23.01.2012

Von: WM

Tarifkommission für INA-Werktarif-Standorte hat getagt

Themen: Tarifrunde, Überleitung in Flächentarif, Quote 40-Stunden-Verträge

Am 20. Januar traf sich in Herzogenaurach die IG Metall- Tarifkommission für die INA-Werktarif-Standorte Herzogenaurach, Hirschaid und Höchstadt. Die Mitglieder der Tarifkommission diskutierten vor allem zwei Themen: die Forderungen zur bevorstehenden Metall-Tarifrunde sowie die Überleitung des Werktarifs in den Flächentarif Metall.

Was sind unsere Forderungen in der Tarifrunde?

Die Tarifkommission diskutierte auf Basis einer Präsentation über die aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und den Verteilungsspielraum in der bevorstehenden Tarifrunde. Die Diskussion der Tarifforderung ist in der IG Metall und in den Betrieben noch nicht abgeschlossen. Erst Ende Februar wird der IG Metall-Vorstand eine Forderungsempfehlung aussprechen.

Die Metaller in Hirschaid haben sich für eine Tariferhöhung um 7,5 Prozent ausgesprochen, in Höchstadt für 6,5 Prozent mehr Geld. Die IG Metall-Vertrauensleute in Herzogenaurach wollen diese Woche entscheiden.

Außerdem will die IG Metall in der Tarifrunde die unbefristete Übernahme der Auszubildenden und die Mitbestimmung bei der Beschäftigung von Leiharbeitern durchsetzen. Parallel dazu soll mit den Branchenverbänden der Zeitarbeitsbranche ein branchenspezifischer Zuschlag für Leiharbeitnehmer in der Metallindustrie ausgehandelt werden.

JA zur Überleitung in den Flächentarif

Bislang gilt für die drei Standorte noch ein besonderer Tarifvertrag mit der IG Metall. Das hat aber mehr historische als substantielle Gründe. Denn die Abweichungen zum Flächentarif Metall sind marginal – außer beim Weihnachtsgeld. Die Tariferhöhungen des Flächentaris Metall werden regelmäßig für die Standorte des Werktarifs übernommen. Zudem gilt das Entgeltsystem ERA Bayern einheitlich für alle bayerischen Schaeffler-Standorte.

Die IG Metall will deshalb die Überführung des Werktarifs in den Flächentarif Metall. Das würde den Flächentarif stärken und die Standorte Herzogenaurach, Hirschaid und Höchstadt in die Solidarität des Flächentarifs einbinden.

Das Unternehmen hat Zustimmung signalisiert – vorausgesetzt, die Überführung des Werktarifs in den Flächentarif erfolgt kostenneutral. Außerdem will Schaeffler ein Entgegenkommen der IG Metall bei der Erhöhung der tariflichen Quote der 40-Stunden-Verträge für den Zentralbereich Herzogenaurach.

Die Position der Tarifkommission: Ja zur Überleitung in den Flächentarif, sofern das nach 10 Jahren Betriebszugehörigkeit höhere Weihnachtsgeld des Werktarifs abgesichert werden kann.

Höhere Quote für 40-Stunden-Verträge im Zentralbereich an Bedingungen gebunden

Die Tarifkommission sprach sich auch für die Erhöhung der Quote der 40-Stunden-Verträge im Zentralbereich und für die zusätzliche Einführung von projektgebundenen 40-Stunden-Verträgen aus. Zum Schutz der Mitarbeiter sollen gleichzeitig die Mitbestimmungsrechte des Betriebsrats erweitert werden.

Die Mitglieder der Tarifkommission äußerten aber ihre Sorge, dass mit der Ausweitung der 40-Stunden-Quote die Gefahr besteht, dass die Arbeitsbelastung der betroffenen Mitarbeiter und die unbezahlte Mehrarbeit im Zentralbereich noch weiter zunimmt. Die 40-Stunden-Woche darf nicht das Maß der Arbeitszeit werden. Auf eine 40-Stunden-Woche dürfen nicht regelmäßig n Stunden Mehrarbeit (unter dem Namen „Gleitzeit“) oben drauf kommen.

Keine 40-Stunden-Verträge soll es bei besonderen Belastungen durch Schichtarbeit oder Wochenendarbeit geben.


Druckansicht weiterempfehlen
Share/Bookmark/Subscribe