Kritischer Jounalismus: Otto Brenner Preis 2012
Unbequeme Fragen aufgreifen und Missstände benennen
Mit insgesamt 47 000 Euro gehört der Journalistenpreis der Otto Brenner Stiftung (OBS) zu den höchst dotierten Journalistenpreisen in Deutschland. Ziel des Wettbewerbs ist es, gesellschaftlich relevante aber vernachlässigte Themen in das Blickfeld der Öffentlichkeit zu rücken. Der Otto Brenner Preis soll Journalistinnen und Journalisten ermutigen, unbequeme Fragen aufzugreifen und Missstände in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft klar zu benennen.
Teilnahme
Ab sofort können Journalistinnen und Journalisten mit Beiträgen aus Print, Hörfunk, Fernsehen und Internet am Wettbewerb teilnehmen und vorgeschlagen werden. Der Einsendeschluss für die Bewerbungen ist Dienstag, der 31. Juli 2012.
Auszeichnungen
Der Preis prämiert Beiträge, die sich vom breiten Meinungsstrom der Berichterstattung durch eine eigenständige und gründliche Recherche absetzen und in Sprache, Stil und Darstellungsweise überzeugen. Eine unabhängige Jury prämiert drei intensiv recherchierte und anspruchsvolle Beiträge mit 10 000, 5000 und 3000 Euro. Hinzu kommen ein mit jeweils 2000 Euro dotierter Newcomer- und ein Medienprojekt-Preis.
Mit 10 000 Euro belohnt der Brenner Preis "Spezial" die beste Analyse in einem Leitartikel, Kommentar oder Essay. Der Preis soll dem Trend zum "Kikeriki- Journalismus" (Heribert Prantl) und der unkritischen Übernahme einer Mehrheitsmeinung entgegenwirken und den Mut zu einer klaren, pointierten und sorgfältig begründeten Meinung motivieren. "Demokratie braucht Vielfalt, gerade in den kommentierenden Darstellungsformen. Der Preis will daher Texte prämieren, die Aufklärung fördern, die anregen und aufregen", so das Motiv der Jury zum Start der Ausschreibung 2012.
Drei Recherchestipendien mit jeweils 5000 Euro gehen an junge Nachwuchsjournalisten, die wichtige Themen aufgreifen und über einen längeren Zeitraum recherchieren. Die Stipendien werden zusammen mit der Journalistenvereinigung "netzwerk recherche" (nr) vergeben und von erfahrenen Redakteuren betreut. Beispiele erfolgreicher OBS-Recherche-Stipendien sind unter anderem die Filme von Golineh Atai über "Auslandsadoptionen im globalen Kindermarkt" und das Buch "Bertelsmannrepublik Deutschland - Eine Stiftung macht Politik" von Thomas Schuler. 2007 erhielt Astrid Geisler für die Reportage "Das vergessene Land" den Theodor-Wolff-Preis. Die preisgekrönte Reportage ist das Ergebnis eines OBS-Recherche-Stipendiums.
Jury
Die Sitzung der Jury ist am 27. September 2012. Jurymitglieder sind Sonia Seymour Mikich (Monitor), Prof. Dr. Heribert Prantl (Süddeutsche Zeitung), Harald Schumann (Der Tagesspiegel), Prof. Dr. Volker Lilienthal (Rudolf Augstein Stiftungsprofessur für "Praxis des Qualitätsjournalismus"), Prof. Dr. Thomas Leif (SWR-Chefreporter, "2+Leif") und Berthold Huber (1. Vorsitzender der IG Metall und Verwaltungsratsvorsitzender der Otto Brenner Stiftung).
Die Preisverleihung findet am 30. Oktober 2012 in Berlin statt. Festredner wird Nikolaus Brender (ehemaliger ZDF-Chefredakteur) sein. Weitere Informationen zum Otto Brenner Preis und zur Bewerbung finden Sie unter www.otto-brenner-preis.de.
Dort kann auch das "Best of 2011" bestellt werden. Das Buch präsentiert die prämierten Beiträge, die Laudationes der Jury-Mitglieder auf die Preisträger und enthält zahlreiche Infos "rund um den Otto Brenner Preis". Außerdem dokumentiert es die viel beachtete Festrede von Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert sowie einen aktuellen Beitrag von Hans-Jürgen Jakobs (SZ) über "Medienjournalismus in Deutschland".
IG Metall*
Interessen erfolgreich durchsetzen.
Das forderte Otto Brenner 1968. Der Preis für kritischen Journalismus orientiert sich am politischen Vermächtnis des langjährigen IG Metall-Vorsitzenden.


























