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Arbeitslosenzahlen sinken unter 3 Millionen-Marke. Foto: Thomas Aumann/Fotolia.de

Arbeitslosenzahlen sinken unter 3-Millionen-Grenze

Niedriglohnsektor und Leiharbeit dämpfen Euphorie

29.10.2010 Ι Die Arbeitslosigkeit sinkt, der Aufschwung ist da und die Löhne müssen steigen. Darüber sind sich alle einig - außer den Arbeitgebern. Aber das ist ja auch so üblich. Das eigentliche Problem ist der Niedriglohnsektor - darum sollte sich die Bundesregierung kümmern.

Die Zahl der Arbeitslosen ist erstmals seit 2008 wieder unter 3 Millionen gesunken. Im Oktober dieses Jahres betrug die Arbeitslosenzahl in Deutschland rund 2 945 000 Millionen. Das sind 86 000 weniger als noch im September 2010. Die neue Arbeitslosenquote beträgt damit rund 7 Prozent, saisonbereinigt sind es 7,5 Prozent.
Bundesarbeitsministern Ursula von der Leyen wertet das als Erfolg für die Menschen, die Tarifpartner und die Bundesagentur für Arbeit. In der Krise hätten sich vor allem die Konjunkturpakete und die Ausweitung der Kurzarbeit bewährt.



Genauer hinsehen
Deutschland im Aufschwung - das melden auch die Medien. Die Arbeitslosenzahl könnte bis 2012 sogar unter die 2-Millionen-Grenze, vermelden Experten. Wenn keine neue Wirtschaftskrise dazwischen komme. Wer genauer hin sieht, erkennt jedoch, dass es zwar wieder mehr Arbeitsplätze gibt, dass diese neuen Arbeitsplätze aber vor allem im Niedriglohnsektor und in der Leiharbeit entstehen. Das sieht auch Detlef Wetzel, Zweiter Vorsitzender der IG Metall, so: "Die sinkende Arbeitslosigkeit ist erfreulich, hat aber einen Haken: die sieben Millionen Menschen im Niedriglohnbereich und die ausufernde Leiharbeit. Das bleibt für uns Thema."

Arbeitnehmer am Aufschwung beteiligen
Die Arbeitnehmer haben geholfen, die Krise zu überwinden. Und nun fordern sie auch einen gerechten Anteil am Aufschwung. Die IG Metall setzt sich dafür ein. Detlef Wetzel erklärte: "Wir setzen bereits auf Lohnsteigerungen. In der Stahlbranche gab es einen sehr guten Abschluss, und ebenfalls in der Metall- und Elektroindustrie: Dort ist vereinbart, dass die Lohnerhöhung von 2,7 Prozent zwei Monate vorgezogen werden kann. Die Diskussionen laufen in den Betrieben bereits." So haben etwa Bosch und möglicherweise auch Porsche bereits beschlossen, die Tariferhöhung für April 2011 um zwei Monate vorzuziehen.
Hinsichtlich künftiger Tariabschlüsse erklärte Wetzel gegenüber dem "Hamburger Abendblatt", dass der Stahltarifabschluss ein guter Richtwert für künftige Abschlüsse sei: "Der Abschluss sichert den Beschäftigten einen ordentlichen Anteil am sich abzeichnenden Aufschwung. Er ist ein Merkmal, in welchen Dimensionen künftige Abschlüsse liegen sollten. Mehr als drei Prozent sind grundsätzlich angemessen."

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