Gesundheit: Krankenkassen erheben Zusatzbeiträge
"Versicherte als Lastesel des Gesundheitswesens"
Ist die Einführung eines Zusatzbeitrags der richtige Schritt?
Nein! Seit Jahren wächst die Schieflage bei der Finanzierung des Gesundheitssysteme: Zuzahlungen als Praxisgebühr, für den Krankenhausaufenthalt, bei Medikamenten usw., Ausgliederung von Leistungen bei Brillen, Zahnersatz, verschreibungspflichtige Arzneimittel und der Sonderbeitrag von 0,9 Prozentpunkten! Mittlerweile zahlen die Versicherten fast 60 Prozent der Kosten, während der Arbeitgeber-Anteil auf gut 40 Prozent geschmolzen ist. Und nun sollen die Versicherten mit einseitigen Zusatzbeiträgen auch noch für die Kosten der Krise und die Folgen der falschen Gesundheitspolitik der letzten Jahre aufkommen. Die Versicherten werden als Lastesel des Gesundheitswesens missbraucht! Damit muss Schluss sein.
Woher kommen den die Finanzprobleme im Gesundheitswesen?
Verantwortlich sind mehrere Faktoren. In erster Linie haben wir ein Einnahmeproblem: Da die Gelder über einkommensabhängige Beiträge aufgebracht werden, hängt die Höhe der Mittel von der Einkommensentwicklung der Beschäftigten ab. Steigende Arbeitslosigkeit, Niedriglöhne und die hinter der allgemeinen Reichtumsentwicklung zurückbleibenden Arbeitseinkommen schwächen die Einnahmebasis. Die aktuelle Wirtschaftskrise verschärft das Problem!
Was ist mit den Ausgaben?
Auch da gibt es Probleme: Die Politik hat es zugelassen, dass die Ausgaben für ärztliche Behandlung oder Arzneimittel stark gestiegen sind. Zudem werden die Mittel nicht immer effektiv verwendet. Geld wird verschwendet.
Und was tut die Politik dagegen?
Nichts wirklich Wirkungsvolles. Im Gegenteil, mit dem FDP-Gesundheitsminister ist die Lobby der Ärzte, Apotheker und der Pharmaindustrie ins Gesundheitsministerium eingezogen. Mit entsprechenden Folgen. Schwarz-Gelb stellt diesen Gruppen höhere Honorare in Aussicht und verspricht den deutschen Apothekern, unliebsame Konkurrenz vom Hals halten. Und die Versicherten sollen das zahlen. Das ist verteilungspolitisch falsch und moralisch verwerflich! Das werden wir nicht akzeptieren!
Gibt es sinnvolle Alternativen zu den Zusatzbeiträgen?
Die Abwälzung der Kosten auf die Versicherten mag den Kassenvorständen als der einfachste Weg erscheinen. Wir halten den erneuten Griff in die Taschen der Versicherten für verantwortungslos! Statt wieder einmal in die Taschen der Versicherten zu greifen, wünschen wir uns die Kassen an unserer Seite, wenn es um solidarische Lösungen geht. Nötig sind eine bessere finanzielle Ausstattung des Gesundheitsfonds, die Begrenzung der Honorare der Leistungserbringer - und vor allem die solidarische Bürgerversicherung! Alle, auch die Besserverdienenden rein in die gesetzliche Krankenversicherung, das ist eine Antwort mit Perspektive!

















