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Recht nah dran: Kassen versuchen, Kranke in Rente abzuschieben. Foto: fotolia.com

Recht nah dran: Kassen versuchen, Kranke in Rente abzuschieben

Widerstand lohnt sich

13.05.2011 Ι Arbeitsfähig oder Rente? An der Antwort kann sich eine ganze Existenz entscheiden. Das erlebte Michael Rzok aus der Nähe von Hannover. Vor gut zehn Jahren erkrankte er und konnte nicht mehr arbeiten. Nach drei Monaten Krankengeld forderte ihn seine Kasse auf, einen Rentenantrag zu stellen. Michael Rzok war damals 48.

Der Metaller wehrte sich mit seiner Gewerkschaft, drängte auf eine Wiedereingliederung und bekam sie. Er wurde gesund und ging wieder arbeiten. Erst kürzlich ging Rzok in Altersteilzeit. Er ist froh, dass er sich gewehrt hat. "Wäre ich damals in Rente gegangen, hätte ich mein Haus nicht halten können. Es wäre mein sozialer Abstieg gewesen."

Metallerinnen und Metaller gehen dagegen vor
Krankenkassen dürfen Langzeitkranke nicht auffordern, vorzeitig einen Antrag auf Rente zu stellen. Dennoch tun sie es immer wieder, um Krankengeld zu sparen. Wie die metallzeitung in der letzten Ausgabe berichtete, hatten verschiedene Kassen versucht, Langzeitkranke vorzeitig in Rente oder sogar in die Arbeitslosigkeit zu schicken. Wo diese Praxis ans Licht kam, gingen Metallerinnen und Metaller, die in den Verwaltungsräten der Kassen sitzen, dagegen vor.

Kranke wieder ins Arbeitsleben eingliedern
Doch immer wieder melden sich Betroffene bei Gewerkschaften und Sozialverbänden. Auch in den letzten Wochen. Die Selbstverwalter und Selbstverwalterinnen der IG Metall werden ihre Kassenvorstände auffordern, diese Praxis umgehend einzustellen. Sie ist nicht im Sinne des Gesetzgebers. Laut Sozialgesetzbuch dürfen Krankenversicherungen Langzeitkranke lediglich auffordern, einen Antrag auf Rehabilitation (Reha) zu stellen. Kann die Erwerbsfähigkeit nicht wiederhergestellt werden, gilt der Reha-Antrag als Rentenantrag. Denn Ziel des Gesetzes ist es, Kranke wieder ins Arbeitsleben einzugliedern.

Versicherte können die Selbstverwalter der Sozialversicherungen wählen. Was Metallerinnen und Metaller dort tun, erfahren Sie unter www.igmetall.de/sozialwahl-2011.
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