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Ausgetretene Mitglieder wieder zurückgewinnen

Ausgetretene Mitglieder wieder zurückgewinnen

Die Probleme der Mitglieder ernst nehmen

08.07.2013 Ι Finanzielle Schwierigkeiten, Arbeitslosigkeit, Elternzeit oder Ärger mit Kollegen - es kann viele Gründe dafür geben, aus der Gewerkschaft austreten zu wollen. Doch für viele dieser Probleme gibt es Lösungen. Daher sprechen Gewerkschafter Ex-Mitglieder gezielt an. Und sie haben Erfolg damit - so wie in Gaggenau.

Dass auch Ex-Mitglieder eine interessante Zielgruppe sein können, haben die Metaller aus Gaggenau schon vor Jahren erkannt. Sie versuchen gezielt, die ausgetretenen Mitglieder wieder zurück zu gewinnen. Bei knapp zehn Prozent der Kolleginnen und Kollegen, die seit 2005 aus der IG Metall ausgetreten waren, hat das auch funktioniert. "Wir sprechen die Kollegen an, ohne auf sie Druck auszuüben", erklärt Meike Hommel von der IG Metall Verwaltungsstelle Gaggenau. Bei diesen Gesprächen stellt sie immer wieder fest, dass es häufig Unwissenheit ist, die zu den Austrittswünschen führt.


Die Mitglieder aufklären

Nicht immer ist Mitgliedern klar, dass beispielsweise bei Arbeitslosigkeit der Gewerkschaftsbeitrag nur ein Bruchteil von dem üblichen Monatsbeitrag beträgt. Normal sind ein Prozent vom Bruttoentgelt. Arbeitslose zahlen jedoch nur 1,53 Euro. Auch Studierende zahlen weniger: 2,05 Euro im Monat. Und Umschüler, Rentner, Vorruheständler oder Kranke mit Krankengeldbezug zahlen 0,5 Prozent der monatlichen Leistung, die sie erhalten. Auch während der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008 / 09 beispielsweise war die Verunsicherung groß. In vielen Unternehmen gab es Kurzarbeit und dadurch hat sich das monatliche Entgelt deutlich reduziert. Klar ist, dass der Gewerkschaftsbeitrag dann angepasst wird.


Man muss mit den Leuten reden, soviel steht fest. "Die meisten Mitglieder reagieren positiv, wenn wir sie ansprechen", sagt Roman Zitzelsberger von der IG Metall Gaggenau. Und dabei spiele die Mundpropaganda und die Art, wie die Kolleginnen und Kollegen angesprochen werden, eine nicht unwesentliche Rolle. "Wenn man gute Gespräche geführt hat, kann ein Domino-Effekte verhindert werden", erklärt er. "Das ausgetretene Mitglied motiviert dann nicht noch weitere Mitglieder dazu, ebenfalls auszutreten".


Probleme ernst nehmen

Die Gaggenauer gehen mit den Austrittswünschen sehr systematisch um. Man versucht die Gründe für den Austritt herauszufinden und die Kolleginnen und Kollegen konkret anzusprechen. Es gibt nicht nur ein allgemeines unverbindliches Anschreiben. Und wenn die ehemaligen Mitglieder nicht persönlich angesprochen werden können, versucht man es telefonisch. Klar ist, nicht alle Austrittsgründe können durch reine Überzeugungsarbeit ausgeräumt werden. Trotzdem gelingt es immer wieder aus Ex-Mitgliedern überzeugte Gewerkschafter zu machen. "Die Mitglieder spüren, dass wir uns um sie bemühen und ihre Probleme ernst nehmen", so Zitzelsberger.

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