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Alstom Salzgitter: Demonstration für die Zukunft des Schienenfahrzeugbauers. Foto: IG Metall

Alstom Salzgitter: Demonstration für die Zukunft des Schienenfahrzeugbauers

Proteste gegen die Kahlschlagpolitik bei Alstom

25.05.2011 Ι Über 5000 Beschäftigte protestierten heute gegen die Kahlschlagpolitik des Bahntechnikherstellers Alstom. Unterstützt wurden sie dabei von den Beschäftigten anderer Alstom-Werke. Nach Salzgitter kamen auch Delegationen von MAN, der Salzgitter AG und der SMAG, von Bosch und Volkswagen sowie Voith, Stoll, Funkwerk, Meyer und Magna.

Mehr als 5000 Beschäftigte protestierten heute in Salzgitter gegen die Sparpläne beim französischen Bahntechnikhersteller Alstom. Es gingen nicht nur die Beschäftigten des Schienenfahrzeugbauers auf die Strasse. Sie wurden unterstützt von den Beschäftigten anderer Alstom-Werke, der MAN-Belegschaft in Salzgitter, der Salzgitter AG, der SMAG, Beschäftigten von Bosch und Volkswagen sowie von Voith, Stoll, Funkwerk, Meyer und Magna. An der Aktion beteiligten sich auch Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU), SPD-Vorsitzender Sigmar Gabriel, Oberbürgermeister Frank Klingebiel (CDU) und Hartmut Meine, Bezirksleiter der IG Metall für Niedersachsen.

Wochenlange Verhandlungen mit der Geschäftsleitung um die Zukunft von Alstom brachten so gut wie nichts. Die französische Konzernleitung will den Rohbau aus dem Werk in Salzgitter nach Polen verlagern und 700 Stellen abbauen. Im Zuge der Verhandlungen hat der Betriebsrat bereits zahlreiche Vorschläge gemacht, um den Standort zu sichern, die Produktivität zu erhöhen und die Arbeitsplätze in Salzgitter zu halten. Doch mehrere Gesprächsrunden blieben ohne Ergebnis.

Hartmut Meine, IG Metall-Bezirksleiter für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, forderte die Geschäftsführung auf, endlich ein zukunftweisendes Konzept für den Alstom-Standort in Salzgitter vorzulegen. "Während der Markt brummt, will der Alstom-Konzernchef Kron Kapazitäten in Salzgitter stilllegen. Ich fordere ihn auf, seiner Rolle endlich gerecht zu werden und Aufträge nach Salzgitter zu holen." Ministerpräsident McAllister erklärte: "Mit meiner Teilnahme an der Demonstration möchte ich deutlich machen, dass die Landesregierung solidarisch die Forderungen der Arbeitnehmer unterstützt".


Konzern-Betriebsratsvorsitzender Udo Belz kritisierte, dass Alstom zur Zeit konzernweit auf Personalabbau und Verlagerung setzt. "Die Konzernstrategie scheint daraus zu bestehen, dass es keine gibt. Es besteht keine Vision, in welche Richtung sich der Konzern entwickeln kann und welche neuen Produkte für welche Märkte entwickelt werden sollen. Alles scheint auf den Moment ausgerichtet ohne jegliche intelligente Zukunftsplanung. So kann ein Konzern nicht vernünftig geleitet werden."

Bernd Eberle, Betriebsratsvorsitzender im Alstom-Werk Salzgitter zeigte sich überwältigt von der Solidarität der Kolleginnen und Kollegen aus der Region und den anderen Konzernstandorten. "Die Konzernspitze und die örtliche Geschäftsführung schaffen es, eine ganze Region gegen sich aufzubringen. Diese Energie sollten sie besser dazu verwenden, gemeinsam mit uns eine tragfähige Lösung zu erarbeiten. Solange die Konzernleitung nicht bereit ist, intelligente Konzepte zu verhandeln, wird auch der Protest weitergehen müssen."

Sechs-Punkte-Katalog für Alstom Salzgitter

In Gesprächen mit dem Alstom-Management hatten IG Metall und Betriebsrat in den letzten Monaten konstruktive Vorschläge zur Standort- und Beschäftigungssicherung gemacht und der Geschäftsführung ein sechs Punkte umfassendes Zukunftskonzept vorgelegt:

  1. Keine Kündigungen im Kontext eines boomenden Marktes.
  2. Keine Schließung des Stahlrohbaus.
  3. Management muss Kostenoptimierung und Qualitätsoffensive auf den Weg bringen.
  4. Nachhaltige Absicherung des Standortes durch Zuteilung von Aufträgen.
  5. Zukunfts- und Beschäftigungssicherungstarifvertrag bis 2016.
  6. Solidarität mit Alstom Power und anderen europäischen Alstom-Standorten.

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