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Am 9. Oktober startet der 22. Gewerkschaftstag der IG Metall

Am 9. Oktober startet der 22. Gewerkschaftstag der IG Metall

Raum für Entschlüsse

29.09.2011 Ι Die schwerste Wirtschaftskrise seit 80 Jahren, Kurzarbeit und ein starker Aufschwung - seit dem Gewerkschaftstag 2007 hat die Wirtschaft wechselhafte Zeiten erlebt. Wie die IG Metall neue Herausforderungen anpacken will, diskutieren die Delegierten auf dem Gewerkschaftstag in Karlsruhe.
189 Seiten mit 485 Anträgen - die Delegierten des 22. Gewerkschaftstags haben sich einiges vorgenommen, wenn sie vom 9. bis 15. Oktober in Karlsruhe zusammenkommen. Es geht um Gerechtigkeit und Fairness, um Sicherheit und Zukunft. Kurzum, es geht darum, wie sich die IG Metall in den nächsten vier Jahren politisch aufstellt.

Im Schatten der Krise

Drei Jahre nach dem Zusammenbruch der Lehmann Brothers Bank in den USA schlagen sich die wirtschaftlichen Turbulenzen auch in den Themen des Gewerkschaftstags nieder. Die IG Metall hat in der Krise erfolgreich interveniert und sich auch im anschließenden Aufschwung behauptet. Das wird von vielen anerkannt, wie Martin Allespach, Leiter der Grundsatzabteilung beim Vorstand, beobachtet. "Viele sehen aber, dass die Politik kaum Lehren aus der Krise gezogen hat. Angesichts der Lage in Europa wird uns das Thema auf dem Gewerkschaftstag beschäftigen."

22. IG Metall-Gewerkschaftstag: Hier der Saal, wie er geplant ist. Foto: IG Metall

In mehreren Anträgen fordern Metallerinnen und Metaller daher, die Finanzmärkte zu zügeln. Zu wenig hat die Politik aus ihrer Sicht auf diesem Feld bislang unternommen. Ratingagenturen, die in der Krise versagt haben, bewerten weiter Risiken und treiben ganze Staaten in den wirtschaftlichen Abgrund. Hedgefonds sind wieder im Aufwind und Banken werden an den Krisenkosten zu wenig beteiligt. Mehrere Anträge sprechen sich für eine Finanztransaktionssteuer aus.

Neben der aktuellen politischen Lage stehen Dauerbrenner wie Rente und Arbeitszeit auf der Tagesordnung. Wie schon auf dem Gewerkschaftstag vor vier Jahren beschäftigt viele Metallerinnen und Metaller die Frage, wie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gesund in Rente gehen können, ohne in Altersarmut zu enden.

Bei der Arbeitszeit geht es um die Einhaltung der 35-Stunden-Wochen und um Arbeitszeitmodelle, die sich an den Berufs- und Lebenslagen der Menschen ausrichten.

Wert der Arbeit

Den mit Abstand größten Block bildet die Leiharbeit. Die Delegierten müssen über 39 Anträge zu diesem Thema abstimmen. Darin fordern sie unter anderem, Leiharbeitnehmer tariflich gleichzustellen und die Kampagne "Gleiche Arbeit - Gleiches Geld" fortzusetzen. "Leiharbeit bewegt viele. Wenn Menschen nicht mehr unter Personal, sondern unter Sachkosten geführt werden, sagt das viel darüber aus, wie Arbeit in unserer Gesellschaft bewertet wird", sagt Allespach.

Vor allem die Jungen trifft Leiharbeit. Sie müssen sich häufiger als ältere mit unsicheren Jobs und schlechter Bezahlung begnügen. Die Situation der jungen Generation hat die IG Metall bereits vor dem Gewerkschaftstag auf ihre Agenda gesetzt. "Wir können nicht zulassen, dass junge Menschen in perspektivlose Warteschleifen abgeschobenwerden", sagt Martin Allespach. Die Frage, wie sie Zugang zu Ausbildung und sicheren Jobs bekommen, wird ein Thema sein.

Eine weitere Herausforderung sieht Allespach im ökologischen Umbau der Industrie. Produktion muss nachhaltig sein, Wachstum nicht zwangsläufig mit Ressourcenverbrauch einhergehen. Damit dieser Wandel nicht zu Lasten der Arbeitnehmer geht, kommt es für die IG Metall darauf an, für sie Brücken zu bauen.

IG Metall

Interessen erfolgreich durchsetzen.

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Kanzlerin und Bundespräsident kommen auch

Mehr als 1000 Besucher erwartet die IG Metall zu ihrem Gewerkschaftstag in Karlsruhe. Neben den 481 Delegierten haben sich 576 Gäste angemeldet. Auch die Bundeskanzlerin und der Bundes- präsident besuchen die IG Metall.

  • Den Anfang macht Bundespräsident Christian Wulff am Sonntag. Bundeskanzlerin Angela Merkel wird dann zum Ende der Woche erwartet.

  • Vier Frauen aus vier Parteien diskutieren am Donnerstag auf dem Podium. Darunter NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und Bundesbildungsministerin Annette Schavan.
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