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Internationale Wochen gegen Rassismus.

Internationale Wochen gegen Rassismus

Perspektiven für junge Menschen mit Migrationshintergrund

14.03.2011 Ι Die IG Metall steht für Toleranz und Zivilcourage. Menschen dürfen weder in den Betrieben noch in der Gesellschaft diskriminiert werden. Viele Jugendliche mit Migrationshintergrund haben kaum eine Chance auf gute Ausbildung und gute Arbeit. Ihre Diskriminierung und ungleichen Chancen will die IG Metall zum Thema der internationalen Wochen gegen Rassismus vom 14. bis 27. März machen.

Viele Menschen mit Migrationshintergrund haben kaum eine Chance, ihr eigenes Arbeits- und Lebensumfeld selbst zu gestalten. Gute Ausbildung und gute Arbeit bleiben ihnen verschlossen. Doch genau das setzt eine gesellschaftliche Integration voraus. Kaum jemand geht gegen diese ungleichen Chancen und Bedingungen vor. In unserer Gesellschaft herrscht darüber stillschweigende Akzeptanz.

Chancenlose Jugend
Viele Jugendliche mit Migrationshintergrund verlassen die Schule mit einem Hauptschulabschluss. Damit starten sie bereits schon unter schlechteren Bedingungen ins Berufsleben als ihre Altersgenossen, die einen Realschulabschluss oder ein Abitur vorweisen können. Ihr Migrationshintergrund erschwert noch zusätzlich die Perspektive auf einen Ausbildungsplatz. Und der Abbau von Ausbildungsplätzen macht ihre Situation nicht einfacher. Junge Menschen mit Migrationshintergrund bleiben dann oftmals auf der Strecke. So werden gesellschaftliche Zukunftschancen verschenkt und Ressourcen verschwendet.

Ein guter Schulabschluss führt nicht zum Ausbildungsplatz
Selbst bei gleicher Qualifikation werden deutsche Bewerber gegenüber ausländischen bevorzugt. Das belegt eine Studie des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA). Die Chance zum Gespräch eingeladen zu werden sinkt bei Bewerbern mit nicht deutschen Namen um 14 Prozent - bei kleineren Betrieben sogar um 24 Prozent. Jugendliche mit türkischen oder islamischen Namen waren von dieser Art struktureller Diskriminierung überdurchschnittlich betroffen.

Diese Tatsachen sind nicht auf böse Absichten der Verantwortlichen zurückzuführen. Vielmehr liegt ein System von struktureller Diskriminierung vor, das bis zum heutigen Tag äußerst stabil ist. Es besteht aus Regeln, Normen, Routinen, Einstellungen und Verhaltensmuster in gesellschaftlichen und betrieblichen Strukturen, die verschiedene Gruppen ungleich behandelt. Bestimmte Arbeitsverhältnisse und Beschäftigungsfelder bleiben für bestimmte Gruppen verschlossen. Nun gibt es eine Reihe von Erklärungen für diese Schieflage: historische, kulturelle, sprachliche, qualifikatorische. Wenn aber nach Jahrzehnten eine systematische Ungleichbehandlung vorliegt, kann dies eindeutig nicht allein am Verhalten der Gruppe liegen.

Perspektive Leiharbeit
60 Prozent der Leiharbeitnehmer sind Beschäftigte mit Migrationshintergrund. Kaum qualifiziert und ohne Berufsausbildung beschäftigen die Unternehmen sie meist als Hilfskräfte, die deutlich weniger verdienen als ihre fest angestellten Kolleginnen und Kollegen.

Die IG Metall will diese Chancenungerechtigkeit von Jugendlichen mit Migrationshintergrund angehen und verstärkt zum Thema machen. Dazu gehört,

  • im kommenden Ausbildungsjahr dafür zu sorgen, dass mehr Jugendliche mit Migrationshintergrund einen Ausbildungsplatz erhalten;
  • die Möglichkeiten des Tarifvertrages "Zukunft in Bildung" stärker zu nutzen und Angelernten berufsbezogene Qualifizierungsmaßnahmen anzubieten;
  • die Angebote wie "fachbezogenes Deutsch" voranzutreiben;
  • die Leiharbeit nach dem Grundsatz  "Gleiche Arbeit - Gleiches Geld" zu regulieren und damit die Zweiklassengesellschaft am Arbeitsmarkt zu beenden;
  • für gleichberechtigte Teilhabe und Integration von Personen mit Migrationshintergrund in den gewerkschaftlichen und betrieblichen Strukturen zu sorgen. 

Initiative "Respekt! - Kein Platz für Rassismus"

Respekt!"Respekt! - Kein Platz für Rassismus" - so lautet die Botschaft auf dem 21 mal 30 cm großen Metall-Schild der Initiative. Mit dieser Initiative will die IG Metall die Aktivitäten im Rahmen der Internationalen Wochen ergänzen und unterstützen. Ziel ist es, mit dem Metall-Schild in möglichst vielen Betrieben die Belegschaften für die Botschaft "Respekt!" zu sensibilisieren und zum Nachdenken und Handeln aufzufordern.

Internationale Wochen gegen Rassismus
Seit vielen Jahren ruft der Interkulturelle Rat gemeinsam mit seinen Kooperationspartnern zu den Internationalen Wochen gegen Rassismus auf. Während dieser Wochen finden bundesweit Veranstaltungen und Aktionen statt, die sich für Offenheit und Toleranz einsetzen und deutlich machen, dass in unserem Land kein Platz für Rassismus ist.
Links und Zusatzinformationen
Hintergrund

Die Internationalen Wochen gegen Rassismus gehen zurück auf eine Resolution der Generalversammlung der Vereinten Nationen im Jahre 1979. Damals forderte sie ihre Mitgliedsstaaten auf, alljährlich - beginnend mit dem 21. März - eine Woche der Solidarität mit den Gegnern und Opfern von Rassismus zu organisieren.

Der 21. März ist als "Internationaler Tag für die Beseitigung der Rassen- diskriminierung" einer der ersten offiziellen und wichtigsten Gedenktage der Vereinten Nationen ist. Er erinnert und mahnt an das Massaker von Sharpeville , bei dem die südafrikanische Polizei am 21. März 1960 im Township Sharpeville 69 friedliche Demonstranten erschoss, die gegen die ungerechten Passgesetze in dem Apartheid-Staat demonstriert hatten. Unter dem Eindruck dieser Gräueltat fordrete die Generalver- sammlung die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen 1966 auf, ihre Anstrengungen zur Überwindung jeder Form von Rassismus zu verdoppeln.

Rechte Trittbrettfahrer entlarven
Argumente gegen die soziale Demagogie

Rechtsextreme treten zunehmend mit Forderungen wie "Gleiche Löhne für gleiche Arbeit" oder "Arbeit für Millionen statt Profite für Millionäre" auf und präsentieren sich als Alternative für die "kleinen Leute". Außer Frage steht: Zwischen Gewerkschaften und Neonazis gibt es keine Gemeinsamkeiten. Rassismus und Nationalismus sind menschenverachtend und grenzen aus. 

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