IG Metall
IGMetall.de - Springe direkt:
Inhalt
     
Aufschwung: Leiharbeit steigt

Aufschwung: Leiharbeit steigt

Leiharbeit fair gestalten

13.01.2010 Ι Arbeitgeber setzen Leiharbeiter nicht nur als Zusatz ein, um Produktionsspitzen abzufedern, sondern ersetzen mit ihnen auch regulär Beschäftigte. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung, für den es bereits erste Anzeichen gibt, werden die Entlassenen als Leiharbeiter wieder eingestellt. Zu schlechteren Bedingungen. Obwohl sie die gleiche Arbeit verrichten.

Wenn die gesetzlichen Rahmenbedingungen nicht grundlegend geändert werden, dann wird die momentane Krise die Ausbreitung von Leiharbeit noch beschleunigen. Leiharbeit wird nicht trotz, sondern wegen der aktuellen Krise noch schneller wachsen. Zu Lasten regulärer Arbeitsverhältnisse.
Die IG Metall hat mit ihrer Leiharbeitskampagne als erste DGB-Gewerkschaft das Thema aufgegriffen. Wir haben in den Betrieben gehandelt. Allein im Bereich der IG Metall wurden über 400 Betriebsvereinbarungen abgeschlossen. Damit haben wir die Situation der Leiharbeiter verbessert: In diesen 400 Betrieben haben wir verhindert, dass Leiharbeiter zu Dumpinglöhnen arbeiten und in ständiger Angst um den Arbeitsplatz leben müssen, und Stammbelegschaften durch Leiharbeiter ersetzt werden. Jedoch um für alle Leiharbeiter die Arbeits- und Entlohnungsbedingungen zu verbessern, muss die Politik endlich handeln.

Mit dem Aufschwung kommt die Leiharbeit
Die ersten Anzeichen einer wirtschaftlichen Stabilisierung sind da. Und schon vermeldet die Leiharbeitsbranche steigende Leiharbeiterzahlen.



Arbeitgeber setzen Leiharbeiter nicht nur als Zusatz ein, um Produktionsspitzen abzufedern, sondern ersetzen mit ihnen auch regulär Beschäftigte. Mehr als die Hälfte der befragten Betriebsräte bestätigte dies für ihre Betriebe. Rund ein Viertel gab an, dass in ihrem Betrieb mehr als 10% der Beschäftigten Leiharbeiter seien. Diese werden überwiegend nach dem Tarif des Verleihers entlohnt, verdienen also deutlich weniger als ihre regulär beschäftigten Kollegen. Nur etwa ein Zehntel bekommt für gleiche Arbeit gleiches Geld.
Sieht man sich die Entwicklung in der letzten Aufschwungphase an und nimmt die Befürchtungen unserer Betriebsräte und Aussagen der Leiharbeitsbranche hinzu, so droht mittelfristig eine Zahl von 2,5 Millionen Leiharbeitern. Trifft diese Entwicklung ein, würden im nächsten Aufschwung nicht zwei Millionen Jobs in regulärer Beschäftigung entstehen, sondern im Niedriglohnbereich und prekären Beschäftigungsverhältnissen. Wir fordern, dass eine Verbesserung der Wirtschaftslage mit dem Aufbau regulärer Beschäftigung verknüpft wird. Ungeschützte prekäre Arbeit kann kein Leitbild für unsere Gesellschaft sein:

  • Weil die Menschen Perspektiven, Planbarkeit und Sicherheit für ein gutes Leben brauchen.
  • Weil innovatives und nachhaltiges Wirtschaften nicht durch kurzfristiges Profitdenken gesichert wird.

So wird häufig nicht bedacht, dass kurzfristige Kosteneinsparungen durch den Einsatz von Leiharbeit langfristige Folgekosten wie sinkende Mitarbeiterloyalität, Qualitätsprobleme und eine Erosion der Innovationsfähigkeit nach sich ziehen. Wir wollen, dass diejenigen Stammkräfte, die in der Krise entlassen oder in Transfergesellschaften ausgegliedert wurden, nach der Krise ihren Arbeitplatz wieder erhalten und dieser nicht durch einen Leiharbeiter besetzt wird. Das verbessern wir durch Betriebsvereinbarungen oder Tarifverträge. Die Zukunft der Arbeit liegt in Arbeitsplätzen mit Perspektiven.

Themen

Alles rund um Ihren Arbeitsplatz.

Links und Zusatzinformationen
Servicebereich