuerverwaltung und es müssten die Verursacher der Krise zur Verantwortung gezogen werden.

Politik hat aus der Krise zu wenig gelernt

Die Verursacher der Krise seien auch insgesamt zu glimpflich davon gekommen. Huber sprach sich gegenüber der FAZ erneut für eine Finanztransaktionssteuer, eine europäische Ratingagentur und die Abspaltung der Investmentbanken aus. Das müsse politisch umgesetzt werden. Mit ihrem derzeitigen Verhalten stecke die Politik eher in einer Legitimationskrise gegenüber den Arbeitnehmern.

Industriepolitischer Dialog für Europa

Lohnzurückhaltung sieht Huber nicht als Erfolgsgeheimnis des vergleichsweise gut dastehenden deutschen Arbeitsmarktes: "Ich will festhalten: Wir haben seit 2007 sichere Arbeitsplätze und kräftige Tariferhöhungen kombiniert. Das eigentliche Problem ist der wachsende Niedriglohnsektor. Was mir mit Blick auf den Süden Europas viel mehr Sorgen macht. ist die Frage, mit welcher Wertschöpfung beispielsweise die griechische Wirtschaft aus dem Tal herauskommen kann." Um das zu beheben brauche Europa einen industriepolitischen Dialog darüber, wie der Süden Kompetenzen aufbauen kann.

Die IG Metall als moderne Organisation

Mit Blick auf den kommenden Gewerkschaftstag ab dem 9. Oktober 2011 in Karlsruhe erklärte Huber, dass er für die volle Amtsperiode von vier Jahren zur Verfügung stehe. In dieser Zeit werde auch die Verjüngung des Vorstandes in Angriff genommen: "Wir haben uns darauf geeinigt, dass wir innerhalb der vier Jahre einen außerordentlichen Gewerkschaftstag beantragen, auf dem wir einen Teil der geschäftsführenden Mitglieder verabschieden und neue wählen werden. Wie viele, ist noch nicht bekannt. Und der zweite Schritt erfolgt dann im Jahr 2015".

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