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Autoliv / Norma: IG Metall erzielt Teilerfolg nach Warnstreiks. Foto: IG Metall

Autoliv / Norma: IG Metall erzielt Teilerfolg nach Warnstreiks

Sozialtarifvertrag für Autoliv-Beschäftigte erreicht

23.09.2011 Ι Der Automobilzulieferer Autoliv verschiebt die geplanten Werksschließungen - kein Norma-Beschäftigter muss sich vor 2014 arbeitslos melden. Die IG Metall konnte einen Sozialtarifvertrag erreichen, der eine gute und sozialverträgliche Lösung sichert. Vorausgegangen waren lange Verhandlungen, begleitet von Warnstreiks und einer Besetzung des Werkstors.

Die IG Metall hat mit dem Autoliv-Konzern und der Geschäftsführung der Tochterfirma Norma ein Verhandlungsergebnis erreicht. Es sieht vor, die Produktion bei Norma einzustellen - jedoch nicht wie geplant Ende März. Die 150 betroffenen Arbeitnehmer an beiden Standorten behalten bis 31. Dezember 2012 ihre Arbeitsplätze. Um den Mitgliedern der IG Metall betriebsbedingte Kündigungen zu ersparen, können sie für zwölf Monate in eine Transfergesellschaft wechseln. Zudem wurde eine Besservereinbarung und Equal-Pay für die Leiharbeitnehmer erzielt.

Schließung erfolgt sozialverträglich

Das Tarifergebnis konnte nur durch die breite Solidarität der Beschäftigten und mit der Unterstützung der Belegschaften von Autoliv und Volkswagen erreicht werden, ist sich IG Metall-Verhandlungsführer Uwe Zabel sicher. Er forderte, "diesen Global-Playern gesetzliche Schranken zu setzen, wenn sie zur Profitmaximierung Arbeitsplätze vernichten".

Mit dem Sozialtarifvertrag ist es gelungen, die Schließung erheblich zu verschieben und die unternehmerischen Maßnahmen sozialverträglich zu gestalten. Die Betroffenen profitieren außerdem von einer zusätzlichen tariflichen Entgelterhöhung von rund zehn Prozent und einer Leistungsprämie von rund 225 Euro pro Monat. Dafür sind sie bereit, die Verlagerung der Maschinen nicht weiter zu behindern. Die IG Metall-Mitglieder bekommen zusätzlich zur Abfindung von einem Monatsentgelt pro Beschäftigungsjahr noch eine kleine Bonuszahlung.

Wechsel in Transfergesellschaft

Außerdem konnte die IG Metall eine sehr gut dotierte TransferPLUS Lösung durchsetzen: Neben der Abfindung wird den Arbeitnehmern angeboten, ab Anfang 2013 für ein Jahr in eine Transfergesellschaft zu wechseln. In dieser gut ausgestatteten und nach IG Metall Qualitätsrichtlinien geführten Transfergesellschaft erhalten sie 80 Prozent ihres bisherigen Nettoentgeltes. Ferner werden sie dort bei der Suche nach einem neuen Job unterstützt.

Die Betriebsratsvorsitzende Birgit Jeksties kommentierte die Einigung mit einem lachenden und einem weinenden Auge: "Wir konnten erreichen, dass unsere Kolleginnen und Kollegen vor 2014 nicht arbeitslos werden. Insbesondere konnten wir auch Leiharbeitskräfte, die länger als vier Jahre bei Norma/Autoliv tätig waren, einbeziehen in den Sozialtarifvertrag und Bonus-Regelungen für die IG Metall-Mitglieder erreichen. Trotzdem fällt es uns als Belegschaft verdammt schwer zu akzeptieren, dass nun auch die endgültige Schließung der Betriebe in Rellingen und Norderstedt für höhere Profite vom Autoliv Konzern fest steht."

Norma liefert Metall- und Kunststoffkomponenten an Autoliv und schreibt nach eigenen Angaben seit Jahren rote Zahlen.

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