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Affeldt Verpackungsmaschinen GmbH: Betriebsbesetzung war erfolgreich. Foto: Michael Frank

Affeldt Verpackungsmaschinen GmbH: Betriebsbesetzung war erfolgreich

160 Arbeitsplätze vorerst gerettet

01.04.2010 Ι Die 160 Beschäftigten des Maschinenbaubetriebs Affeldt GmbH haben sich vorerst ihre Arbeitsplätze erkämpft. Durch ihre 48 Stunden dauernde Betriebsbesetzung konnten sie verhindern, dass der Betrieb ausgeplündert wird. Seit dem 26. März führt ein vorläufiger Insolvenzverwalter den Traditionsbetrieb in Neudorf weiter. Die Belegschaft hat ihre Arbeit wieder aufgenommen und die Kurzarbeit beendet.

Die Affeldt-Beschäftigten reagierten letzte Woche prompt und besetzten ihre Fabrik. Die Geschäftsleitung hatte sie überraschend mit der Insolvenz des Betriebes konfrontiert. Die Betriebsbesetzung dauerte 48 Stunden - und sie wirkte: Die Belegschaft konnte verhindern, dass wertvolle Gerätschaften und Maschinen für Verpackungsanlagen abtransportiert wurden.

Beschäftigten erhalten wieder Arbeit und Geld
Seit dem 26. März 2010 führt der Rechtsanwalt Dr. Klaus Pannen als vorläufiger Insolvenzverwalter den Betrieb weiter. Die Kurzarbeit wurde ausgesetzt. Die Affeldt-Beschäftigten erhalten seitdem wieder Arbeit und vor allem Geld. Die IG Metall Unterelbe fordert nunmehr eine langfristige Perspektive für die Beschäftigten. "Dieser Teilerfolg konnte nur durch die Solidarität der IG Metall-Mitglieder bei Affeldt erreicht werden. Mit der Betriebsbesetzung wurde konkret das weitere Ausplündern des Betriebes verhindert", gibt sich Uwe Zabel erfreut.

Tarifvertraglich garantierte Perspektive für die Beschäftigten gefordert
Der IG Metall-Bevollmächtigte von Unterelbe fordert jetzt eine tarifvertraglich garantierte Perspektive für die Beschäftigten und den Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze. Ein Sozialtarifvertrag müsse eine sozialverträgliche Lösung für alle garantieren, so Zabel. In den nächsten Wochen wird die IG Metall die Verhandlungen mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter und dem Betriebsrat beginnen. Bis Mitte Mai 2010 soll dann ein Ergebnis vorliegen. "Hier kommt es weiterhin auf den Zusammenhalt und die Solidarität der Belegschaft an, damit diese nicht die Krise teuer bezahlen müssen", forderte der Bevollmächtigte.

Die Betriebsratsvorsitzende von Affeldt, Astrid Petersen, forderte ebenfalls "die langfristige Sicherung möglichst vieler Arbeitsplätze". Es müsse eine Perspektive für die 160 Beschäftigten her, "damit diese nicht die Managementfehler mit Massenarbeitslosigkeit bezahlen müssen".

Unlautere Managementmethoden
Ende 2007 hatte sich Geschäftsführer Martin Köppert mit seiner Beteiligungsgesellschaft MKB aus Magdeburg in den Metallbetrieb eingekauft. Seitdem wird das Unternehmen in einem "schleichenden Prozess" ausgesaugt, so die IG Metall. Das Management wurde durch MKB-Mitarbeiter aufgestockt, was pro Jahr rund 500 000 Euro Kosten verursachte. Know-how sei aus dem Betrieb ausgelagert worden. "So etwas nennt man heute Heuschrecke", so Uwe Zabel.

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