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Alstom: Arbeitgeber lässt Verhandlungen platzen. Foto: panthermedia

Alstom: Geschäftsleitung lässt Verhandlungen platzen

Nervenkrieg bei Alstom geht weiter

01.07.2011 Ι Die Verhandlungen zur Standortsicherung beim Bahnbauer Alstom in Salzgitter sind gescheitert: Nach rund 20-stündiger Verhandlung lag endlich ein unterschriftsreifer Standortvertrag vor, doch statt das Verhandlungsergebnis unter Dach und Fach zu bringen reisten die Arbeitgeber ohne Kommentar ab.

Die Verhandlungen über die Zukunft des angeschlagenen Bahntechnikherstellers Alstom in Salzgitter sind geplatzt. In vielen Punkten herrschte bereits Einigkeit zwischen Unternehmensleitung, Betriebsrat und IG Metall. Der Stahl-Rohbau sollte nicht, wie ursprünglich von der Konzernführung geplant, nach Polen verlagert werden, sondern zumindest in großen Teilen in Salzgitter bleiben.

Geschäftsleitung treibt es auf die Spitze
Die Verträge waren unterschriftsreif, als der Sprecher der Geschäftsführung noch einmal Millionenbeträge von den Beschäftigten verlangte. Plötzlich sollte die Belegschaft auch wieder 40 Stunden ohne Lohnausgleich arbeiten. Tariferhöhungen, Urlaubs- und Weihnachtsgeld sollte es auch nicht mehr geben. Die unglaubliche Begründung für diese Forderungen: "Das Management traut es sich nicht zu, die von ihnen selbst gesteckten Ziele zu erreichen, daher müssen die Beschäftigten für die Finanzierung aufkommen."

Maßlose Enttäuschung
Der Betriebsrat und die IG Metall lehnen es entschieden ab, die Unfähigkeit der Geschäftsführung zu bezahlen. Der Betriebsratsvorsitzende Bernd Eberle sieht die Ereignisse des heutigen Tages folgendermaßen: "Wir sind enttäuscht und wütend, ein solches Verhalten kann doch niemand mehr verstehen. Klar war, heute Morgen sollte ein Ergebnis auf dem Tisch liegen aber es hat sich gezeigt, dass wir hier vor Ort nach wie vor keine ernsthaften Verhandlungspartner haben. Eine Geschäftsführung, die ihre Belegschaft nicht ernst nimmt, hat hier keine Zukunft."

Horst Ludewig von IG Metall Salzgitter ist fassungslos: "Wir werden das Verhalten der Geschäftsführung jetzt im Betriebsrat und innerhalb der IG Metall beraten und weitere Maßnahmen planen und natürlich auch umsetzen. Die Konzernspitze von Alstom treibt es auf die Spitze, dies ist ein unzumutbarer Zustand".

Zu den Aussichten zur nächsten Woche sagte Eberle: "Wenn wir über das Wochenende keine Unterschrift bekommen, dann geht der Protest nächste Woche weiter, dann brennt hier die Hütte."

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