IG Metall
IGMetall.de - Springe direkt:
Inhalt
     
ATLAS_26_10_2010

Atlas: Gesamtbetriebsrat und Geschäftsführung erzielen Einigung

Bei Atlas gelten die Tarifverträge weiter

26.11.2010 Ι Der fünfwöchige Streik beim Maschinenbauer Atlas hat ein Ergebnis gebracht. Geschäftsführung und der Gesamtbetriebsrat, begleitet von der IG Metall, erzielten in der Nacht eine Einigung: Für die 650 Beschäftigten der Atlas-Werke in Delmenhorst, Ganderkesee und Vechta gelten die Tarifverträge weiter. Zudem erhalten die ab dem 1. Mai 2,7 Prozent mehr Geld. Die Arbeitsbedingungen werden durch eine Gesamtzusage kollektiv abgesichert.

In der Nacht zum 26. November 2010 haben der Gesamtbetriebsrat, begleitet von der IG Metall, und die Geschäftsführung der Atlas-Werke folgende Einigung erzielt:

  • Die Arbeitsbedingungen bei Atlas werden durch eine Gesamtzusage kollektiv abgesichert.
  • Es wurde ein Übernahmetarifvertrag vereinbart, der als Bestandteil der Einzelarbeitsvertrage unbefristet gilt.
  • Gewerbliche Arbeitnehmer und Angestellte werden gleich behandelt.
  • Für neueingestellte Beschäftigte gelten die Bedingungen des Übernahmetarifvertrages.
  • Die Entgelte werden ab dem 1. Mai 2011 um 2,7 Prozent erhöht.
  • Die während des Streiks ausgesprochenen Kündigungen werden zurückgenommen.
  • Strafanträge, die wegen des Streiks gestellt wurden, werden ebenfalls zurückgenommen.
  • Bei der Bezahlung von befristet Beschäftigten könne maximal für zwölf Monate vom Tarifvertrag abgewichen werden.

Alle Vereinbarungen werden Bestandteil der Einzelarbeitsverträge - das hat die Geschäftsführung zugesagt.

Geschlossenheit zahlt sich aus
"Nach fünf Wochen Streik haben wir ein Ergebnis erreicht, das die Beschäftigten vor Willkür schützt", begüsste Jutta Blankau, Bezirksleiterin der IG Metall Küste das Ergebnis. Die Geschlossenheit der Belegschaft und die überwältigende Solidarität aus der Region und dem gesamten Bundesgebiet hätten Atlas-Chef Fil Filipov dazu gebracht, auf die Beschäftigten zuzugehen, so die Gewerkschafterin.

Mit Blick auf die bis zur Einigung  angespannte Lage in den drei Atlas-Werken betonte Hartmut Tammen-Henke, Erster Bevollmächtigte der IG Metall Oldenburg, dass mit der Einigung auch alle Kündigungen und Strafanträge durch die Geschäftsführung vom Tisch seien. "Damit ist für uns eine Grundlage für eine vernünftige Zusammenarbeit von Unternehmensleitung und Beschäftigten geschaffen", sagte Tammen-Henke.

Viel erreicht
Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende der Atlas Maschinenbau GmbH, Holger Rigbers, erklärte nach den Verhandlungen, ein Tarifvertrag mit der IG Metall wäre für alle Beteiligten zwar die beste Lösung gewesen. Trotzdem habe man viel erreicht. Dass die tariflichen Regelungen weiterhin Gültigkeit haben, gäbe den Atlas-Beschäftigten und ihren Familien Sicherheit und Verlässlichkeit. Rigbers ist sich sicher: "Das hätten wir ohne den Arbeitskampf, ohne den Einsatz der am Streik beteiligten Kolleginnen und Kollegen und ohne die IG Metall nicht geschafft."

Die Tarifkommission hat die Annahme des Ergebnisses empfohlen. Kommenden Montag findet die Urabstimmung darüber an den drei Atlas-Standorten statt. 

Zum Hintergrund
Der Baumaschinenhersteller Atlas gehörte bis zum Frühjahr 2010 zu dem amerikanischen Terex-Konzern. Nach der Übernahme durch einen früheren Terex-Manager Filipov hatte das Unternehmen ohne Rechtsgrundlage Beschäftigte entlassen, versetzt und niedriger eingestuft. Wochenlang hatte Filipov sich geweigert Verhandlungen über einen Tarifvertrag über Mindestarbeitsbedingungen zu führen.
Das war der Grund für den Streik. Dazu kommt, dass sich Filipov durch Lohndumping einen ungerechtfertigt Wettbewerbsvorteil verschaffen wollte. Die Einkommen liegen unterhalb der üblichen Tarifverträge der Metallindustrie in Niedersachsen und neue Mitarbeiter erhielten niederigere Einstiegsgehälter.

Themen

Alles rund um Ihren Arbeitsplatz.

Links und Zusatzinformationen
Servicebereich