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Arbeitslexikon

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Toyota-Produktionssystem

Ganzheitliche Produktionssysteme (GPS) orientieren sich in Deutschland fast durchweg am - aus Japan stammenden - Toyota-Produktionssystem. Seit Mitte der 90er Jahre breitet sich das Toyota-System aus. Nach der Autoindustrie hat es inzwischen auch die Zulieferer erfasst und andere Branchen wie Maschinenbau, kleinere Betriebe und nach der Produktion auch Verwaltungen.

Das Ziel ist eine möglichst "verschwendungsfreie" Produktion. Als verschwenderisch gelten Wartezeiten (etwa durch Störungen oder fehlendes Material), Lagerbestände, überflüssige Bewegungen, Transporte und überflüssige Arbeitsgänge. Produziert wird "ziehend", "im Kundentakt": Die Beschäftigten stellen nur das her, was der nachfolgende Arbeitsprozess an Vorprodukten braucht, die Endmontage liefert soviel, wie der Kunde in gleicher Zeit abnimmt. Das Material ist permanent in Bearbeitung. Das verringert Wartezeiten und Lagerhaltung. Tätigkeiten, die nicht wertschöpfend sind - wie Gehwege und Transporte, werden systematisch verringert. Jede Verbesserung wird als neuer verbindlich einzuhaltender Standard festgeschrieben. Schnelles, flexibles Umrüsten ermöglicht kleine Mengen oder Einzelstückfertigung.

Was bedeutet das für die Arbeitnehmer?
In der Reinform sieht das Toyota-System vor, dass die Beschäftigten das Werkstück von einem Arbeitsschritt zum nächsten begleiten, also unterschiedliche Arbeiten beherrschen. Sie sind in die kontinuierlichen Verbesserungsprozesse einbezogen. In Deutschland wird Toyota aber oft mit Taylorismus vermischt: Zerstückeln der Arbeit inmonotone Tätigkeiten und ständig kürzere Taktzeiten. Folgen: Entwertung der Qualifikationen, Arbeitsverdichtung, Stress und Gesundheitsverschleiß.

Was kann der Betriebsrat tun?
Betriebsräte können die Einführung mitgestalten. Dabei sollten sie zuerst ein Leitbild für die Arbeitsgestaltung entwickeln und sich über Mindestbedingungen verständigen. Lernförderlichkeit und Alternsgerechtigkeit sind wichtige Aspekte. Die Chancen mitzugestalten sind am größten, wenn es gelingt, Beteiligungsrechte in Betriebsvereinbarungen festzuhalten.

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