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Aktionen der Manroland-Beschäftigten

Lichterketten, Stühlerücken: Die Proteste gehen weiter

21.12.2011 Ι Die Beschäftigten des insolventen Druckmaschinenherstellers Manroland blicken mit Sorge ins nächste Jahr. Doch sie lassen den Mut nicht sinken. Mit Aktionen vor Weihnachten fordern sie den Erhalt der rund 6500 Arbeitsplätze. Am 13. Januar wird es eine große Kundgebung unter Beteiligung aller drei Standorte in München geben.

Mit einer Lichterkette machte die Manroland-Belegschaft am Standort Plauen am Dienstag auf die dramatische Situation aufmerksam. Mit Laternen und Fackeln demonstrierten etwa 500 Mitarbeiter ihre Entschlossenheit, um den Erhalt ihrer Arbeitsplätze zu kämpfen. Am Standort Plauen bangen 720 Mitarbeiter um ihren Job. Bundesweit sind 6500 Beschäftigte von der Insolvenz betroffen, die Manroland am 25. November anmelden musste.

Gescheitert war die Rettung des drittgrößten deutschen Druckmaschinenherstellers an mangelnder finanzieller Unterstützung der beiden Gesellschafter Allianz und MAN. Es komme jetzt darauf an, möglichst viele Arbeitsplätze zu sichern, sagte IG Metall-Vorstandsmitglied Jürgen Kerner. Die Hauptanteilseigner, aber auch die Politik seien in der Pflicht. "Der Druck auf Allianz und MAN darf nicht nachlassen, weil wir eine schnelle Lösung brauchen", sagte Kerner. "Von der Bundesregierung erwarten wir ein industriepolitisches Konzept für die Branche."

Die Zeit wird knapp

Laut Insolvenzverwalter Werner Schneider gibt es mehrere Interessenten aus dem In- und Ausland. Die Zeit drängt. Die Agentur für Arbeit übernimmt nur bis Ende Januar die Löhne und Gehälter für die Beschäftigten. "Die Belegschaft sieht mit großer Sorge ins neue Jahr", sagte die IG Metall-Bevollmächtigte Christiane de Santana. "Die Angst um den Arbeitsplatz nimmt den Kolleginnen und Kollegen jetzt jede Freude auf Weihnachten."

Umso wichtiger sind jetzt Aktionen der Belegschaft, mit denen sie ihren Mut und ihre Kampfbereitschaft zeigt. Am Stammsitz in Augsburg gingen an diesem Mittwoch die Proteste der Belegschaft weiter. Die Beschäftigten bildeten am Nachmittag eine Menschenkette um das Werk. Mit Transparenten, Fackeln und Kerzen zogen über 1000 Mitarbeiter mit Familienangehörigen und Vertretern anderer Betriebe über das Gelände.


Anteilseigner in die Pflicht nehmen

Auch in Offenbach gab es eine öffentlichkeitswirksame Demonstration der Manroländer. Die Auszubildenden und Beschäftigten stellten symbolisch für jeden Ausbildungsplatz einen Stuhl in der Innenstadt auft. 93 Ausbildungsplätze hat Manroland in der Region. "Der Erhalt des Ausbildungszentrums bei Manroland muss Bestandteil eines Fortführungskonzeptes sein", erklärte Marita Weber, Erste Bevollmächtigte der IG Metall Offenbach. "Wir werden dafür sorgen, dass sich die Hauptanteilseigner Allianz und MAN ihrer sozialen Verantwortung stellen", sagte Weber.

Der Druck der Manroland-Beschäftigten, des Betriebsrats und der IG Metall wird auch zwischen den Jahren und in 2012 nicht nachlassen. Es sind weitere Aktionen an den drei Standorten geplant. Zu einer großen Demonstration sind die Beschäftigten aus Plauen, Offenbach und Augsburg am 13. Januar nach München aufgerufen, wo Allianz und MAN ihre Zentralen haben. Es wird mit mehreren tausend Teilnehmern gerechnet.

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Wer mitmachen will kann für seine Aktion eine Torwand buchen. Motto: Drei unten - drei oben. Wer viermal trifft hat die Chance auf einen Besuch im ZDF-Sportstudio. Nähere Infos zur Torwand gibt es beim IG Metall-Vorstand:
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