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Otto-Brenner-Studie über die Sendungen von Bohlen, Klum und Katzenberger

Hohle Idole

24.10.2012 Ι "Weder die TV-Figur Daniela Katzenberger noch die Casting-Shows mit ihren autoritären Protagonisten Dieter Bohlen und Heidi Klum bieten Modelle für das Einüben gesellschaftlich wichtiger Fähigkeiten und Verhaltensweisen". So das kritische Resümee der neuen Studie "Hohle Idole" von Bernd Gäbler, die bei der Otto Brenner Stiftung erschienen ist.

Bei Dieter Bohlen, in der Sendung "Deutschland sucht den Superstar", müssen Kandidaten schon mal niederknien. Und streng geht es auch bei "Germany's next Topmodel" auf ProSieben zu. Da lassen sich Kandidatinnen schon mal mit Salatsoße übergießen oder einen Tintenfisch auf den Kopf setzen, um eine Runde weiter zu kommen. Was den meisten Menschen völlig abwegig erscheint, in den Castingshows mit Dieter Bohlen und Heidi Klum lassen die Kandidaten nicht selten autoritäre und willkürliche Maßnahmen über sich ergehen. Parallel dazu führt die superblonde Daniela Katzenberger auf "VOX" in "Natürlich blond" vor, dass man nichts können muss, um durch das Fernsehen berühmt zu werden.


Die Otto Brenner Stiftung legt mit "Hohle Idole" eine kritische Studie über die TV-Sendungen von Bohlen, Klum und Katzenberger vor. Erstmals werden deren Shows kritisch durchleuchtet und detailliert analysiert. Der Autor der Studie, Professor Bernd Gäbler, hat untersucht, wie die Sendungen "funktionieren" und warum sie so viele Jugendliche vor den Fernseher locken.


Schädlicher Einfluss auf junge Menschen

Angesichts der Unsicherheit vieler junger Menschen sind die Einflüsse der TV-Stars auf die jugendlichen Zuschauer wenig hilfreich, so Professor Gäbler. In den Shows gehe es nicht um hart erarbeitetes Wissen oder Können, sondern darum, die anderen auszustechen. "Substanzielle Fähigkeiten, Teamgeist, Kooperationsbereitschaft spielen eine geringe Rolle. Selbstdarstellung, Gehorsam, ja Unterwerfung werden gefeiert, Eigensinn wird bestraft", kritisiert Gäbler.


Der Autor empfiehlt die Ergebnisse nicht nur Programmmachern und Medienkritikern. Die Studie eignet sich auch für die schulische und gewerkschaftspolitische Bildungsarbeit.


Im Vorwort betont die Otto Brenner Stiftung, dass "Hohle Idole" eine Diskussionsgrundlage sein kann für all jene, die Themen, Trends und Tendenzen des Unterhaltungsfernsehens kritisch auf den Prüfstand stellen. Zugleich versteht die Stiftung die Untersuchung als Aufforderung an die öffentlich-rechtlichen Sender, diese Formate nicht zu adaptieren oder in "sanfter Nachahmung" mit ihnen in den Quotenwettkampf zu ziehen.

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