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Alstom Power: Information über Restrukturierung verschoben

Alstom: Information über Restrukturierung verschoben

Alstom braucht Vereinbarung für sichere Arbeitsplätze

06.10.2010 Ι Alstom plant, in Europa mehrere tausend Stellen abzubauen. Die offizielle Information der Konzernleitung zu den Abbauplänen wurde nun auf den 18./19. Oktober 2010 verschoben. Der Konzernbetriebsrat fordert unterdessen eine Beschäftigungsgarantie nach dem Vorbild von Siemens.

Alstom plant einen weltweiten Stellenabbau von rund 4000 Stellen in der Sparte Power. 3200 davon sollen in Europa wegfallen. Darüber hinaus teilte der Konzern im Juni 2010 mit, dass auch Veränderungen im Transportbereich geplant sind. Hier möchte der Konzern angebliche Überkapazitäten abbauen. 

Eigentlich wollte die Konzernleitung den europäischen Betriebsrat bereits am Montag, 4. Oktober 2010, über die Maßnahmen informieren. Das Treffen wurde nun auf den 18./19. Oktober 2010 verschoben.

Was bedeutet das für die deutschen Standorte?
Für die meisten deutschen Standorte von Alstom gelten so genannte Beschäftigungssicherungsvereinbarungen. Diese schließen betriebsbedingte Kündigungen in der Regel bis November 2011 aus. Außerdem können Kurzarbeit, Altersteilzeit oder auch normale Personalfluktuation zum Ausgleich genutzt werden. Betriebsbedingte Kündigungen sind hier kein Muss.

Was fordert der Konzernbetriebsrat?
Der Konzernbetriebsrat und die IG Metall werden sich dafür einsetzen, dass keine betriebsbedingten Kündigungen erfolgen. Außerdem sehen beide eine gute Möglichkeit, bei Alstom Power eine ähnliche Beschäftigungssicherungsvereinbarung wie zuletzt bei Siemens erzielt, abzuschließen. Dann wären betriebsbedingte Kündigungen nur noch mit Zustimmung des Betriebsrats möglich. Alstom ähnelt Siemens stark: Der Konzern ist in den selben Geschäftsfeldern und Märkten mit den selben Produkten aktiv. Eine ähnliche Vereinbarung zur Absicherung der Arbeitsplätze wie bei Siemens erscheint also naheliegend. Siemens hatte damit auf den drohenden Fachkräftemangel reagiert. Udo Belz, Konzernbetriebsratsvorsitzender von Alstom, sieht das auch so: "Wir gehen davon aus, dass das Geschäft mit Gaskraftwerken wieder anzieht. Wenn es soweit ist, ist es wichtig, dass wir qualifizierte Fachkräfte an Bord haben, um die Aufträge schnell abwickeln zu können."

Wie geht es weiter?
Die Details zur geplanten Umstrukturierung wird der Konzernbetriebsrat unmittelbar nach der außerordentlichen Sitzung des europäischen Betriebsrats am 18./19. Oktober 2010 bekannt geben. Betriebsrat und IG Metall hoffen auf konstruktive Gespräche, die sowohl europäische, als auch nationale Besonderheiten im Konzern berücksichtigen. Sollte die Geschäftsführung betriebsbedingte Kündigungen nicht ausschließen, werden Betriebsrat und IG Metall gemeinsam mit den Beschäftigten Widerstand leisten, erklärt Jochen Homburg vom IG Metall-Vorstand: "Die IG Metall wird betriebsbedingte Kündigungen nicht kampflos hinnehmen. Für die Zukunft des Unternehmens wird bei der Rückkehr des Marktes qualifiziertes Personal überlebenswichtig sein. Das darf jetzt nicht entlassen werden."

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