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Aktionstag 24. Februar 2011. Grafik: IG Metall

Aktionstag 24. Februar 2011

Arbeit muss sicher und fair sein

04.02.2011 Ι Die IG Metall sagt Leiharbeit und prekärer Beschäftigung den Kampf an. Am 24. Februar wird sie mit einem betrieblichen Aktionstag bundesweit für sichere und faire Arbeitsplätze protestieren. "Arbeit darf nicht zur Ramschware verkommen", sagt Berthold Huber, denn sie ist der wertvollste Rohstoff, den Deutschland besitzt.

Die Aufträge sprudeln, die Produktion zieht wieder an und der Arbeitsmarkt boomt. Flexibilität ist das Zauberwort, das beim Thema Beschäftigung die Unternehmen in Freudentaumel versetzt. Doch statt wie früher sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze einzurichten, werden Leiharbeitnehmer eingestellt oder neu Eingestellte erhalten nur einen befristeten Arbeitsvertrag. Mehr als acht von zehn neuen Jobs sind entweder in Leiharbeit oder befristet. Nur ein kleiner Teil, 15 Prozent, der neuen Arbeitsverträge werden über unbefristete Normalbeschäftigung abgedeckt. Das belegen die Ergebnisse unserer Umfrage unter Betriebsräten im Herbst 2010. Auf diesem Weg etablieren die Firmen eine Billiglohnlinie. Sie schalten Tarifverträge aus und umgehen den Kündigungsschutz. Denn die entliehenen Arbeitskräfte können jederzeit vor die Tür gesetzt werden.


 

Arbeitgeber verlassen den Konsens der Krise
Diese Art von Flexibilisierung ist nicht die Erfolgsformel, die uns jahrzehntelang Wohlstand beschert. Es war die gemeinsame Verantwortungs- und Mitbestimmungskultur von Arbeitnehmern, Arbeitgebern und Politik, die Deutschland ohne Massenentlassungen durch die Krise gebracht hat. Wer jetzt auf prekäre Beschäftigung setzt, der bricht diesen gesellschaftlichen Konsens. Wer so agiert, verweigert den Menschen den Respekt und die Anerkennung für ihre geleistete Arbeit. Das wird die IG Metall nicht hinnehmen.

Politik muss jetzt eingreifen
Auch die Politik setzt dieser Turbo-Flexibilisierung nichts entgegen. Dabei hätte die Regierung jetzt die Möglichkeit, die schlimmsten Fehlentwicklungen und Ungerechtigkeiten politisch zu korrigieren. Doch der Gesetzentwurf des Bundesarbeitsministeriums zur Arbeitnehmerüberlassung löst keines der drängenden Probleme. Elf Milliarden Euro im Jahr gibt der Bund für die sogenannten "Aufstocker" aus. Das sind Beschäftigte, die so wenig verdienen, dass ihr Verdienst nicht zum Leben reicht. Mit Equal Pay bei der Leiharbeit und allgemeinverbindlichen Mindestlöhnen könnte die Politik hier einen wirksamen Riegel vorschieben.

Arbeit muss wieder sicher und fair werden
Mit unseren Aktionen werden wir den Arbeitgebern klar machen, dass wir ihren Weg der Turbo-Flexibilisierung nicht akzeptieren. Flexibilisierung gibt es mit der IG Metall nur unter dem Schutz tariflicher Regelungen und mit betrieblicher Mitbestimmung. Deshalb wird die IG Metall am 24. Februar 2011 ein klares und deutliches Zeichen setzen. Für sichere Arbeit. Für faire Arbeit.

Kampagnen

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Links und Zusatzinformationen
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Hotline für Mitglieder

Für alle Fragen rund um die Leiharbeit hat die IG Metall für Leiharbeitnehmer, die Mitglied sind, eine Hotline eingerichtet. Unter 0800 - 4463488 können sie sich kostenfrei beraten lassen.

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