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125 Jahre IG Metall - Umfrage unter Metallern mit Migrationshintergrund

"Das Erreichte für die nächste Generation bewahren"

16.12.2016 Ι Die IG Metall wird 125 Jahre alt. Seit 55 Jahren kommen Arbeitsmigranten in die Bundesrepublik und werden Mitglied in unserer Gewerkschaft. Am Rande der Migrationskonferenz in Sprockhövel haben wir Mitglieder mit Migrationshintergrund gefragt, welche Bedeutung die IG Metall für sie hat.

Kenan IlhanKenan Ilhan (54) IG Metall Duisburg/Dinslaken, Stellvertretender Vorsitzender des Migrationsausschusses: Mein Vater gehörte zur ersten Generation von Migranten, die als "Gastarbeiter" ins Land gekommen sind. Er war hier ganz neu in einer vollkommen fremden Arbeitswelt. Die IG Metall hat ihn aufgenommen und ihm geholfen, und sie hat ihm Geborgenheit gegeben. In der Organisation hat er von Anfang an Rechte gehabt, die er in der Zivilgesellschaft nicht hatte - zum Beispiel das aktive und passive Wahlrecht. Die IG Metall hat ihm eine Heimat gegeben, und das prägt mich auch heute in der zweiten Generation noch. Die IG Metall steht für mich und meine Rechte ein, sorgt für ein sicheres und angemessenes Einkommen. Hier finde ich die Solidarität und das Miteinander, das man braucht, um in der Gesellschaft zu bestehen.

 

Fotini KiosseFotini Kiosse (48) Mercedes-Benz Untertürkheim:  Mein Großvater war als erster aus der Familie nach Deutschland gekommen. Mein Vater war dann bereits IG Metaller. Ich bin mittlerweile die dritte Generation meiner Familie in Deutschland, und meine Kinder sind schon die vierte. Ich empfinde ganz großen Respekt vor denen, die all das aufgebaut haben, was uns heute selbstverständlich erscheint. Vor allem wenn man bedenkt, unter welchen Bedingungen diese Leute für gute Arbeits- und Lebensbedingungen gekämpft haben. Egal woher wir stammen und welche Nationalität wir haben: Es ist unsere Aufgabe das weiterzugeben, was die IG Metall erreicht hat. Wir stehen dafür in der Verantwortung, dass all diese Errungenschaften der nächsten Generation erhalten bleiben. Zurzeit kommen beispielsweise viele Flüchtlinge auf den Arbeitsmarkt. Da müssen wir aufpassen, dass die Politik die Situation nicht missbraucht, um die Arbeitnehmer unter Druck zu setzen.

 

Alexandra VesenjakAlexandra Vesenjak (25) Studentin: Meine Eltern waren Arbeiter und beide in der Gewerkschaft. Die IG Metall ist eine der wenigen Organisationen, die sich für die Migranten interessiert. So eine Beteiligungsmöglichkeit wie bei der IG Metall gibt es für mich sonst nirgends. In Deutschland ist es ja leider immer noch so, dass Migranten, deren Kinder und Kindeskinder immer noch nicht die gleichen Chancen haben. Meine Lehrer wollten mich beispielsweise unbedingt auf die Hauptschule schicken. Jetzt studiere ich Jura und engagiere mich in der Studierendenarbeit der IG Metall. Ich bin Delegierte in unserer Geschäftsstelle, und bei der Hochschultour, die demnächst startet, bin ich auch dabei.

 

Nesli SubatliNesli Subatli (23) MAN Truck&Bus AG in München: Die Gewerkschaft wurde mir in die Wiege gelegt. Meine Eltern waren beide aktive Gewerkschafter und auch für mich war Gewerkschaft immer etwas Selbstverständliches. Ich bin zu hundert Prozent davon überzeugt, das Gewerkschaft was Gutes ist und das es nicht ohne geht. Nirgendwo habe ich die Toleranz und Aktzeptanz erlebt, wie bei der IG Metall-Jugend. Es gibt dort die unterschiedlichsten Menschen und keiner wird ausgeschlossen. Hiphopper feiern mit Mittelalterfans, überzeugte Christen diskutieren mit gläubigen Muslimen. Anfängliche Vorurteile sind meistens schnell wieder weg. Alle haben gemeinsam, dass sie sich für die Menschen und für eine gute Zukunft einsetzen wollen.

 

Hakan DursunHakan Dursun (35) BR ZF Saarbrücken: Die IG Metall bedeutet für mich als Sohn von Migranten, dass ich im Arbeitsleben immer voll akzeptiert wurde. Mir wurden von der IG Metall die Mittel in die Hand gegeben, mich als Jugend- und Auszubildendenvertreter und später als Betriebsratsmitglied für die Rechte anderer Arbeitnehmer einzusetzen. Ich habe mich in der IG Metall nie als Migrant, Migrantensohn oder Ausländer gefühlt, sondern immer als fester Bestandteil der IG Metall.

 

Ali Güzel Ali Güzel (49) BR ThyssenKrupp Steel Europe: Die IG Metall ist für mich eine Drei-Generationen-Organisation. Mein Vater, mein Sohn und ich, wir sind alle organisiert. In unserer Firma arbeiten Menschen aus 147 Nationen. Diese Vielfalt haben wir auch in der IG Metall. Mein Vater sagt: "Die IG Metall ist wie ein Regenschirm. Der Regenschirm schützt uns vor dem Regen und die IG Metall schützt unsere Rechte vor den Arbeitgebern". Und das bedeutet auch für mich in aller Kürze die IG Metall.

 

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