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Berendsen Glückstadt: Aktionstag der Belegschaft. Foto: IG Metall Unterelbe

Berendsen Glückstadt: erfolgreicher Protesttag der Belegschaft

Nur faire Tarifverträge sichern Arbeitsplätze

17.09.2009 Ι Rund 120 Beschäftigte der Glückstädter Großwäscherei Berendsen haben gegen Gefälligkeitsverträge und Lohndumping vor dem Landtag in Kiel demonstriert. Bei ihrer Forderung nach Erhalt der Arbeitsplätze vor der Staatskanzlei wurden sie von allen Parteien unterstützt. "Ein schöner Erfolg der Entschlossenheit der Belegschaft", bewertete der Bevollmächtigte Uwe Zabel von der IG Metall Unterelbe den gelungen Protesttag der Belegschaft in Kiel.

Bei der Großwäscherei Berendsen in Glückstadt sind 120 Arbeitsplätze gefährdet. Der Grund: Das Uniklinikum Schleswig-Holstein in Kiel und Lübeck (UK S-H) hat für die Wäscherei ein Unternehmen beauftragt, das nicht tarifgebunden ist. Gestern haben 120 Beschäftigte gegen diese Vergabepolitik und für Tariftreue vor dem Landtag in Kiel demonstriert. Die Tariftreue soll nun bei öffentlichen Aufträgen noch in der letzten Landtagsitzung beschlossen werden.

Geiz ist geil? Auftragsvergabe des Klinikums an Schmutzbetriebe
"Besser statt billiger." Das sollte gerade im Gesundheitswesen gelten. Doch das Uniklinikum Schleswig-Holstein in Kiel und Lübeck (UK S-H) hatte sich anders entschieden und kaufte so billig wie möglich ein. Bei der Vergabe für die Wäsche entschied der niedrigste Preis. Das Uniklinikum beauftragte für die Wäscherei ein Unternehmen, das nicht tarifgebunden ist. Ein Dumping-Tarifvertrag mit der Gewerkschaft DHV soll eine angebliche Tarifbindung vortäuschen. Der DHV ist Mitglied im sogenannten "Christlichen Gewerkschaftsbund" (CGB). "Tarifbindung" bedeutet für UK S-H und auch für Wirtschaftsminister Biel (CDU): Dumping-Tarifverträge mit dem DHV. Deshalb sahen sich Biel und das Uniklinikum bisher nicht veranlasst, "auf das Vergabeverfahren Einfluss zu nehmen".

Diese Vergabepolitik sorgt nun dafür, dass in der strukturschwachen Region noch mehr Menschen arbeitslos werden. Konkret sind 120 Arbeitsplätze bei der Großwäscherei Berendsen gefährdet. Berendsen ist Mitglied im Arbeitgeberverband intex. Die IG Metall hat mit intex Tarifverträge vereinbart, die Grundlage für den Mindestlohn der Branche Textile Reinigung sind. "Geiz ist Geil ist das falsche Motto bei der öffentlichen Vergabe", attestierte Uwe Zabel auf der Kungebung in Kiel. Vergabeentscheidungen dürften nicht zu Lasten der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gehen.

Belegschaft demonstriert für ihre Arbeitsplätze
IG Metall, Betriebsrat und Beschäftigte fordern, dass die jetzige Landesregierung noch vor der Wahl gegen diese Vergabepolitik aktiv wird. Der Staat, die Landesregierung und die öffentliche Hand haben dabei eine besondere Veranwortung. Sie müssen bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen auf Tarifbindung sowie soziale und ökologische Standards achten. "Wir fordern daher eine Revision der Vergabeentscheidung und einen Schutz zum Erhalt der Arbeitsplätze in Glückstadt: FAIRgabe heißt faire Tarifverträge", betonte Zabel auf der Kundgebung.

Mit ihrem Aktionstag am 16. September in Glückstadt und Kiel forderten die Beschäftigten Unterstützung durch die Landtagsabgeordneten. Sie erwarten jetzt aktives Handeln der alten und der neuen Landesregierung zum Schutz der Arbeitsplätze in Glückstadt. "Tariftreue muss her und unsere Arbeitsplätze gesichert werden. Wir brauchen einen Schutzschirm für unsere Arbeitsplätze", fordert Betriebsratsvorsitzender Antionio Gagliardi.

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