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Pressemitteilung Nr. 33/2017

IG Metall fordert aktive Investitions- und Innovationspolitik

13.09.2017 Ι

Berlin - Die IG Metall fordert von Politik und Unternehmen verstärkte Bemühungen und höhere Investitionen, um die industriellen Wertschöpfungsketten und Beschäftigung in Deutschland zu sichern. "Geschlossene Wertschöpfungsketten sind ein zentraler Pfeiler unseres Industriemodells und tragen maßgeblich zum wirtschaftlichen Erfolg der deutschen Volkswirtschaft bei", sagte Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender der IG Metall, auf einer Konferenz mit Betriebsräten der Stahl- und Automobilindustrie, des Maschinen- und Anlagenbaus sowie Vertretern aus Wirtschaft und Politik am Mittwoch in Berlin. "Die enge Kooperation zwischen Stahlindustrie, Maschinenbau und Automobilindustrie stabilisiert Lieferbeziehungen, sorgt für einen Austausch von Know-how und ist damit ein wichtiger Baustein der Produktions- und Produktinnovation dieser drei Leitbranchen."

 

Angesichts der Transformation, die durch Digitalisierung, Globalisierung, die  Energiewende und den Ausbau der Elektromobilität ausgelöst wird, geraten  einzelne Teile der Wertschöpfungsketten unter Druck. Besonders gilt das für die deutsche Stahlindustrie, die unter anderem durch das Stahl-Dumping aus China mit Herstellern konkurriert, die ihrerseits staatlich gefördert werden und die wenig auf Sozial- und Umweltstandards geben.

 

In der Automobilindustrie laufen die heimischen Standorte Gefahr, in der E-Mobilität abgehängt zu werden, sollte es nicht gelingen, eine eigene Zellfertigung für Batterien aufzubauen. "Das trifft auch den Maschinenbau als entscheidendes Bindeglied in der

Wertschöpfungskette. Die Antriebstechnik und der Werkzeugmaschinenbau zum Beispiel halten Investitionen mit Blick auf die Autoindustrie zurück. Für den Maschinenbau bedeutet das: Der Hauptabnehmer ,Auto' steht unter Druck, der Vorlieferant ,Stahl' ebenso", sagte Wolfgang Lemb, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall.

 

Auf der Konferenz wurde deutlich: Wertschöpfungsketten als wesentlicher Standortvorteil der deutschen Industrie können nur auf Basis qualifizierter Fach- und Ingenieurarbeit sowie hohem Forschungs- und Entwicklungseinsatz erhalten werden. Ein Wettbewerb, der allein darauf ausgerichtet ist, billigere Produkte auf Kosten von niedrigen Produkt- und Arbeitsstandards herzustellen, passt nicht zu hochwertiger Qualitätsproduktion. "Die Transformation lässt sich nur durch Mitbestimmung bewältigen, sei es bei Qualifizierungsprogrammen auf der Grundlage von gesetzlichen oder tarifvertraglichen Ansprüchen, sei es bei Investitions-entscheidungen oder bei Strategiediskussionen in Aufsichtsräten", betonte der IG Metall-Vorsitzende.

 

Hofmann forderte die Unternehmen auf, Zukunftsinvestitionen Vorrang zu geben vor kurzfristigen Profitinteressen. Von der Politik erwartet er eine aktive Industriepolitik, die  mit Investitions- und Innovationsinitiativen die hiesigen Produktions- und Technologiestandorte stärkt.

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