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Amnesty International feiert 50jähriges Bestehen. Foto: Fotolia

Amnesty International feiert 50jähriges Bestehen

Wie eine Idee die Welt veränderte

27.05.2011 Ι 1960 hatte ein englischer Rechtanwalt die Idee, öffentlich Druck für politisch Verfolgte zu machen. Über Zeitungsartikel wurden die Menschen aufgefordert, sich mit Appellschreiben an Regierungen zu wenden und die Freilassung politisch Inhaftierter zu fordern. Dieser "Appeal for Amnesty" führte im Mai 1961, zur Gründung von Amnesty International.

Noch im gleichen Jahr, im Sommer 1961, initiierte der Journalist Gert Ruge die Gründung der deutschen Sektion von Amnesty International. Drei Geldgeber fand er damals: Berthold Beitz von der Firma Krupp, Hans Matthöfer, damals IG Metall-Sekretär und später Bundesfinanzminister, und den Kölner Kardinal Joseph Frings. Mit diesen drei großen Spenden, so erinnert sich der heute 80jährige Ruge, wurden die ersten Reisen für politische Häftlinge organisiert.

Inzwischen ist Amnesty International in über 150 Ländern vertreten und hat weltweit über 2,8 Millionen Unterstützer. Aber immer noch ist es der öffentliche Druck, vor dem sich diejenigen, die für die Verletzungen der Menschenrechte verantwortlich sind, am meisten fürchten. Der jährlich erscheinende Amnesty-Bericht zur Lage der Menschenrechte in aller Welt sorgt regelmäßig für Aufsehen, akribisch wird darin dokumentiert, in welchen Ländern welche Art von Menschenrechtsverletzungen vorkommen.

Kurz vor ihrem 50. Geburtstag ließ die Menschenrechtsorganisation mit einer kleinen hoffnungsvollen Bemerkung aufhorchen: "Das Jahr 2010 wird möglicherweise als ein Jahr der Zeitenwende in die Geschichte der Menschenrechte eingehen". Das schrieb Amnesty International-Generalsekretär Salil Shetty im jüngsten, im Mai veröffentlichten Jahresbericht der Organisation. "Menschenrechtsverteidiger und Journalisten bedienten sich zunehmend neuer Technologien, um die Mächtigen mit der Wahrheit zu konfrontieren und auf diese Weise auf eine stärkere Einhaltung der Menschenrechte zu dringen".

Der Rest des Berichtes zur Lage der Menschenrechte in der Welt gibt keinen Anlass zum Jubel: In 89 Staaten wird das Recht auf freie Meinungsäußerung eingeschränkt, in 48 Ländern sind Menschen nur wegen ihrer politischen Überzeugungen in Haft, Folter und andere Misshandlungen sind in 98 Ländern dokumentiert.

Weiterhin gefährlich leben in vielen Ländern Menschen, die sich für Gewerkschaftsrechte einsetzen. Im Jahr 2009, für das die jüngsten Zahlen vorliegen, wurden weltweit mindestens 101 Gewerkschafter ermordet - das sind 30 Prozent mehr als im Jahr zuvor. In insgesamt 140 Ländern werden gewerkschaftlich Aktive bei ihren Bemühungen, Arbeitnehmerrechte zu verteidigen, rechtswidrig behindert.

Für diese Menschen, die oftmals ihre Freiheit und manchmal sogar ihr Leben für die Rechte von Arbeitnehmern in ihrem Land riskieren, hat Amnesty die Gruppe Gewerkschaften gegründet. Die hier aktiven Amnesty-Mitglieder bedienen sich vor allem eines elektronischen Netzwerkes, schicken Eilbriefe an Verantwortliche oder bringen Online-Petitionen ein.

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